„aufdiefaust“ bei Instagram erfolgreich

Drei Läden, die jeder kennen sollte: Foodblogger gibt Einblick in Szene - und appelliert an Münchner

Foodblogger Fernando Gonzales
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Für seinen Instagram-Blog fahndet Fernando Gonzalez nach kulinarischen Köstlichkeiten in München.

Fernando Gonzalez schlemmt sich unaufhaltsam durch München. Im Interview verrät der „aufdiefaust“-Macher, wie er die gastronomische Situation in der Landeshauptstadt erlebt.

München - Aus einer „Schnapsidee“ wurde ein Foodblog, dem fast 14.000 User auf Instagram folgen. Seit vier Jahren versorgt „aufdiefaust“ Münchner mit interessanten Einblicken in die Gastro-Szene. „Kleine i-Tüpfelchen mit authentischem Konzept“ haben es Macher Fernando Gonzalez (29) besonders angetan. Der gebürtige Mexikaner lebt seit 21 Jahren in der Isar-Metropole* und erkundet aktuelle Foodtrends auch bei seinen Reisen ins Ausland. Im Interview spricht Gonzalez über sein Erfolgsrezept und verrät drei Läden, die jeder Münchner kennen sollte.

Aktuelle Foodtrends in München: „aufdiefaust“-Macher im Interview

Instagram-User, die Fotos ihrer Mahlzeiten hochladen, gibt es wie Sand am Meer. Wie verschafft man sich als Foodblogger ein Alleinstellungsmerkmal?

Fernando Gonzalez: Ich habe mir mit der Art, wie ich die Speisen präsentiere, tatsächlich einen ‘Signature Move‘‚ angeeignet. Auf etwa 80 Prozent der Fotos sieht man ja, wie das Essen auf der Hand bzw. der Faust liegt. Dazu kommt, dass ich sehr nah dran bin an der Szene, mit vielen Gastronomen befreundet. So bekommt man natürlich einiges mit.

Nicht jeder Laden bietet sich für einen „aufdiefaust“-Beitrag an ...

Mir liegt es sehr am Herzen, den kleinen i-Tüpfelchen mit authentischem Konzept eine Plattform zu geben. Wenn ich merke, dass da viel Herzblut drinsteckt, freut mich das einfach. Den hundertsten Sushi-Laden mit Trockeneis zu hypen, passt nicht zu mir – auch wenn es sicher nicht schlecht ist, was die Leute da machen.

Immer wieder werden Ihre Follower auch bei Auslandsreisen mit Food-Content versorgt. Wie geraten Sie an die Anlaufstellen?

Zumeist beginnt das mit einer ganz banalen Instagram-Umfrage: Wer kann mir Tipps für den jeweiligen Zielort geben? Dann ist es oft so, dass Freunde von mir erst kürzlich in der betreffenden Stadt gewesen sind. Inspiration hole ich mir auch durch Empfehlungen aus Büchern. Das ist dann schon eine ganz klassische Recherche.

„Es geht auch hier, man muss sich nur trauen“

Wie erleben Sie die gastronomische Entwicklung in München aktuell?

Die Stadt bewegt sich, da passiert gerade sehr viel. Kleine Lokale mit authentischer Küche zeigen: Es geht auch hier, man muss sich nur trauen. Innerhalb der Szene gibt es viel Zusammenhalt.

Welche Hürden bleiben?

Natürlich sind da in erster Linie die Mietpreise zu nennen. Für viele Betreiber ist das nicht einfach. Sie gehen eher auf Nummer sicher, um sich über Wasser halten zu können – anstatt vielleicht ein Konzept umzusetzen, das etwas gewagter ist.

Wie können Münchner, gerade zu Corona*-Zeiten, die örtliche Gastronomie ankurbeln?

Mein Appell: Unterstützt die kleinen Läden! Es schadet nicht, auch einmal gute Rezensionen zu hinterlassen. So kann man den Imbiss an der Ecke auf ganz einfache Art und Weise supporten. Viele neigen ja dazu, Bewertungen nur abzugeben, nachdem sie etwas Negatives erlebt haben.

München: Foodblogger verrät drei Gastro-Projekte, die jeder kennen sollte

Drei Läden, die jeder Münchner kennen muss: Auf welche würden Sie sich festlegen?

Ich empfehle auf alle Fälle einen Besuch bei Caspar Plautz am Viktualienmarkt. Vor allem mittwochs, wenn dort die KdW („Kartoffel der Woche“) präsentiert wird.

Dann kommt mir noch das Royal Healthy Slices in den Sinn. Das ist ein griechisch-georgischer Fensterverkauf am Hohenzollernplatz. Den betreibt eine Familie, die Gastfreundschaft ganz groß schreibt und unfassbar gute Speisen serviert.

Zu guter Letzt das Café Schmalznudel: Es können noch so viele Donut-Läden aufmachen, eine simple Schmalznudel wird den Münchnern immer munden. (Interview: Lukas Schierlinger) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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