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Nächster Preis-Hammer für Münchner: Wärmepreis explodiert - Hohe Nachzahlungen drohen

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Von: Andreas Daschner

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Stadtwerke München warnt vor gefälschte Mahnbriefe.
Die Linken-Fraktion im Münchner Stadtrat kritisiert die Stadtwerke heftig. © picture alliance / Tobias Hase/d

Die Fernwärmepreise in München explodieren. Die Linken-Fraktion im Stadtrat kritisiert den Fokus auf fossile Energieträger. Die Stadtwerke erklären die Preisbildung.

München - Erst Benzin, Diesel und Gas – jetzt kommt die nächste Kostensteigerung auf die Münchner zu: Die Fernwärmepreise in München explodieren. Innerhalb eines Jahres haben die Stadtwerke (SWM) den Verbrauchspreis um 162 Prozent angehoben. Auf mehr als 100.000 Haushalte kommen wohl hohe Nachzahlungen zu.

Die Linken-Fraktion im Stadtrat kritisiert: Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Wärmeverbrauch von zehn Megawattstunden müsse anstatt 1304 Euro pro Jahr nun 2273 Euro zahlen – satte 969 Euro mehr. Der Vorwurf: Die SWM hätten zu lange an Öl und Gas als Energieträger festgehalten. Laut SWM ist der Arbeitspreis, den Kunden zahlen, innerhalb eines Jahres von 49,28 auf 129,17 Euro pro Megawattstunde gestiegen. In die Preisberechnung fließen die Preise für Leichtes Heizöl und Erdgas an der Energiebörse EEX ein, ebenso der Börsenindex für Steinkohle und Erdgas – also nur fossile Energieträger. Die seien aus zwei Gründen teuer.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine habe auf dem internationalen Energiemarkt zu massiven Verwerfungen geführt. Diese seien auf einen Markt getroffen, auf dem die Energiepreise schon zuvor erheblich gestiegen waren, nachdem sich die Weltwirtschaft von den Corona-Einbrüchen zunehmend erholte. „Der Krieg hat nun für weitere dramatische Preiserhöhungen insbesondere bei Gas, Öl und Kohle gesorgt“, heißt es in einer Presseerklärung der SWM.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Münchner Fernwärme liege bei 13 Prozent

Zum Arbeitspreis kommt der Grundpreis, der sich aus Erzeugerpreisen für Investitionsgüter und Lohnkosten errechnet. Dass dieser nur um drei Prozent gestiegen ist, wirkt sich laut SWM mildernd aus. „Der Wärmepreis stieg also in Summe um 116 Prozent“, so die SWM.

Zur Kritik der Linken bezüglich der Energieträger heißt es, dass die Preisberechnung vertraglich geregelt sei. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Münchner Fernwärme liege bei 13 Prozent, soll bis in die 2030er-Jahre auf bis zu 70 Prozent steigen.

Der zunehmende Anteil regenerativer Energien werde sich künftig auch in der Preisberechnung widerspiegeln. In den Verträgen der Fernwärmekunden, die ab 1. Januar 2023 gelten, würden unter anderem die Energieträger Geothermie, Müll und Klärschlamm berücksichtigt. ANDREAS DASCHNER

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