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Viele Arbeiter waren beim Essen, als Fliegerbombe explodierte: Weitere Details aus München sickern durch

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Von: Nadja Hoffmann, Lucas Sauter-Orengo, Lukas Schierlinger

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Unweit der Donnersbergerbrücke ist am Mittwoch eine Fliegerbombe explodiert. Tags darauf gehen die Ermittlungen weiter. Alle News zum Vorfall in München.

Update vom 2. Dezember, 21.17 Uhr: Ein paar Meter trennten einen Bauarbeiter in München vom Tod. Bei der Explosion einer Weltkriegsbombe auf einer Baustelle wurde er schwer verletzt. „Alles um mich herum hat’s zerrissen. Überall lagen Trümmer und verbogene Eisenrohre. Ich hatte furchtbare Schmerzen in meinem Bein und sah gleich, dass es völlig zerfetzt war“, berichtet er gegenüber der tz.

Update 2. Dezember, 14.54 Uhr: Am Tag eins nach der schweren Explosion ist klar: Der Sprengstoff war von Stahl ummantelt, den es bei der Explosion zerfetzte. Die fatale Folge: Scharfkantige Splitter wurden mit bis zu 7000 Metern pro Sekunde durch die Luft geschleudert. „Man kann sich vorstellen, welche Sprengkraft diese Bombe hat“, sagt Robert Bastian (49). Der Chef des Polizei-Kommissariats 13 leitet die Ermittlungen. Er muss klären, warum die Abläufe auf der Baustelle nicht derart „sachgerecht durchgeführt“ wurden, wie es hätte sein müssen.

Glückliche Umstände bei heftiger Explosion in München: Viele Bauarbeiter aßen gerade zu Mittag

Im Verdacht steht menschliches Versagen. Denn: Solche Baustellen werden nach Blindgängern untersucht. Warum diese Bombe nicht lokalisiert worden ist, wird die zentrale Frage sein - deren Antwort auch die Staatsanwaltschaft München I interessiert (siehe unten).

Fliegerbombe in München
Nach der Detonation ist ein stattlicher Explosionskrater zu sehen. © Polizei München

Unklar bleibt weiterhin, wann die Bauarbeiten für die Stammstrecke 2 weitergehen können. Durch die Detonation entstand ein Schaden von rund fünf Millionen Euro. Allein drei Millionen Euro kostet das Baugerät, das auf den Blindgänger in etwa drei Meter Tiefe gestoßen ist. Glücklicher Umstand laut Bastian: Ein Teil der Bombe ist unterirdisch explodiert. Und viele Bauarbeiter aßen gerade zu Mittag, als das Unglück passierte.  

Update 2. Dezember, 12.11 Uhr: Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen am Ort der Explosion werden durch das Kommissariat 13 geführt. „Nach ersten Ermittlungen, insbesondere in engem Zusammenwirken mit Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts und des Kampfmittelräumdienstes kann festgestellt werden, dass es sich um eine amerikanische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg handelte“, informiert die Polizei in einer Pressemitteilung.

Fliegerbombe explodiert in München: „Verdacht der fahrlässigen Herbeiführung“

Die Bombe habe sich bei der Explosion in einer Tiefe von etwa zwei bis drei Metern befunden, ein Explosionskrater entstand. Eine Vielzahl von Bombentrümmern wurde bereits gefunden.

Im Laufe des Donnerstags sollen weitere Untersuchungen und Ermittlungen am Ereignisort - bezüglich der Ursache und „möglichen Verantwortlichkeiten“ - geführt werden. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft München I besteht der „Verdacht des fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“.

Explosion in München: Aufklärung gefordert - was wird aus der zweiten Stammstrecke?

Update 2. Dezember, 07.30 Uhr: Nach der Explosion einer Fliegerbombe auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in München rückt nun die Suche nach den Ursachen des Unglücks in den Mittelpunkt. „Selbstverständlich unterstützen wir die laufenden Ermittlungen und arbeiten eng mit den Behörden zusammen“, sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in München. Vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen könne man keine weiteren Angaben machen. Grundsätzlich lege die Bahn bei Bauarbeiten aber höchste Sicherheitsstandards an.

Interesse an einer Aufklärung hat auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und pochte bei einem Besuch an der Unglücksstelle am Mittwochnachmittag auf Untersuchungen. Ob sich das Projekt „Zweite Stammstrecke“ aufgrund des Vorfalls verzögern wird, ist noch unklar. Aktuell könne man noch keine Aussage dazu treffen, wie sich der Vorfall auf den weiteren Verlauf der Baumaßnahmen auswirken werde, heißt es.

Bei der Detonation der Bombe am Mittwoch an der Donnersberger Brücke waren vier Bauarbeiter verletzt worden. Einer von ihnen schwebte in Lebensgefahr, sein Zustand konnte jedoch nach einer mehrstündigen OP stabilisiert werden.

Explosion in München: „Es hätte mehrere Tote geben können“ - Experte sieht Gefahr noch nicht gebannt

Update 1. Dezember, 21.43 Uhr: Hätte alles noch viel schlimmer ausgehen können? Andreas Heil (63), Betriebsleiter des Kampfmittelräumdienstes Tauber in Bayern, spricht von einem im Rahmen glücklichen Ausgang der Fliegerbomben-Explosion. „Es hätte genauso gut mehrere Tote geben können“, so Heil gegenüber der Bild. Die Gefahr sei außerdem noch nicht ganz gebannt, da nicht auszuschließen sei, dass nicht der ganze Sprengstoff explodiert sei.

„Die meisten Bomben haben zwei Zünder – es könnte theoretisch sein, dass der zweite nicht detoniert ist und da noch Sprengstoff dran hängt“, so Heil weiter. Sowohl Heil als auch die Deutsche Bahn können sich den Unfall zum jetzigen Standpunkt noch nicht erklären. Die Ermittlungen gingen in alle Richtungen, um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Fliegerbomben-Explosion in München: Drama um Bauarbeiter - Aufräumarbeiten laufen

Update 1. Dezember, 21.14 Uhr: Der Polizei-Einsatz ist mittlerweile beendet, letzte Aufräumarbeiten finden noch statt.

Update 1. Dezember, 18.14 Uhr: Der schwerverletzte Bauarbeiter hätte beinahe mit dem Leben bezahlt. Nach Informationen von tz und Münchner Merkur schwebte der Mann kurze Zeit in Lebensgefahr - er wurde in einem Krankenhaus erfolgreich operiert.

Update 1. Dezember, 17.37 Uhr: Wie ein Sprecher gegenüber tz.de mitteilt, ist die Stammstrecke wieder in Betrieb, alle Züge kommen nach und nach wieder in Bewegung. Bis wieder Regelverkehr herrscht, wird es wohl noch etwas dauern. Aktuell fahren S1 und S2 noch nicht über die Stammstrecke, alle anderen Linien schon, Verspätungen und einzelne Ausfälle sind weiter nicht ausgeschlossen.

München: Explosion von Fliegerbombe - mehrere Verletzte

Update 1. Dezember, 17.34 Uhr: Neue Details rund um die Verletzten: Wie die Bild berichtet, rettete der Bagger einem Arbeiter wohl das Leben. Sein Kollege, der sich neben dem Fahrzeug befunden haben soll, verletzte sich hingegen schwer. Ferner heißt es, dass dem Arbeiter ein Teil des Beines amputiert werden musste. Zusätzlich wurden demnach ein weiterer Mitarbeiter, sowie ein Security-Mitarbeiter verletzt.

München: Fliegerbombe explodiert - offenbar zwei Schwerverletzte

Update 1. Dezember, 16.07 Uhr: Neue Details: Der Bayerische Rundfunk berichtet jetzt sogar von zwei Schwerverletzten. Dabei soll es sich dem Sender zufolge um einen Baggerfahrer und einen Bauarbeiter handeln. Der Bagger sei im Zuge der heftigen Detonation umgeworfen worden. Zwei Arbeiter seien demnach mit leichten Verletzungen davongekommen.

Update 1. Dezember, 15.23 Uhr: „Laut Aussage der Kampfmittelräumer sind keine weiteren Maßnahmen mehr nötig“, informiert die Feuerwehr via Twitter. Ihre Einsatzkräfte rücken deshalb nun nach und nach ab.

Update 1. Dezember, 15.12 Uhr: Der Bahnverkehr rollt wieder an. Inzwischen dürfe der Streckenabschnitt wieder befahren werden, teilte die Bahn mit. Es könne aber weiterhin zu Problemen und Verspätungen kommen. Die S-Bahn-Stammstrecke ist noch nicht wieder befahrbar, an einigen Gleisen finden noch Untersuchungen statt.

Fliegerbombe in München explodiert - Innenminister Herrmann: „Warum hat man das nicht vorher erkannt?“

Update 1. Dezember, 15.05 Uhr: Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erwartet nach der Explosion der Fliegerbombe umfassende Aufklärung (siehe Update 1. Dezember, 13.48 Uhr). Normalerweise werde auf solchen Baustellen vorab immer intensiv sondiert, wo noch Blindgänger versteckt liegen könnten, sagte er am Ort der Explosion. Er gehe davon aus, dass das auch auf dieser Baustelle der Deutschen Bahn geschehen sei. „Da muss jetzt ermittelt werden: Warum hat man diese Bombe vorher nicht erkannt?“

Ob die Arbeiten fortgesetzt werden können, kann Herrmann nicht sagen. Das hänge davon ab, was im Vorfeld untersucht worden sei. Das müsse nun im Einzelfall nachbereitet werden.

Update 1. Dezember, 14.47 Uhr: An der Donnersbergerbrücke finden zur Stunde noch Aufräumarbeiten statt. Vier Ferngleise wurden wieder für den Verkehr freigegeben, der Regionalverkehr läuft langsam wieder an. Die Stammstrecke bleibt jedoch weiterhin gesperrt. Vor Ort ermittelt ein Fachkommissariat der Münchner Polizei.

Während Großeinsatz in München: Mehrere S-Bahnen werden evakuiert

Update 1. Dezember, 14.22 Uhr: Vier Menschen seien im Zuge der Explosion verletzt worden, korrigiert die Feuerwehr die Zahl der Verletzten nun nach oben. Drei seien leicht und einer schwer verletzt worden, sagte Feuerwehrchef Wolfgang Schäuble. Im Zuge des Einsatzes hätten einige S-Bahnen evakuiert werden müssen.

Update 1. Dezember, 14.07 Uhr: Etwa 250 Kilogramm schwer war die Fliegerbombe, die am Mittwochmittag detoniert ist. Warum sie nicht vorab entdeckt worden war, soll nun eruiert werden. Zuletzt war es in der Landeshauptstadt immer wieder zu kontrollierten Sprengungen gekommen, etwa Mitte November nahe der Bayernkaserne.

Die Polizei informiert: „Aktuell sind im Bereich der Donnersbergerbrücke mehr als 40 Beamte im Einsatz, ebenso haben wir Unterstützung von zwei Hubschraubern.“

Update 1. Dezember, 13.48 Uhr: „Bei Bohrungsarbeiten auf einer Baustelle ist eine Fliegerbombe im Erdreich explodiert“, präzisiert die Feuerwehr nun. Dabei seien drei Personen verletzt worden, eine von ihnen schwer. Inzwischen ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Ich bedanke mich für die schnelle und kompetente Einsatzbewältigung“, erklärt Herrmann.

Er hoffe, dass der Zugverkehr innerhalb von ein bis zwei Stunden wieder aufgenommen werden könne. Mit Erleichterung habe er aufgenommen, „dass es sich hier nicht um einen Bombenanschlag handelt“. Kampfmittelexperten sollen nun die genauen Hintergründe des Vorfalls ermitteln.

Fliegerbombe in München explodiert: Polizei bestätigt Verdacht

Update 1. Dezember, 13.38 Uhr: Offenbar war tatsächlich eine Fliegerbombe ursächlich für den gewaltigen Knall an der Donnersbergerbrücke. Entsprechende Informationen hat die Polizei jetzt gegenüber tz.de bestätigt.

Update 1. Dezember, 13.29 Uhr: Bei der S-Bahn München wurde ein großflächiges Ersatzprogramm gestartet, die Stammstrecke ist gesperrt. Wie die Züge nun fahren, können Sie in unserer großen Übersicht nachvollziehen. Inzwischen erreichen unsere Redaktion auch Bilder, die die Rauchsäule nach der Verpuffung zeigen.

Rauchsäule in München
Ein Leserfoto zeigt eine Rauchsäule nach der Detonation an der Donnersbergerbrücke. © fkn

Update 1. Dezember, 13.21 Uhr: Welche Wucht die Detonation gehabt haben muss, schildert unser Reporter vor Ort. Bei Autos, die etwa 200 Meter entfernt standen, hat er zerborstene Scheiben beobachtet. Einer der verletzten Bauarbeiter habe schwere Verletzungen davongetragen, heißt es nun.

Schwerverletzter bei Explosion in München: Ursache zunächst unklar

Die genaue Ursache für die Verpuffung ist bislang unklar. Die Polizei erklärte, man habe bisher keine Hinweise auf eine Straftat.

Update 1. Dezember, 13.05 Uhr: Der gesamte Bahnverkehr rund um den Hauptbahnhof wurde eingestellt. Das betreffe sowohl den Nah- als auch den Fernverkehr, sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch. Wie lange die Züge nicht fahren, sei unklar.

Die Feuerwehr sprach in einer neuen Reaktion von einer „Verpuffung“ als Ursache. Der Einsatzort liegt nach Auskunft der Polizei in der Nähe der Bahngleise auf einer Baustelle. Drei Bauarbeiter seien verletzt worden. Nach Auskunft der Polizei hatte es in der Nähe der Donnersbergerbrücke einen lauten Knall gegeben, anschließend bildete sich eine Rauchsäule.

Großeinsatz in München: Explosion gemeldet

Erstmeldung:

München - „Aktuell läuft ein Einsatz im Bereich der Donnersbergerbrücke an einer Baustelle. Bitte umfahrt diesen Bereich weiträumig. Unsere Kolleginnen und Kollegen sind bereits vor Ort“, twittert die Polizei.

Großeinsatz in München
In München läuft derzeit ein Großeinsatz, zuvor war es laut Feuerwehr-Angaben zu einer „Explosion“ gekommen. © Sauter-Orengo

Vonseiten der Feuerwehr hieß es, eine Explosion sei gemeldet worden. Aktuell ist auch ein Hubschrauber in der Luft, wie unser Reporter vor Ort meldet. Zeugen hätten zuvor einen „lauten Knall“ vernommen. Auch via Twitter sammelten sich entsprechende Hinweise.

Explosion in München: Offenbar mehrere Verletzte

Womöglich sei eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert, hieß es nach zunächst unbestätigten Informationen. Gegen 12.10 Uhr habe sich eine Detonation ereignet.

Züge an der Donnersbergerbrücke werden aufgrund des laufenden Einsatzes zurückgehalten.

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