Gegenwind aus anderen Parteien

Aufregung um Plan der Grünen: Gibt es bald einen Biergarten auf dem Gärtnerplatz?

Biergarten-Feeling auch am Gärtnerplatz? Die Grünen wollen das öffentliche Leben wieder hochfahren.
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Biergarten-Feeling auch am Gärtnerplatz? Die Grünen wollen das öffentliche Leben wieder hochfahren.

Am Gärtnerplatz und am Wedekindplatz gilt seit Monaten ein abendliches und nächtliches Alkoholverbot. Die Grünen wollen das Leben an beide Orte zurückbringen.

München - Eine frische Mass am Gärtnerplatz genießen? Inklusive Brotzeitteller? Oder einer Live-Band am Wedekindplatz zujubeln? Klingt gut - jedenfalls für die Grünen. Die wollen nämlich gerne an diesen Orten Biergärten oder kulturelle Veranstaltungen zulassen. Die Verwaltung wurde nun beauftragt, entsprechende Konzepte zu prüfen. Denn so könnte auf ein pauschales Alkoholverbot verzichtet werden. Aber: SPD und CSU sind wenig begeistert von der Idee.

Rund um den Gärtnerplatz* und den Wedekindplatz* hatte es seit mehr als einem Jahr immer wieder Ärger gegeben*. Die Gastronomie war wegen Corona* dicht - und so versammelten sich Feierwillige eben auf den öffentlichen Plätzen. Die Folge: Immer wieder wurden infektionsschutzrechtliche Auflagen missachtet. Die Polizei musste mehrmals einschreiten und die Plätze räumen.

Biergarten am Gärtnerplatz? Aktuell ist Alkoholkonsum nach 18 Uhr verboten

Die Stadt verhängte zudem ein Alkoholverbot, an den zwei Plätzen ist der Konsum täglich von 18 bis 6 Uhr verboten. Ausgenommen sind die Freischankflächen. Nun wollen die Grünen mit einer Bespielung der Flächen für eine Alternative sorgen. Denkbar seien an beiden Plätzen Kulturveranstaltungen und Außengastronomie.

Fraktionsvize Dominik Krause verweist zur Begründung auf die Erfahrungen, die im vergangenen Jahr gemacht wurden: „Menschen, die sich im Rahmen einer Veranstaltung oder einer Gaststätte im Freien aufhalten, sind offensichtlich eher bereit, die infektionsschutzrechtlichen Bestimmungen ernst zu nehmen.“ Wenn die Stadt sich diesen Effekt zunutze machen würde, könne sie auf repressive Maßnahmen wie ein pauschales Alkoholverbot verzichten.

Biergarten am Gärtnerplatz? Angebote sollen für alle erschwinglich sein

Der Antrag sieht vor, die Bespielung der Plätze auf die Dauer der Pandemie* zu begrenzen und darauf zu achten, dass die Angebote für alle Menschen erschwinglich sind. Auch soll es weiterhin nicht-kommerzielle Bereiche geben, sodass der Zutritt natürlich grundsätzlich für alle gewährleistet bleibt.

Die SPD sieht die Idee des Koalitionspartners kritisch. „Es ist der falsche Ansatz, Menschen durch finanzielle Schranken auszuschließen“, sagt Stadträtin Lena Odell. Eine Kommerzialisierung des öffentlichen Raums sei nicht geeignet, den Problemen der Pandemie entgegenzutreten. „Wir verfolgen weiter unsere Idee, die dezentralen Orte attraktiv und für alle zugänglich zu gestalten.“

CSU-Chef Manuel Pretzl sagte unserer Zeitung zu den Überlegungen: „Eine offizielle Bespielung der bereits jetzt hoch frequentierten Orte Gärtner- und Wedekindplatz lehnen wir ab. An beiden Plätzen gibt es bereits große Konflikte zwischen Besuchern und Anwohnern. Kulturveranstaltungen und zusätzliche Gastronomie-Angebote würden noch mehr Publikum anlocken.“ An beiden Plätzen seien überdies bereits viele Gastro- und Kulturbetriebe ansässig. „Eine Erweiterung durch temporäre Angebote ist nicht zielführend.“ (ska) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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