Polizei rät zur Vorsicht

Tödliche Verwechslung: Selbstgemachte Soße kostet Mann das Leben - ein wenig „hat schon gereicht“

Mann erntet Bärlauch.
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Der Bärlauch hat einen gefährlichen Doppelgänger.

Ein Mann ist an den Folgen einer Vergiftung in München gestorben. Zuvor hatte der Freisinger die tödliche Pflanze selbst gesammelt.

Freising/München - Beim Pflanzen-Sammeln in der Wildnis ist Vorsicht geboten: Egal ob bei Pilzen, Beeren oder Kräutern. Denn die Gefahr einer Verwechslung ist groß - und kann einen im schlimmsten Fall das Leben kosten. So erging es einem Mann aus dem Landkreis Freising. Der 48-Jährige hatte sich Ende April aufgemacht, um Bärlauch zu sammeln und schließlich zu essen.

Laut der Münchner Kriminalpolizei habe er von der selbst gemachten Bärlauch-Soße nur ein paar Löffel gegessen, da sie ungewöhnlich bitter schmeckte. Aber: „Das hat schon gereicht“, so ein Polizeisprecher laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Da es dem Mann daraufhin immer schlechter und schlechter ging, kam er schließlich in ein Münchner Krankenhaus. Dort starb der Freisinger vergangenen Sonntag (3. Mai) an der Vergiftung.

Polizei vermutet: Freisinger hat wohl Herbstzeitlose mit Bärlauch verwechselt

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen. Nun soll ein toxikologisches Gutachten zeigen, was der Freisinger tatsächlich zu sich genommen hat. Aber die Beamten haben bereits einen Verdacht. Sie vermuten, dass es sich bei dem wild gesammelten Bärlauch tatsächlich eher um die Pflanze Herbstzeitlose handelte.

Diese Pflanze sieht nicht nur fast identisch wie Bärlauch aus, sondern ist obendrein hochgiftig für Menschen, wegen des enthaltenen Stoffes Colchicin. Die Polizei rät daher zu genereller Vorsicht beim Sammeln und vor allem beim Verzehr von selbst gepflückten Pflanzen oder Sträuchern. Es solle genau überprüft werden, um was für eine Art von Pflanze es sich nach dem Sammeln tatsächlich handelt. Auch bei einer Zucchini besteht die Gefahr einer Vergiftung.

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