Große Pläne für Ostern

Münchner Wirtshaus geht während Lockdown neue Wege - und muss jetzt sogar Anfragen ablehnen

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Das Schneider Bräuhaus in der Münchner Altstadt verschickt Ostermenüs deutschlandweit in Paketen.

Ein Münchner Kult-Gasthaus verschickt Schweinsbraten, Weißbier & Co. per DHL-Paket deutschlandweit. Nutzer haben bereits erste Erfahrungswerte.

München - Ob Schweinshaxen, Spanferkel, Sauerbraten oder Rahmschwammerl - Gründe für einen Besuch im Schneider Bräuhaus gibt es viele. In die Kult-Gaststätte im Herzen Münchens strömen normalerweise nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen aus ganz Deutschland.

Besonderes Letztere hatten es in der vergangenen Zeit schwer: Während sich Münchner trotz der Corona-Pandemie schon seit Monaten den To-Go-Angeboten des Bräuhauses bedienen konnten, mussten Besucher aus anderen Bundesländern meist auf die bayerisch-kulinarische Küche verzichten.

Kult-Wirtshaus in München liefert per DHL-Paket - Schweinsbraten & Co. bundesweit erhältlich

Eine Lösung dieses Problems - auch für die Osterfeiertage - bietet das bekannte Münchner Wirtshaus: Ein besonderes Oster-Menü sowie andere Speisen und Getränke verschickt das Schneider Bräuhaus seit einiger Zeit per DHL-Paket - bundesweit. Die Betreiber schreiben auf ihrer Website: „Frisch erhitzt und selbst angerichtet bietet Ihnen Ihr Bräuhaus dahoam-Paket den kulinarischen Genuss eines Besuchs, kombiniert mit der Gemütlichkeit und Spontanität in Ihren vier Wänden.“

Ein fertiges Gericht aus dem DHL-Paket - schmeckt das? Nutzer:innen auf Instagramm sind sich einig: „Unbedingt bestellen - schmeckt einfach nur gut! Ein Stück München für zuhause!“ Ein anderer meint: „Das war soooooooo lecker.“ Auf tz.de-Nachfrage erklärt eine Mitarbeiterin: „Wir haben uns in einer Strategiesitzung schon im Herbst überlegt, was wir machen können, wenn der Gast nicht zu uns kommen kann.“ Das Essen zu den Besuchern zu bringen, sei hier naheliegend gewesen - zur Not eben auch über weitere Strecken.

Oster-Angebot der Gastronomie: Schneider Bräuhaus bietet Menü aus München für ganz Deutschland

Zu Beginn des Gesprächs erklärt die Mitarbeiterin, sie hätte nicht viel Zeit. Denn: „Wir bekommen laufend Bestellungen rein.“ Besonders über die Osterfeiertage sei die Nachfrage groß, Anfragen kämen aus Hamburg oder Berlin genauso wie aus Österreich, Italien oder der Schweiz. „Leider“, so erklärt die Bräuhaus-Mitarbeiterin, „können wir nur innerhalb Deutschlands versenden, da wir auf Konservierungsstoffe verzichten“. Bei einer längeren Versandzeit könne man die Kühlkette nicht gewährleisten. Und aufgrund der Feiertage sei Montag, 29. März, auch der letztmögliche Bestelltermin für das Ostermenü.

Bis in die Bundeshauptstadt oder die Hansestadt Hamburg schafft es die bayerische Küche aber allemal. „Wir verpacken das Gericht in einem Karton, in dessen Innern sich vakuumierte Beutel befinden. Laut der Website des Brauhauses sind die Speisen, um die notwendige Kühlung zu gewährleisten, in ein „Paperfloc-Kissen“ gepackt. „Diese Isolierverpackung besteht aus recyceltem Altpapier und kann dementsprechend mit der Kartonage im Papiermüll entsorgt werden.“

München: Gasthaus verschickt Gerichte im Paket - Verpackungen „alle recycelbar“

Auch die Kühlakkus seien entweder wiederverwendbar oder können genauso wie die Umverpackung der einzelnen Speisen nach dem Entleeren und Ausspülen mit dem Plastikmüll entsorgt werden.“ Leerer Raum wird dem Betreiber zufolge mit Bio-Verpackungs-Chips gefüllt, die mit dem Bio-Müll entsorgt oder kompostiert werden können.

Als Beigabe liegt jedem Paket eine Art Bedienungsanleitung sowie Servietten und Untersetzer bei. Die Kunden müssen die Beutel nur noch im Wasserbad erhitzen und das Essen anrichten. Auch auf Facebook sorgte das außergewöhnliche Versand-Angebot für Furore. Eine Nutzerin meinte: „Das ist ja toll, werden wir bestimmt demnächst mal was bestellen.“ Ein anderer sah das Angebot jedoch kritisch: „Hier ist viel Plastik auf dem Foto zu erkennen was wirklich wichtig wäre zu vermeiden!“ Er schlug vor, Brot oder Radieschen in Papiertüten zu verpacken und für Saucen oder Blaukraut Gläser im Pfandsystem zu verwenden.

Münchens Dehoga-Vorsitzender Christian Schottenhammel warnte kürzlich vor dem Aussterben der Münchner Gastro-Angebote - und nannte erschreckende Zahlen. Ein Traditionswirt schmiedet indes Zukunftspläne. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will in der Corona-Krise möglichst bald Öffnungsschritte für die Gastronomie erwirken. (nap)

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