Jodel-Nutzer spotten

Es ist kein Scherz: Münchner entdeckt absurdes Angebot - „Stabile Routenführung, Flixbus“

Ein Flixbus ist auf der A9 umgekippt. Ein Mensch starb, dutzende sind schwer verletzt (Symbolbild).
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Die Fahrt von München nach Duisburg soll mit Flixbus über 24 Stunden dauern - ein Jodel-Nutzer machte auf die absurde Route aufmerksam (Symbolbild).

Von München nach Duisburg in 24,5 Stunden: Flixbus erntete mit einem absurden Angebot Spott in der Jodel-App. Eine Sprecherin erklärt, wie die Route zustande kommt.

München - Von München nach Duisburg braucht ein Autofahrer normalerweise zwischen sechs und sieben Stunden. Reisende, die einen Linienbus der Firma Flixbus wählen, kommen in der Regel nur wenig später ans Ziel. Allerdings nicht immer. Etwas mehr Geduld brauchen diejenigen Kunden, die im April fahren möchten: Satte 24,5 Stunden müssen Fahrgäste hier einrechnen. Und statt den gut 600 Kilometern, die zwischen den beiden Metropolen liegen, legt der Flixbus etwa 1400 Kilometer zurück, bis er ans Ziel kommt.

Auf die absurde Geschichte hinter den Fahrplänen von Europas größtem Fernbus-Anbieter ist jüngst ein Nutzer der Jodel-App gestoßen. Er fotografierte die Buchungsseite - und sorgte für reichlich Lacher im Internet. Denn: Nachdem der Bus um 8 Uhr morgens seine Haltestelle an der Münchner Hackerbrücke verlassen hat, wird er mitnichten in Richtung Duisburg einbiegen. Stattdessen rollen die Passagiere knappe sieben Stunden gen Süden - Mailand ist der praktische Knotenpunkt der Verbindung.

Flixbus von München nach Duisburg: „Kleiner Abstecher“ mit knapp zwei Stunden Aufenthalt in Mailand

Immerhin: Wenn die Reisenden um 14.45 Uhr tatsächlich planmäßig in der Modestadt ankommen, können sie knapp zwei Stunden die italienische Sonne genießen. Erst um 16.30 Uhr fährt ein der Anschluss-Bus nach Duisburg. Für die verbleibenden knapp 900 Kilometer braucht der Bus dank immerhin zehn Zwischenhalten noch etwa 16 Stunden - am nächsten Tag um 8.30 Uhr soll er planmäßig am zentralen Omnibusbahnhof in Duisburg ankommen.

Wie und ob die Mitfahrt überhaupt möglich ist - immerhin braucht man für die Einreise nach Italien einen triftigen Grund und ein negatives Testergebnis* - ist noch unklar. Auch ob eine internationale Routenführung der aktuellen Lage angemessen ist, müssen Passagiere selbst entscheiden. Sicher ist jedoch: Flixbus erntet eine Menge Spott für sein etwa 75 Euro teures Angebot.

„Steigst um 8 ein, bist um 8.30 Uhr da“, schreibt ein Nutzer mit einem Augenzwinkern. Sichtlich amüsiert betont ein anderer: „Aber hey, nur einmal umsteigen“, was in einem dritten Kommentar unterstrichen wird: „Kleiner Abstecher wird ja wohl noch drin sein dürfen, Mensch!“

Ein User der Jodel-App entdeckte eine „besondere“ Flixbus-Strecke zwischen München und Duisburg.

Flixbus-Sprecherin: Wiedereinstieg nach Corona-Pause mit nur 10 Prozent der Routen - „technischer Vorgang“

Hinter dem lustigen Thema stecke aber eine etwas ernsthaftere Thematik - „die Corona-Pandemie“, wie eine Sprecherin der FlixMobility auf tz.de-Nachfrage erklärte. Immerhin hatte sich der Fernbus- und Bahn-Anbieter in Deutschland bereits im November in die Corona-Pause verabschiedet - und insgesamt 400 innerdeutsche Ziele nicht mehr angefahren.

Am Donnerstag, 25. März, will der Betreiber seine Busse wieder auf Reisen schicken. „Zu Beginn aber in einem sehr sehr kleinen Netz“, erklärt die Sprecherin. Lediglich 40 Ziele seien zum Wiedereinstieg geplant - und eben so komme auch die Route über Mailand zustande.

„Das ist ein rein technischer Vorgang des Programms, das bei fehlenden Direktrouten Verbindungen aus internationalen Fahrten zusammenbastelt“, so die Sprecherin. Aktiv gewollt sei das nicht - und habe auch intern zu Verunsicherungen geführt. Möglicherweise wird das Programm künftig angepasst, konkrete Angaben machte die Sprecherin dazu aber nicht. Kürzlich gab der Fernbusbetreiber Flixbus an, in Bayern 23 Haltestellen zu streichen. Zuvor hatte das Unternehmen gegen die Entscheidung geklagt, Bahntickets künftig nur mit sieben Prozent zu besteuern. (nap) *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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