1. tz
  2. München
  3. Stadt

Münchens Fußwege sollen breiter werden: 240 Freischankflächen droht das Aus

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sascha Karowski

Kommentare

Freischankflächen, wie beim Goldig am Platzl, sind bedroht, weil die Stadt die Gehwege breiter machen will.
Freischankflächen, wie beim Goldig am Platzl, sind bedroht, weil die Stadt die Gehwege breiter machen will. © Achim Frank Schmidt

Die Stadt will Fußwege von 1,60 Meter auf mindestens 1,80 Meter verbreitern. Problem: Für 240 Freischankflächen fehlt dann der Platz. 

München - Fußgänger sollen in München mehr Platz bekommen. Wege sollen deutlich breiter werden, derzeit liegen viele bei 1,60 Meter oder noch darunter. Künftig sollen sie mindestens 1,80 Meter messen. Der Mobilitätsausschuss hat dem neuen Fußgängerkonzept zwar am Mittwoch (14. Dezember) zugestimmt. Der Kreisverwaltungsausschuss wird das Thema aber noch mal behandeln müssen, da die CSU noch Klärungsbedarf hat.

Fußwege in München sollen breiter werden: CSU sieht Konflikt zwischen Gehwegen und Freischankflächen

Denn wenn Fußwege überall breiter würden, sind laut Fraktion 240 Freischankflächen in der Stadt gefährdet. Das geht so nicht, sagt CSU-Stadträtin Veronika Mirlach. „Wir freuen uns über die großen Verbesserungen für Fußgänger. Münchens Gehwege werden dank des heutigen Beschlusses sicherer und barrierefreier. Aber: Es bleibt ein Konflikt zwischen breiteren Gehwegen und Freischankflächen bestehen.“

Der Verlust hunderter Freischankflächen sei keinesfalls akzeptabel. Jeder Einzelfall müsse geprüft werden. „Es muss im Stadtrat eine Balance zwischen allen Interessen gefunden werden. Wichtig ist ein harmonisches Miteinander auf Münchens Gehwegen.“

Das bestreitet Grünen-Stadträtin Gudrun Lux auch überhaupt nicht. „Wo Freischankflächen ganz unmöglich würden, müssen wir die Interessen von Gastronomie und Fußgängern in einen guten Ausgleich bringen - beispielsweise durch eine Verbreiterung des gesamten Gehwegs oder die Ermöglichung von Schanigärten über einen längeren Zeitraum des Jahres.“

Fußwege in München sollen breiter werden: SPD und Grüne wollen im Einzelfall Lösungen finden

Die Stadt habe sich verpflichtet, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen, sagt SPD-Stadtrat Andreas Schuster. Diese sieht Durchgangsbreiten auf Gehwegen von mindestens 1,80 Meter vor. An 240 Freischankflächen sei die Restbreite zu gering. „Das bedeutet aber nicht, dass Freischankflächen bedroht sind. Gemeinsam mit den Behindertenverbänden und der Gastronomie vor Ort werden wir in jedem Einzelfall Lösungen finden.“

In manchen Fällen könnte auch schon passendes Mobiliar helfen. Klar sei, dass die Stadt mit breiteren Gehwegen allen Menschen eine Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen und dafür Barrieren abbauen möchte. Lux: „Fußwege sind nicht nur Durchgänge, sie sind auch Begegnungsorte. Insbesondere für Kinder und Familien, für Senioren, die zum Beispiel mit einem Rollator unterwegs sind, und für Menschen mit Behinderung sind ausreichend breite Fußwege wichtig, um am öffentlichen Leben gut teilhaben zu können.“

Auch interessant

Kommentare