Erlebniswelt entsteht

„Ein Unding!“ - FCB-Baustelle am Dom regt die Nachbarn und Touristen extrem auf

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Zaungäste: Irina und Peter Viehmeier ­stehen an der ­Baustelle der künftigen FC Bayern Erlebniswelt.

Die Bauarbeiten für die „FC Bayern Erlebniswelt“ in München laufen. Das freut viele Anwohner überhaupt nicht - auch Touristen sind teils skeptisch.

München - Es klirrt, es scheppert und es kracht an der Weinstraße in der Altstadt. Wo man sich Anfang des Jahres noch gemütlich zum Biertrinken getroffen hat, klafft heute eine Wunde im Stadtbild. Nach 23 Jahren musste Gastwirt Sepp Krätz sein Traditionslokal, den Andechser am Dom, zusperren. An seine Stelle soll ein Neubau rücken, wo dann die Erlebniswelt des FC Bayern einzieht. Die Nymphenburg Immobilien AG plant das Projekt.

München: Arbeiten für „FC Bayern Erlebniswelt“ haben begonnen

Vor vier Wochen rollten die ersten Bagger an. Meter für Meter fraßen sich die Maschinen durch den Putz, zwickten Decken ab und brachten Wände zum Einsturz. Das Bild, das die Baustelle zeichnet, ist spektakulär: alte Gemäuer, Ziegelsteine, Stahl. Dahinter ragt die Frauenkirche in den Himmel. Doch nicht alle Bürger jubeln. Vor allem den Anwohnern stinkt die Baustelle!

Neue Heimat für Bagger: Wo einst das Andechser am Dom stand, wird nun jahrelang gebaut.

Anwohner müssen täglich die Fensterscheiben putzen

„Wir müssen jeden Tag mindestens einmal unsere Fensterscheiben putzen“, sagt Sonja Boy (62), langjährige Mitarbeiterin der Boutique Strauss gegenüber der Baustelle. Der Staub lege sich in die Ritzen, auf den Boden und die edlen Klamotten. Am schlimmsten sei die Phase der Entkernung gewesen, als Betonklötze zu Boden krachten und Stahlplatten klirrten. Boy: „Der Lärm ist mir an die Substanz gegangen.“

Der stellvertretende Bauherr, Markus Wienchol von der Nymphenburg Immobilien AG, versteht den Unmut der 62-Jährigen, sagt aber: „Wir tun alles, um die Unannehmlichkeiten für die Anwohner gering zu halten.“ Der Staub etwa werde mit Wasser gebunden. „Ein Vorhang schirmt die Baustelle von den angrenzenden Geschäften ab.“ In zwei bis drei Wochen sei das Schlimmste überstanden. Nach dem Abbruch beginnt der Rohbau. Wienchol: „Voraussichtlich im Frühjahr 2019.“ Im Herbst 2020 soll alles fertig sein.

München-Touristen gegenüber „FC Bayern Erlebniswelt“ eher skeptisch

Für die Passanten Irina und Peter Viehmeier, die wir vor der Baustelle treffen, ist das Vorhaben „ein Unding“. Schließlich kamen die Frankfurter vor allem wegen der alten Häuser nach München: „Es bleibt bloß zu hoffen, dass der Neubau ins Stadtbild passt.“

Manche Fans beschäftigen derweil ganz andere Themen. So zum Beispiel aktuelle Aussagen des FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, über die tz.de* berichtet.

Lesen Sie auch: Legendäres Lokal in München öffnet wieder seine Pforten - diese Änderungen erwarten Gäste jetzt

sb

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