Kripo ermittelt nach Brand

Feuer-Inferno in Wohnheim: Zwei Personen lebensgefährlich verletzt - Zeugen berichten von bangen Minuten

Mitten in der Nacht brach in einem Münchner Studentenwohnheim ein Feuer aus. Nun ermittelt die Kriminalpolizei. Zwei Personen befinden sich in kritischem Zustand.

München - Es waren dramatische Szenen, die sich in der Nacht von Montag auf Dienstag in einem sechsstöckigen Studentenwohnheim in Freimann ereigneten. Ausgehend von einer brennenden Sauna im Keller war das gesamte Treppenhaus verraucht - und verwandelte sich so in eine lebensgefährliche Falle. Eine junge Frau (23) trug so schwere Verletzungen davon, dass zwischenzeitlich versehentlich schon ihr Tod vermeldet wurde.

Informatik-Student Navid Mirnouri, der in dem Haus lebt, erzählt der tz: „Ich wohne im vierten Stock. Als ich den Alarm gehört habe, war das Treppenhaus schon total verraucht. Man konnte nicht atmen.“ Er lief hinaus auf den Balkon, wo bereits einige Bewohner auf die Feuerwehr* warteten. „Erst herrschte Panik, aber die Feuerwehr konnte alle gut beruhigen“, so der 27-Jährige. Um 2.30 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein. Mit gut 100 Einsatzkräften waren die Retter vor Ort.

Spuren des Infernos: Der Ruß ist an diesem Treppenaufgang allgegenwärtig.

Feuer in Studentenwohnheim in München: Dicker schwarzer Qualm wabert durch das Gebäude

Student Valentin Barranco (23), der im Erdgeschoss wohnt, erzählt: „Ich bin gleich hinausgelaufen, als ich die Sirene gehört habe - da war das Treppenhaus noch nicht so sehr verraucht.“ Allerdings ging daraufhin alles sehr schnell. In kürzester Zeit waberte dicker, schwarzer Qualm durch das Gebäude. „Man sollte immer besser im Zimmer bleiben, als in ein verrauchtes Treppenhaus zu laufen“, warnt Einsatzleiter Christian Schnepf.

Laut Angaben der Polizei sind in dem Heim an der Christoph-Probst-Straße 185 Bewohner gemeldet. Wie viele zum Zeitpunkt des Brandes da waren, ist ungewiss. Die Feuerwehrler halfen 25 Personen aus dem Haus. Einige konnten während des Einsatzes im Gebäude auf den Balkonen warten.

100 Einsatzkräfte im Einsatz: Die Feuerwehr bekämpfte den Brand in einem Studentenwohnheim in Freimann.

München/Feuer in Studentenwohnheim: Zwei Personen werden schwer verletzt

Doch leider gibt es auch schwer Verletzte: Als die ersten Feuerwehrler eintrafen, begannen sie sofort, den Keller und das Treppenhaus abzusuchen. Ein 28-Jähriger lag bewusstlos im Untergeschoss. Er wurde mit einer schweren Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Kurz darauf fanden die Feuerwehrler eine reglose 23-Jährige auf dem Flur im vierten Stock liegen. Der Rettungsdienst begann noch vor Ort mit der Reanimation. Doch: „Ihr Zustand ist sehr kritisch“, sagt Polizei-Sprecher Andreas Franken. Man rechne mit dem Schlimmsten. Laut Feuerwehr erlitten drei weitere Bewohner leichte Verletzungen.

Warum es in dem Saunabereich mit mehreren Räumen zum Brand kam, ermittelt nun die Polizei*. Corona-bedingt war die Sauna eigentlich geschlossen. Die Kripo ermittelt in alle Richtungen - vom technischen Defekt bis zur Brandstiftung. „Die Brandschutzvorrichtungen des Gebäudes wurden zuletzt 2017 überprüft. Da hat alles gepasst“, sagt Sebastian Stahn von der Feuerwehr. Der Sachschaden liegt wohl im hohen sechsstelligen Bereich. (Laura Felbinger, Phillip Plesch) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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