Einsatzkräfte sprechen deutliche Warnung aus

Vorsicht, Lebensgefahr! Appell von Feuerwehr: Eisflächen trügerisch dünn - Diese Hinweise retten Menschenleben

Eine Frau spaziert am teilweise zugefrorenen Olympiasee im Olympiark entlang.
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Auch der Münchner Olympiasee ist schon teilweise zugefroren. Beim Betreten der Eisfläche sollte man aber vorsichtig sein.

Frost in der Nacht, Sonnenschein am Tag: Eine gefährliche Kombination für die Seen in und um München. Das Eis lockt schließlich gerade Kinder an - doch brechen sie ein, zählt jede Sekunde.

  • Die frostigen Nächte haben in und um München eine Eisfläche die Seen gezaubert.
  • Auch wenn der Schritt auf das Eis verlockend ist, sollte man ihn zuvor sorgfältig abwägen.
  • Denn wenn es knackt, ist es meist schon zu spät.

München - Was gibt es im Winter Schöneres für Kinder? Die Sonne scheint, die verschneite Landschaft funkelt, und zugefrorene Seen laden geradezu zum Rutschen und Toben ein. Doch die Feuerwehr München warnt derzeit eindringlich davor, vereiste Seen oder Weiher im Stadtgebiet zu betreten. Bei den Temperaturen sind die Eisflächen mehr als trügerisch und vielerorts noch keinesfalls ausreichend tragfähig.

Immer wieder werden die Einsatzkräfte an den milden Wintertagen alarmiert - und nicht selten handelt es sich bei diesen Einsätzen um lebensgefährliche Unfälle. Bricht die dünne Eisschicht, zählt schließlich jede Sekunde. Die Verunglückten können entweder ertrinken, erfrieren oder ersticken. „Im kalten Wasser kann sich ein Mensch in der Regel nur etwa drei Minuten über Wasser halten“, warnt die Feuerwehr München deshalb aktuell in einem Facebook-Post.

Olympiasee & Co.: Wer einbricht, hat nur wenige Minuten

Generell gilt: Wer eine Eisfläche betreten möchte, sollte vorher ihre Tragfähigkeit genau abschätzen. Mindestens 15 Zentimeter sollte die Eisschicht stark sein, bevor man sich darauf wagt. Zudem können Sonnenschein und Tauwetter die verführerischen Eisflächen schnell angreifen - Verfärbungen und dunkle Flecken im Eis könnten dann bereits andeuten, dass es viel zu dünn geworden ist, um es zu betreten. Besondere Vorsicht ist auch in der Nähe von Brückenpfeilern oder mit Schilf bewachsenen Uferstellen geboten, können sie das Eis doch leicht durchbrechen.

Fließendes Gewässer wie kleine Flüsse und Bäche sollten niemals betreten werden, warnt die Feuerwehr München eindringlich. Wer die Tipps der Einsatzkräfte liest, versteht schnell, dass es schon für Erwachsene nicht ohne ist, die Gefahren auf dem Eis richtig einzuschätzen. Gerade Kinder können dies also unmöglich selbst bewerkstelligen und sollten deshalb niemals alleine vereiste Gewässer betreten.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät zudem, Hunde in der Nähe von vereisten Gewässers lieber an die Leine zu nehmen. Ist der Vierbeiner einmal eingebrochen, ist das Herrchen ebenfalls viel zu schwer für die Eisfläche und kann ihn unmöglich selbst ohne professionelle Rettungskräfte herausholen.

Feuerwehr München: So verhält man sich im Ernstfall

Doch trotz allen Sicherheitshinweisen, wie verhält man sich im Ernstfall, wenn man beobachtet, dass jemand durch die Eisfläche bricht? Vor allem schnelles Handeln ist dann gefragt: An der Einbruchsstelle und um sie herum ist das Eis äußerst dünn, sodass man bei einem direkten Rettungsversuch vermutlich gleich selbst einbrechen würde. Deshalb rät die Feuerwehr dazu, sich im Falle des Falles eine möglichst große Auflagefläche zu suchen. Am sichersten nähert man sich der Einbruchsstelle dann im Liegen.

An vielen Münchner Gewässern stehen geeignete Rettungsgeräte wie Leitern oder Bretter für den Notfall bereit - am besten greift man dazu und verständigt gleichzeitig schon die Feuerwehr über den Notruf 112. Zudem sollte man andere Passanten auf den Unfall aufmerksam machen, sodass auch sie helfen können.

Video: Zugefrorene Seen in Bayern - Was tun, wenn das Eis bricht?

Wer sich im Liegen auf einer Leiter oder einem Brett der Unfallstelle nähert, sollte der eingebrochenen Person einen längeren Gegenstand reichen oder zuwerfen können. Als Beispiele schlägt die Münchner Feuerwehr robuste Kleidungsstücke, Stangen oder ein Abschleppseil vor. Der DLRG spricht bei den Gegenständen wie langen Ästen, einem Schal oder einer Leine vom Prinzip des „verlängerten Arms“. (cos)

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