Erzieher greifen zur letzten Maßnahme

Am Freitag ist jede zweite städtische Kita dicht

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2.700 Erzieherinnen und 1.500 Pflegerinnen der Stadt sind zum Streik aufgerufen.

München - Schlecht für viele Eltern, gut für die Erzieherinnen – und darum eigentlich wieder gut für Eltern und Kinder: Am Freitag will die Gewerkschaft Verdi mindestens die Hälfte der 450 städtischen Krippen, Kindergärten, Horte und Tagesheime lahmlegen!

 „Wir rechnen damit, dass sich rund 1000 Beschäftigte am Streik beteiligen“, sagt der Münchner Verdi-Chef Heinrich Birner der tz. Sie fordern eine Aufwertung ihrer Berufe und unterm Strich rund zehn Prozent mehr Gehalt.

Was müssen die Eltern beachten? „Ich empfehle, direkt in der Einrichtung nachzufragen, ob sie am Freitag offen oder geschlossen ist. Das ist die sicherste und zuverlässigste Informationsquelle“, sagt Birner. Die Stadt weist darauf hin, dass die Eltern gegebenenfalls selbst eine Betruung für die Kleinen organisieren müssen. „Den Eltern wird empfohlen, sich zusammenzutun, um abwechselnd die Kinder zu betreuen“, erklärt das Bildungsreferat. „In Notfällen bemüht sich die Einrichtungsleitung, eine Notbetreuung in anderen städtischen Kita anzubieten.“

Zum Streik aufgerufen sind alle Beschäftigten in Sozial- und Erziehungsberufen der Stadt – neben dem Personal in Kitas unter Umständen auch das in Sozialbürgerhäusern, Beratungsstellen, Jugendamt und Heimen. Die Kollegen streiken für eine höhere Eingruppierung in den Tarifvertrag. Bislang starten Erzieherinnen laut Verdi in Gruppe S6 mit einem Grundgehalt von 2366,68 Euro brutto im Monat und Kinderpflegerinnen in S3 bei 2043,35 Euro. OB Dieter Reiter (SPD) hat den Erzieherinnen zudem einen Zuschlag von 200 Euro verschafft.

Insgesamt soll für die Beschäftigten zehn Prozent mehr herausspringen. „Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Kitas sind längst keine „Aufbewahrstationen“ mehr“, sagt Verdi-Chef Birner. „Sie haben einen Auftrag in frühkindlicher Bildung.“ Die erste Verhandlungsrunde am 25. Februar war mit einem Bekenntnis der Arbeitgeber geendet – nicht aber mit einem Angebot. Am 23. März gehen die Verhandlungen weiter. Nicht zum Streik aufgerufen sind die Kitas der Wohlfahrtsverbände, Kirchen und freien Träger.

David Costanzo

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