„Schon ziemlich einmalig“

Nach jahrelangen Bauarbeiten: Münchner Wahrzeichen zeigt sich endlich wieder in ganzer Pracht

Die Skyline der Landeshauptstadt München unter blauem Himmel.
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Die Skyline der Landeshauptstadt München mit dem Alten Peter (l-r), dem Rathaus und der Frauenkirche.

Elf Jahre lang war ein Teil eines Münchner Wahrzeichen wegen Bauarbeiten verhüllt und von Gerüsten umstellt. Nun hat der Abbau der Gerätschaften begonnen.

  • Ein Wahrzeichen der Stadt München war lange Zeit nicht in voller Pracht zu sehen.
  • Wegen Bauarbeiten war ein Teil elf Jahre lang verhüllt.
  • Damit ist nun bald Schluss.

München - Kaum jemand geht durch die Münchner Innenstadt*, ohne einen Blick nach oben zu werfen: In luftigen Höhen thronen die erhabenen Türme der Frauenkirche. Aber einen Wermutstropfen gab es da in den vergangenen Jahren: Der „Dom zu Unserer Lieben Frau“, wie die Kirche offiziell heißt, war immer mit Gerüsten verhüllt - bis jetzt! Denn am Montag hat der Abbau begonnen – und in knapp zwei Wochen soll der Dom dann komplett ausgepackt sein. Zum ersten Mal seit 2009!

„Für mich wird der erste Blick auf den Dom ohne Gerüst etwas ganz Besonderes sein“, sagt Peter Veth, Baukoordinator am Dom. Seit 44 Jahren ist der 57-Jährige der Münchner Frauenkirche eng verbunden. „Endlich ein Turm ohne Gerüst - das ist schon ziemlich einmalig.“

München: Frauenkirche unverhüllt - Anfang September werden die letzten Baustellen-Reste entfernt

Die oberste Gerüstlage ist bereits unten, Münchens „liebe Frau“ reckt das Köpfchen aus der Stahlkonstruktion. Planmäßig soll in einer Woche das Gerüst am Südturm verschwunden sein, ab 1. September dann auch die letzten Reste der Baustelle.

Der Dom und das Gerüst - sie gehörten in den vergangenen elf Jahren zusammen. Peter Veth war der Anblick so vertraut, dass er bei Filmszenen aus München immer an der Stahlkonstruktion erkennen konnte, wann die jeweiligen Aufnahmen entstanden sind.

Dieser Anblick hat bald ein Ende: Die Gerüste rund um die Türme der Frauenkirche werden abgebaut.

Frauenkirche in München unverhüllt: Steine aus dem Mittelalter wurden durch exakte Ebenbilder ersetzt

In den elf Jahren wurde so einiges am Dom gearbeitet. Die alte Fassade wurde saniert. Das Mauerwerk war in Teilen feucht und musste ausgeglichen werden, einzelne Steine wurde ersetzt. Ganz schön knifflig, immerhin mussten diese so hergestellt werden wie ihre Pendants aus dem Mittelalter - und gleichzeitig müssen sie Wind und Wetter trotzen.

Die Arbeiten sind vollbracht, und ab Anfang September soll auch das Hauptportal wieder offen sein. Bisher ragt nur die Spitze der majestätischen Holztür über den Bauzaun, bald lädt sie wieder Besucher, Interessierte und Gläubige ein. Ein weiteres Schmankerl: Der Südturm soll wieder für Besucher geöffnet werden - sobald die Corona-Maßnahmen das erlauben.

Wer jetzt Sorge hat, dass der Anblick nur ein kurzes Vergnügen sein könnte, kann beruhigt durchatmen, denn: Erst einmal ist kein neues Gerüst geplant. „Natürlich fallen bei so einem Bau immer wieder Arbeiten an“, sagt Veth. „Aber die Türme bleiben in den nächsten Jahren ohne Gerüst - endlich!“ (Lisa Birnbeck) *tz.de ist Teil des Ippen-Netzwerks.

Der FC Bayern* plant ein Mega-Projekt in der Innenstadt mit Blick auf die Frauenkirche. Trotz der Wiesn-Absage arbeiten die Wirte bereits an einem Ersatz-Event.

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