Mann fordert mehr Platz für Nackerte

München - FKK-Freunde gegen Textilgriller: Wem gehört der Flaucher? Ein überzeugter FKKler hat jetzt beim Sendlinger Bezirksausschuss einen Antrag eingereicht. Worum es darin geht, lesen Sie hier:

Wenn die Tage wärmer werden, packt Hermann Zlöbl seine Tasche für die Isar: Handtuch, Sonnencreme, ein gutes Buch. Eine Badehose braucht der 72-Jährige nicht – der Moosacher ist überzeugter Nacktbader. „Ich gehe seit über 20 Jahren zum Flaucher. FKK ist eine Lebenseinstellung“, sagt er gegenüber Hallo München.

Doch die Freikörperkultur sieht der Münchner bedroht: Immer mehr „Textile“ würden sich auf der FKK-Insel nördlich des Flaucherstegs niederlassen und die Nackerten verdrängen. „Früher kamen mal vereinzelt Griller, heute sind es ganze Horden, die noch dazu oft ihren Müll hinterlassen“, sagt der FKK-Fan – dabei gebe es doch genügend andere Platzerl an der Isar für die Nicht-Nacktbadenden. „Hier auf der Insel wird der langjährige, wenn auch inoffizielle, FKK-Bereich mehr und mehr zweckentfremdet“, meint Zlöbl.

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Um den Bereich offiziell als FKK-Zone auszuweisen, hat der Moo­sacher jetzt beim Sendlinger Bezirksausschuss einen Antrag eingereicht: Schilder, die auf den Beginn eines öffentlichen FKK-Bereichs hinweisen, sollen von der Schinderbrücke bis zum ersten Treppenabgang links am Flauchersteg hinunter zur Halbinsel und an der Ostseite der Insel angebracht werden. Dort sei der Zugang von der gegenüberliegenden Halbinsel für „Textilgriller“ besonders leicht möglich, erklärt der Nacktbader.

Der Bezirksausschuss Sendling, in dessen Zuständigkeit der Flaucher liegt, unterstützt Zlöbls Forderung, Hinweisschilder aufzustellen – doch dazu müsste die Münchner Nacktbadeverordnung per Stadtratsbeschluss geändert werden. Daniela Schlegel vom Kreisverwaltungsreferat: „Das Nacktbaden wird an bestimmten Stellen im Stadtgebiet geduldet. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass Personen mit Badebekleidung dort nicht baden dürfen.“ Es sieht so aus, als ob Hermann Zlöbl und Gleichgesinnte den Flaucher weiter mit den „Textilen“ teilen müssen.

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Daniela Schmitt

Hier darf nackt gebadet werden:

Maria Einsiedel: Westliches Isarhochwasserbett ab 200 Meter südlich der Marienklause bis Südende Hinterbrühler See.

Brudermühlbrücke: Hochwasserbett Ostseite, 50 Meter südlich der Braunauer Eisenbahnbrücke und 100 Meter vor der Brudermühlbrücke.

Isarinsel Oberföhring: Ostufer der Isar, südlich begrenzt durch die Mittlere-Isar-Straße und 100 Meter vor der Fußgängerbrücke zum Englischen Garten, im Norden durch die Stadtgrenze.

Feldmochinger See: Badeplatz am Südwestende des Sees.

Schönfeldwiese: Fläche innerhalb des Ovals der Reitbahn hinter dem Haus der Kunst, deutlich begrenzt durch die Reitspur.

Unterföhring: Fläche der großen Bucht in der sogenannten Schwabinger Bucht im Norden des Englischen Gartens, südlich begrenzt durch die Sulzbrücke, nördlich durch den Alte-Heide-Steg, östlich und westlich durch den umlaufenden Gehweg.

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