Eine Abrechnung

Radl-Hauptstadt? Von wegen! Die fünf schlimmsten Strecken für Fahrradfahrer - jeder Münchner kennt sie

„Radlhauptstadt München“? München-Redakteur rechnet mit dem Klischee ab.
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„Radlhauptstadt München“? München-Redakteur rechnet mit dem Klischee ab.

München nennt sich gerne „Radl-Hauptstadt“. Doch wer regelmäßig mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs ist, weiß, dass dies nicht allzu treffend ist. Eine Übersicht über die fünf schlimmsten Rad-Wege Münchens. Eine Abrechnung von unserem München-Redakteur.

München - Wer das Glück (oder Pech) hat, die meisten Strecken in seinem Alltag mit dem Rad zurücklegen zu können, wird jede der Radler-Alptraum-Straßen in der folgenden Übersicht nur zu gut kennen. Denn München hat ein Problem: Der Versuch, eine Radler-freundliche Stadt zu sein, ist definitiv da. Doch die Umsetzung - aus unterschiedlichsten Gründen - ist ein teilweise massives Problem. Ob der falsch „geparkte“ SUV mal wieder im Weg ist, oder Lieferwagen auf dem Radlweg parken: Eine Radlfahrt durch München ist nicht selten gefährlich und nervenzerreißend.

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München: Das sind die fünf schlimmsten Fahrrad-Strecken der Stadt

Aus unserer Sicht schaffen es fünf Abschnitte für Fahrradfahrer in München in die „Top-5“ der schlechtesten Radl-Strecken der Stadt:

  • #1: Die „Isar-Autobahn“: Eine der schönsten Radstrecken Münchens. Entlang der Isar, umgeben von Natur - eigentlich ein Traum. Doch Halt: Die Strecke wird beinahe immer zum Parkour-Lauf zwischen „Berufs-Rennfahrern“, die glauben, die Tour de France nachspielen zu müssen. Zurufe von hinten wie „Schleich di!“ sind dann noch die nettere Variante. Wer hier meint, in gemütlichem Tempo fahren zu können, der irrt. Selbst ernannte Profiradler leben hier von früh bis spät ihre Pseudo-Leidenschaft aus. Wer es gemütlicher mag, ist hier fehl am Platz.
  • #2: Die Schwanthalerstraße in Richtung Sonnenstraße: Eine der wichtigsten Zufahrtsstraßen für viele Fahrradfahrer, die in die City wollen. Doch weit gefehlt: Nicht einmal Fahrradstreifen gibt es hier. Wer also flott Richtung Stachus möchte, muss mit mehreren Hindernissen rechnen: Hupende Autos von allen Seiten und das Umfahren von Lieferwagen und aktuell vor allem Baustellen. Rette sich wer kann!
  • #3: Die Lindwurmstraße vom Stemmerhof bis Sendlinger Tor: Eine der Flaniermeilen unserer Stadt. Zufahrt für tausende Menschen in Richtung Stadt oder Isar. Doch auch hier gilt: Wer einen gemütlichen Radlausflug machen möchte, sollte diese Strecke meiden. Zwar gibt es Fahrradwege, jedoch sind diese dermaßen in die Jahre gekommen, dass er mehr aus Huckeln und Löchern besteht, als aus geradem Asphalt. Und damit nicht genug: Die viel zu schmalen Wege müssen sich gefühlt hunderte Radl-Gruppen teilen, die tagtäglich zur Rush-Hour eine Herzinfarkt-ähnliche Massenbewegung veranstalten. Und als wäre das schon nicht genug, vergessen Passanten sehr gerne mal, dass sie auf dem Radl-Abschnitt unterwegs sind. Die Folge: Apruptes Abbremsen, flüchtige Beschimpfungen und jede Menge Grantigkeit.
  • #4: Rund um den Hauptbahnhof: Eigentlich ist es nicht nötig, dazu viel zu erklären. Die Straßen rund um den Hauptbahnhof in München sind für Radlfahrer eine Art „Endgegner“. In jeder Hinsicht ist man als Zweiradfahrer hier mehr oder weniger aufgeschmissen. Wer hier durchfährt, hat keine andere Wahl. Daher gilt: Obacht und so schnell wie möglich wieder raus!
  • #5: Isartor: Es ist leider nichts Neues, dass München ein Baustellen-Problem hat. Gefühlt an jeder Ecke steht ein Bauzaun, man hat fast das Gefühl, die gesamte Stadt erneuert sich. Doch Hand aufs Herz: Schon einmal am Isartor in Richtung Gasteig auf dem Radl unterwegs gewesen? Man braucht beinahe einen Bachelor, um die improvisierten Radl-Spuren richtig zu deuten. Und wenn die Isar-Fraktion auf die Innenstadt-Fraktion an der Kreuzung trifft? Besser, man bringt Zeit und jede Menge nerven mit.

Und was ist Ihre schlimmste Radlstrecke in München? Schreiben Sie dem Autor jetzt.

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