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Aufruhr im Herzen von München – am Rande des G7-Gipfels: Protestler stürmen Gebäude von Finanz-Gigant

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Rauchschwaden und Ansprache: Demonstranten der Protestgruppe Extinction Rebellion
Rauchschwaden und Ansprache: Demonstranten der Protestgruppe Extinction Rebellion. © FKN

Wirbel am Rande des G7-Gipfels in München: Im Zentrum der Stadt machen Aktivisten auf die Machenschaften des größten Finanzdienstleisters BlackRock aufmerksam.

München - Am Dienstag findet der dritte und letzte Tag des G7-Gipfels in Elmau statt. Abseits der politischen Debatte finden diverse Protestaktionen in der Region Garmisch statt, aber auch in München. Der aufsehenerregendste Fall ereignete sich vergangen Woche, als acht Polizeiautos abgebrannt wurden.

Am Dienstagmorgen (28. Juni) nun sind Aktivisten in der Münchner Altstadt gegen ausufernden Kapitalismus auf die Straße gegangen und haben dabei den größten Finanzdienstleister der Welt ins Visier genommen: BlackRock. Mehrere Klimaaktivisten haben in der bayerischen Landeshauptstadt gegen den amerikanischen Vermögensverwalter protestiert.

München: Aktivisten stürmen Deutschland-Sitz von Finanzriese Blackrock

Zunächst bemühten sich die Demonstranten, auf das Dach des Gebäudes am Lenbachplatz nahe dem Stachus zu gelangen. Dieses eher unscheinbare Haus wird von BlackRock genutzt und ist der Deutschland-Sitz des umstrittenen Unternehmens. Die Protestler wollten ein Banner entrollen, dieses Ziel gelang jedoch nicht. Kurz darauf versammelten sich die Protestler vor dem Gebäude, um unter anderem. einen Schuldenerlass für ärmere Länder zu fordern.

Die Aktion verlief insgesamt friedlich, die Polizei war mit mehreren Dutzend Beamten vor Ort. Verantwortlich für den Protest vor der Niederlassung des weltgrößten Finanzdienstleisters ist die Gruppe Extinction Rebellion. Im Internet bekennen sich die Klimaaktivisten zu dem Zwischenfall, der am Morgen im Herzen von München für Aufruhr sorgte. Schon mehrfach sorgten Anhänger zuletzt auch in München für Wirbel, was auch Oberbürgermeister Dieter Reiter auf den Plan rief.

Was die Protestorganisation dem Finanzdienstleister vorwirft, ist unter anderem bei Twitter zu lesen: „BlackRock ist nicht nur der größte Investor in fossile Projekte, sondern verwaltet auch einen erheblichen Anteil internationaler Staatsschulden.“ In einer Rede per Megafon spricht eine Aktivistin davon, dass der Konzern „abgeschottet von der Außenwelt“ existiere und „auf Kosten von Mensch und Natur“ den Planeten zugrunde richten würde. Im Netz wurde der Vorfall per Video live gestreamt:

München-Sitz von Blackrock wird Ziel von Klimaaktivisten

Der Vorwurf von Extinction Rebellion und weiterer Protestgruppen: Das Vermögen von BlackRock basiere auf Profiten aus fossilen Brennstoffen sowie Umweltzerstörung. Statt diese Geschäftspraktiken einzudämmen, würden sich die G7-Staaten mit dem US-Unternehmen gemeinsame Sache machen. Dabei erklärte das schwerreiche Finanzunternehmen die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Menschenrechte kürzlich sogar selbst zu seinen Schwerpunkten.

Am Samstag fand in München eine groß angekündigte G7-Demo statt. Die Polizei nahm neun Demonstranten fest. (PF)

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