Geschäft für mehr Nachhaltigkeit

Supermarkt-Projekt in München: Wer hier einkaufen will, muss vorher dafür etwas tun

Mitgründerin Kirsten Mansmann steht vor dem neuen Foodhub-Supermarkt in München-Obergiesing
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Mitgründerin Kirsten Mansmann steht vor dem neuen Foodhub-Supermarkt in München-Obergiesing.

Regionale Lebensmittel, unter fairen Bedingungen hergestellt und für vernünftige Preise: Diese Voraussetzungen vereint das Supermarkt-Konzept Foodhub - nun auch in München.

München - Wenn globale Lieferketten unterbrochen werden und stillstehen, gibt es Probleme. Das gilt sowohl für die jeweilige Branche als auch Verbraucher, welche die Ware kaufen möchten. Im Lebensmittelsektor ist das besonders kritisch - kommt hier noch die drohende Verderblichkeit hinzu, wenn etwas nicht termingerecht am Zielort ist.

Daher hat nicht zuletzt auch die Corona-Pandemie in vielen Menschen das Bedürfnis geweckt, vermehrt auf regionale Erzeugnisse zurückzugreifen. So erfreuen sich viele Münchner an Lebensmitteln vom Viktualienmarkt, statt in Supermärkten Waren von weiter her zu kaufen. Dass Kunden anspruchsvoller geworden sind, haben längst auch Unternehmen wie Aldi erkannt.

München bekommt eigenen Foodhub-Supermarkt - Genossenschaftsprinzip

In München* kommt nun erstmals ein Supermarkt-Konzept zum Einsatz, das aus ähnlichen Motiven für viele Bürger attraktiv ist: Foodhub. Genossenschaftliche Mitmach-Supermärkte gibt es bereits in den Metropolen Paris und New York, wo sie sich einem regen Zulauf erfreuen. In der US-Metropole wurde das Konzept bereits in den Siebziger-Jahren ins Leben gerufen - derzeit sind angeblich rund 17.000 Personen registriert.

Mit dem lobenswerten Projekt sind bestimmte Auflagen verbunden: Die müssen erfüllt werden, denn nicht jeder Bürger kann willkürlich einkaufen. Stattdessen ist dies lediglich Mitgliedern vorbehalten, die Anteile am Supermarkt in Höhe von 180 Euro erwerben. Eine kleine Jahresgebühr von 10 Euro wird zudem fällig, außerdem leistet jedes Mitglied drei Arbeitsstunden pro Monat, ergänzt mit festangestellten Arbeitskräften. Die Teilnehmer dürften diese Voraussetzungen jedoch gerne in Kauf nehmen.

München: Mitmach-Supermarkt Foodhub sucht noch Mitglieder - Es gibt Bedingungen

Das Sortiment des Mitmach-Supermarktes entspricht dem eines herkömmlichen Anbieters. Der Verkaufspreis errechnet sich nach einem einfachen Prinzip, wie Kirsten Mansmann kürzlich gegenüber unserer Zeitung erklärte: „In herkömmlichen Lebensmittelmärkten haben hochwertige Produkte wie Biofleisch oder -obst oftmals einen Aufschlag von 100 Prozent. Wir haben einen pauschalen Aufschlag von 30 Prozent“, lässt die Mitgründerin wissen und meint damit das Verhältnis gegenüber dem Einkaufspreis. Die Preise für bestimmte Gemüsesorten liegen aktuell übrigens so hoch wie lange nicht.

Im Gegensatz dazu kosten industriell hergestellte Erzeugnisse wie Mehl oder Konserven im Foodhub-Supermarkt (Deisenhofener Straße 40 in Obergiesing) etwas mehr, als bei anderen Händlern üblich. Insgesamt sei das Einkaufen von Nahrungsmitteln günstiger als woanders, um ca. 15 - 20 Prozent, führt Mansmann aus. Im Januar 2021 wurde die Genossenschaft Foodhub in München gegründet - weitere Mitglieder sind herzlich willkommen. Damit das Konzept aufgeht, sind den Kalkulationen nach 800 Personen nötig, die Hälfte davon hat man bereits.

Zwei wesentliche Punkte treiben die Genossenschaftler an: der Preis und das Gefühl, Gutes zu tun. „Das Schöne ist, dass wir wissen, wo kommen die Sachen her, man hat einen ganz anderen Bezug dazu“, lässt Projektteilnehmerin Britta Bertsch gegenüber tagesschau.de wissen. Wer Feuer gefangen hat und mitmachen möchte: alle Weitere Infos gibt es unter www.foodhub-muenchen.de

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