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Aussicht über München: Südturm der Frauenkirche öffnet wieder für Besucher - nach zehn Jahren Pause

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Von: Claudia Schuri

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Frauenkirche: Die Sicht auf Sehenswürdigkeiten wie das neue Rathaus (l.) und den Alten Peter (r.) ist beeindruckend.
Imposante Aussicht auf Sehenswürdigkeiten wie das neue Rathaus (l.) und den Alten Peter (r.) ist beeindruckend. © Jens Hartmann

Zehn Jahre mussten sich die Münchner gedulden, jetzt ist es endlich so weit: Der Südturm der Frauenkirche ist wieder geöffnet. Besucher erwartet ein imposanter Blick über die Stadt.

München – Anton Adner musste sich für den spektakulären Ausblick noch 486 Stufen nach oben schleppen – im stolzen Alter von 114 Jahren. Am 9. April 1819 soll der rüstige Greis, laut der Beschreibung von König Max I. Joseph „klein und mager von Gestalt, aber noch frisch und froh“, den Münchner Domturm im April 1819 ohne fremde Hilfe zu Fuß erklommen haben.

Nach zehn Jahren Renovierungszeit kann der Südturm (rechts) des Liebfrauendoms wieder besichtigt werden.
Nach zehn Jahren Renovierungszeit kann der Südturm (rechts) des Liebfrauendoms wieder besichtigt werden. © Jens Hartmann

München: Südturm der Frauenkirche endlich wieder begehbar

Jetzt können es ihm endlich wieder alle Münchner gleichtun: Nach einer zehnjährigen Schließung mit Renovierung kann der Südturm ab sofort wieder besucht werden. Zunächst geht es 86 Stufen über eine schmale Wendeltreppe auf eine Zwischenebene, wo die Besucher Interessantes zur Geschichte des Domes erfahren – von der Grundsteinlegung im Jahr 1250 bis zur Kathedralerhebung und der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Auch Anekdoten wie Adners Turmbesteigung werden auf Bildschirmen erzählt.

Aus 16 Fenstern gibt es in der Turmstube einen Rundum-Blick auf die Stadt und das Umland.
Aus 16 Fenstern gibt es in der Turmstube einen Rundum-Blick auf die Stadt und das Umland. © Jens Hartmann

Dem Himmel so nah und auch dem Nordturm der Frauenkirche

Nirgends ist man auch dem Nordturm so nah: Wer den Südturm besucht, bekommt auch einen besonders detailreichen Blick auf die Kuppel des zweiten Domturms geboten.
Nirgends ist man auch dem Nordturm so nah: Wer den Südturm besucht, bekommt auch einen besonders detailreichen Blick auf die Kuppel des zweiten Domturms geboten. © Jens Hartmann

Höhepunkt in der Münchner Altstadt - einzigartige Aussicht von Frauenkirche

Weiter führt ein Aufzug hinauf zur Turmstube – auf 86 Metern Höhe. Dort gibt es 16 Fenster mit einer einzigartigen Aussicht auf die Stadt München und das Umland. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis in die Alpen. Auch der benachbarte Nordturm des Doms ist von oben besonders gut zu sehen. Acht Monitore mit Touchscreen bieten zudem Infos zu wichtigen Gebäuden.

Begeistert von der Aussicht ist auch Dompfarrer Monsignore Klaus Peter Franzl.
Begeistert von der Aussicht ist auch Dompfarrer Monsignore Klaus Peter Franzl. © Jens Hartmann

Nicht nur für Touristen, auch für Einheimische lohnt sich die Turmbesteigung, wie Dompfarrer Monsignore Klaus Peter Franzl betont: „Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Münchner einen neuen Blick auf die Stadt bekommen“, sagt er. Monsignore Franzl kennt auch viele spannende Geschichten über die Münchner Frauenkirche.

Passend dazu steht das neue Besucher- und Medienkonzept des Doms unter dem biblischen Motto „Du wirst ein weites Land sehen“. Monsignore Franzl hofft, dass die Begeisterung für den Turm auch darauf neugierig macht, das Innere des Doms – ein historischer und spiritueller Ort – zu erkunden. „Wer sich darauf einlässt, kann ein stückweit auch sich selbst entdecken“, sagt er und verspricht: „Wir wollen eine offene Kirche für alle sein.“ 1500 bis 2000 Besucher kommen an guten Tagen in den Dom. Die Verantwortlichen schätzen, dass 800 bis 1000 auf den Turm wollen, um den imposanten Blick vom höchsten Punkt der Münchner Innenstadt zu genießen.

Münchens berühmtestes Wahrzeichen sorgte vor Monaten für Kopfzerbrechen. Die Münchner rätselten zuletzt über erhellte Fenster im Turmstüberl der Münchner Frauenkirche.  

Frauenkirche in München: Die Öffnungszeiten für den Südturm

Der Südturm ist werktags ab 10 und an Sonn- und Feiertagen ab 11.30 Uhr begehbar. Der letzte Aufstieg ist um 16.30 Uhr. Tickets gibt es im Domshop. Erwachsene zahlen 7,50 Euro, Kinder und Jugendliche (7 bis 16 Jahre) 5,50 Euro. Für jüngere Kinder ist der Eintritt frei. Eine Familienkarte kostet 21 Euro. Weitere Infos unter www.muenchner-dom.de.

Weitere Münchner Aussichtspunkte: Alter Peter, Rathausturm und Olympiaturm

306 Stufen müssen Besucher schaffen, wenn sie auf die Aussichtsplattform des Alten Peters (56 Meter) gelangen wollen - von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf den Dom. Geöffnet ist täglich von 12 bis 16.30 Uhr, Erwachsene zahlen fünf Euro. Mit dem Aufzug geht es auf den Turm des Rathauses (etwa 50 Meter). Tickets mit festen Zeitfenstern gibt’s im Internet unter muenchen.travel oder an der Tourist Information (Erwachsene: sechs Euro). Ein Erlebnis ist eine Besichtigung des Olympiaturms. Aktuell ist Münchens höchstes Gebäude (Aussichtsplattform auf 185 Metern) von 10 bis 20 Uhr offen, ab 1. April dann von 9 bis 22 Uhr. Erwachsene zahlen elf Euro. Hier finden Sie die Top zehn Sehenswürdigkeiten in München*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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