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Wohnen auf Münchens ältestem Bauernhof: Sanierter Derzbachhof fast fertig - es gibt auch Kritik

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Von: Claudia Schuri

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So sieht es nach der Renovierung aus: Bei der Fassade des Derzbachhofs versteckt sich die Verglasung hinter Lamellen aus Lärchenholz. Nach dem gleichen Prinzip ist auch der Neubau gestaltet.
So sieht es nach der Renovierung aus: Bei der Fassade des Derzbachhofs versteckt sich die Verglasung hinter Lamellen aus Lärchenholz. Nach dem gleichen Prinzip ist auch der Neubau gestaltet. © Darcstudio für Euroboden

In den Derzbachhof in Forstenried kehrt wieder Leben ein. Jahrelang stand das über 270 Jahre alte Gebäude leer – jetzt ist auf dem Areal ein neues Wohnprojekt entstanden.

München - Er gilt als Münchens ältester Bauernhof: Der Derzbachhof wurde 1751 erbaut und ist Teil des denkmalgeschützten Ensembles des Fürstenrieder Dorfkerns. In rund zweieinhalb Jahren hat der Investor Euroboden das marode Gebäude saniert und um einen Neubau erweitert. Inzwischen sind die meisten Arbeiten fertig, die ersten Wohnungen werden im Juni übergeben. Im Neubau entstehen 17 Wohnungen, bis auf eine rund 93 Quadratmeter große Dachwohnung für rund 1,2 Millionen Euro sind bereits alle verkauft. Hinzu kommen vier Mietwohnungen im ehemaligen Stall. Die neuen Hofbewohner teilen sich Gemeinschaftsräume im alten Bauernhof und einen Gemeinschaftsgarten.

21 Wohnungen entstehen auf dem Hof-Areal. Die Visualisierung zeigt, wie sie aussehen könnten.
21 Wohnungen entstehen auf dem Hof-Areal. Die Visualisierung zeigt, wie sie aussehen könnten. © Darcstudio für Euroboden

Für den Investor ist der neue Derzbachhof „eine kreative Synthese aus Denkmalschutz, modernem Wohnanspruch und Wärmeschutz“. Im ehemaligen Stadel versteckt sich die Verglasung des Obergeschosses hinter Holzlamellen, um das Bild der historischen Bretterschalung zu erhalten und zugleich Tageslicht in die neuen Wohnungen zu bekommen.

Der Dachstuhl der Tenne ist inzwischen saniert.
Der Dachstuhl der Tenne ist inzwischen saniert. © Euroboden/Thomas Weinberger

Bauernhof in München-Forstenried: Besondere Schindeln aus unbehandeltem Zedernholz

Der Neubau wurde ebenfalls nach diesem Prinzip verkleidet. Eine Besonderheit sind außerdem die Schindeln aus unbehandeltem Zedernholz auf dem Dach des Altbaus. Für die Sanierung gab es im April den Otto Borst Preis für Stadterneuerung 2022.

Kritisch sieht dagegen die Initiative Dorfkernensemble Forstenried das Projekt. „Der Neubau ist viel zu massiv und es ist zu viel von der historischen Bausubstanz verloren gegangen“, beklagt Claudia Kaiser. Zudem seien mehrere Objekte wie zum Beispiel das Klohäusl, ein historischer Keller oder die Kornkammer verschwunden. Die Initiative hätte sich eine andere Nutzung, zum Beispiel als Museum, gewünscht.

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