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Daten-Chaos nach Cyber-Angriff: Caritas muss Medikation neu ermitteln – Lösegeld gefordert

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Von: Carmen Krippl

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Das Logo der Caritas in München.
Die Caritas in München. © Alexander Pohl IMAGO / ZUMA Press

Der Cyber-Angriff auf die Caritas in München und Freising hat erhebliche Folgen hinterlassen. Mitarbeiter müssen nun die Medikation der Senioren komplett neu überprüfen.

Rosenheim/München – Nach dem Cyber-Angriff auf die Caritas der Erzdiözese München und Freising wird die Dimension des Schadens sichtbar. Die Mitarbeiter sollen informiert worden sein, dass sie sich auf mindestens vier Wochen analoges Arbeiten einstellen müssen. Für den Arbeitsalltag hat das gravierende Folgen, zum Beispiel in den Seniorenheimen.

Aktuell werden dort alle Daten überprüft, die die Medikation der Bewohner betreffen. Die Mitarbeiter müssen dafür Apotheken und Hausärzte abtelefonieren. Die lebenswichtigen Angaben liegen zwar auch als Papierakten vor, doch man wolle sichergehen, dass diese Unterlagen aktuell sind, erklärt Sprecherin Bettina Bäumlisberger.

Video: Hilfsorganisation Caritas empfängt Flüchtlinge aus der Ukraine am Münchner Hauptbahnhof

Caritas: Daten-Chaos nach Cyber-Angriff in München und Freising

Auch alle Anträge und Formulare müssen nun erst mal per Hand ausgefüllt werden. Das kostet viel Zeit. Außerdem funktionieren sämtliche Mail-Konten der Mitarbeiter nicht. Anfragen können deshalb gerade nicht bearbeitet werden. Die Caritas versucht, sich mit Faxen und Telefonaten zu behelfen.

Dass etwas nicht stimmt, war einem Caritas-Mitarbeiter am Samstag aufgefallen. Noch am Sonntag setzte der Verband einen Krisenstab ein und informierte die Polizei auf den Angriff auf die digitale Infrastruktur. Auf die mehr als 100 Caritas-Server war eine Schadsoftware gespielt worden, Dateien wurden verschlüsselt. Außerdem hinterließen der oder die Täter eine Nachricht, sie forderten für die Entschlüsselung der Daten ein Lösegeld in einer Kryptowährung. In einem neuen Projekt in Garmisch-Partenkirchen plant die Caritas unterdessen, ein großes Pflegezentrum zu betreiben.

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