Bootsunglück in Norditalien

Münchner sorgen für Drama am Gardasee: Alkoholtest abgelehnt - Jetzt spricht der Anwalt

Zwei Männer aus München scheinen für den Tod zweier junger Italiener auf dem Gardasee verantwortlich. Immer mehr Details kommen ans Licht, die Anwaltskanzlei nimmt Stellung.

Update von Mittwoch, 23. Juni, 18.02 Uhr: Einer der tatverdächtigen Münchner hat nach dem tödlichen Bootsunglück auf dem Gardasee einen Alkoholtest abgelehnt. Ein solcher Test sei für Unfälle auf dem Wasser nicht verpflichtend, teilte das Büro seines Anwalts der dpa mit. Demzufolge habe der andere der beiden 52-jährigen Münchner einen Alkoholtest nach der Kollision machen lassen und ein negatives Ergebnis erhalten. Augenzeugen hatten die beiden laut italienischen Medienberichten beim Trinken gesehen. Auf die Frage, ob die Tatverdächtigen alkoholisiert waren, antwortet die Anwaltskanzlei SC Avvocati Associati gegenüber unserer Zeitung: „Sie waren nicht betrunken. Absolut nicht.“

Bei den Verdächtigen handelt es sich um einen Finanzvorstand (52) und einen kaufmännischen Angestellten (52), wie das Büro ihres Anwalts bestätigte. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Männer wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung. Laut dem Anwalt der Männer, Guido Sola, hätten diese das Boot nicht bemerkt. Stattdessen hätten sie es für ein Stück Holz gehalten. Sie seien sehr schockiert. Inzwischen befinden sie sich in München bei ihren Familien.

Todesopfer des Crashs sind die Studentin Greta Nedrotti (25) und ihr Freund, der Unternehmer Umberto Garzarella (37) vom Westufer des Gardasees.

Münchner in tödlichen Unfall am Gardasee verwickelt: Berichte über Porsche und Alkohol

Ursprungsartikel vom 22. Juni 2021: München/Gardasee - Der Fall schlägt hohe Wellen: Zwei Italiener sind bei einem Zusammenstoß in der Nacht vom 19. auf den 20. Juni mit einem Motorboot auf dem Gardasee ums Leben gekommen. Die italienische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung gegen zwei Anfang 50-jährige Münchner, die an Bord des beteiligten Schnellbootes waren. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge seien die beiden Verdächtigen auf freiem Fuß, müssen sich aber zur Verfügung halten. Demnach stand noch das Ergebnis eines Tests auf Alkohol beziehungsweise Drogen aus.

Italienische Forensiker begutachten den Schaden an dem Holzboot der Toten.

Münchner sorgen für tödlichen Unfall am Gardasee: Waren Tatverdächtige betrunken?

„Die beiden deutschen Herren sind in ihre Posrche eingestiegen und nach München zurückgekehrt“, berichtet die italienische Zeitung La Stampa. Die Staatsanwaltschaft Brescia hat eine Autopsie der Leichen der beiden Opfer angeordnet. Sie findet am heutigen Dienstag (22. Juni) statt. Die Beleuchtung der Boote sei laut der Zeitung ein weiterer wichtiger Bestandteil der Ermittlungen. „Wir hörten einen Knall und sahen einen dunklen Schatten, als das Motorboot vorbeifuhr, ohne auch nur langsamer zu werden“, werden Augenzeugen zitiert. Es wurde außerdem spekuliert, dass das Motorboot beim Aufprall mit sehr hoher Geschwindigkeit unterwegs war.

Weiter schreibt die italienische Zeitung La Stampa, dass die zwei Münchner wohl betrunken gewesen seien sollen. Die Ermittlungen in dem Fall laufen weiter auf Hochtouren.

Rubriklistenbild: © Gabriele Strada/dpa

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