Streit um Kulturhaus

Gasteig: CSU schimpft auf SPD-Vorschlag einer Mini-Sanierung

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In die Jahre gekommen: Der Gasteig muss saniert werden. Wie, darüber scheiden sich die Geister.

Die Überlegung der SPD-Fraktion, die Generalsanierung des Gasteigs zu stoppen und lediglich im Bestand zu sanieren, stößt beim Kooperationspartner auf Kritik.

München - Der Kulturpolitische Sprecher der CSU, Richard Quaas, schimpfte gestern mit Verweis auf den Chefdirigenten der Philharmoniker: „Ich habe im Gegensatz offenbar zum OB und der SPD nicht vor, Maestro Gergiev überfallartig aus München zu vertreiben. Ein Armutszeugnis der Kulturpolitik der SPD und ihrer Verlässlichkeit.“

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Die Grünen wittern im Gegensatz dazu eine Ungleichbehandlung. Fraktions-Chef Florian Roth sagte auf Anfrage: „Mich wundert schon, dass gerade die SPD ein Konzept favorisiert, das nur der Hochkultur in Gestalt der Philharmonie und des Herrn Gergiev etwas bringt, aber für die breite kulturelle Bildung wie der MVHS und der Bibliothek nur eine technische Notsanierung ohne jede qualitative Verbesserung bedeuten würde. Eine Nutzung des Dachs mit der grandiosen Aussicht für die Münchner könnte man dann auch vergessen.“

SPD verteidigt Überlegung

Die SPD-Stadträtin und stellvertretende Kulturpolitische Sprecherin Julia Schönfeld-Knor verteidigte die Überlegung. Und viel mehr als eine Überlegung sei es auch nicht. „Es ist eine Diskussionsgrundlage. Wir haben immer den Gasteig mit allen Nutzern im Blick. Aber wir müssen auch auf die Kosten und die Zeit achten.“

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Nach wie vor ist unklar, wie es nach der Entscheidung der Regierung von Oberbayern weitergeht. Die hatte die Vergabe der Generalsanierung an das Münchner Architekturbüro Henn aufgehoben und das Verfahren damit ans Ende des Architektenwettbewerbs zurückgeworfen. Die Kriterien seien zu diffus gewesen, hieß es. Am Mittwoch entscheidet der Aufsichtsrat über das weitere Vorgehen. OB Dieter Reiter (SPD) sagte unserer Zeitung: „Ich erwarte mir vom Betreuungsreferat und der Gasteig GmbH dringend rechtssichere Lösungsvorschläge, die die jeweiligen Zeit- und Kostenfolgen darstellen.“

Offen ist nach wie vor auch die Frage nach dem Urheberrecht. Die würden die Verantwortlichen umgehen, falls nur im Bestand saniert würde, denn die Fassade bliebe unangetastet. „Wir müssen nach allen Seiten denken, gerade, weil sich die Umstände geändert haben“, sagt Schönfeld-Knor. Bereits bei anderen Projekten habe man verpasst, frühzeitig die Reißleine zu ziehen. „Und am Ende wurde es dann so teuer oder schwierig, dass daran keiner mehr Freude hatte.“ 

S. Karowski

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