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Ciao, Freischankfläche? Münchner Wirte entsetzt über Heizstrahler-Verbot – auch Gebühren-Schock droht

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Von: Andreas Daschner

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Zwei sogenannte „Schanigärten“ stehen im Gärtnerplatzviertel auf dem Parkplatzbereich einer Strasse. (Archiv)
Zwei sogenannte „Schanigärten“ stehen im Gärtnerplatzviertel auf dem Parkplatzbereich einer Strasse. (Archiv) © Peter Kneffel/dpa

Die Münchner Wirte schlagen Alarm in Sachen Freischankfläche. Das Heizstrahler-Verbot treffe sie hart. Dazu droht nun auch noch ein Gebühren-Schock.

München – Keine Heizstrahler mehr: Dieser Beschluss des Stadtrats trifft die Wirte hart im kühlen Münchner April 2022. Die ersten Innenstadt-Gastronomen haben ihre Freischankflächen deswegen schon verkleinert. Und das Heizstrahler-Verbot ist nicht das einzige Problem - bald geht’s auch noch um Gebühren, die die Wirte zahlen müssen…

Beim Augustiner Klosterwirt im Schatten der Frauenkirche stehen plötzlich ein Viertel weniger Tische als zuvor. Witterungsbedingt habe er die Fläche verkleinert, sagt Wirt Gregor Lemke. Und: „Heizstrahlerbedingt.“ Viele Gäste, die zuletzt draußen saßen, kämen nicht mehr.

München: Innenstadt-Wirt Lemke hadert – Menschen wollen raus, „aber nicht bei 14, 15 Grad“

Corona ist noch in den Köpfen“, sagt Lemke. Einige Gäste würden sich draußen wohler fühlen - „aber nicht bei 14 oder 15 Grad“. Was Lemke besonders ärgert: Er hatte zuletzt noch in großem Stile umgerüstet. Denn eigentlich wurde das Heizstrahlerverbot bereits im Vorjahr beschlossen. Wegen der Pandemie waren aber mit Ökostrom betriebene Strahler bis jetzt erlaubt.

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Lemke hatte das zum Anlass genommen, seine gesamte Gaststätte auf Ökostrom umzustellen. Verbrauch: 750 000 Kilowattstunden im Monat! „Das stellt sich wirtschaftlich natürlich anders dar als mit konventionellem Strom“, sagt er. Ökostrom ist teurer. „Wir haben alles installiert und plötzlich heißt es: Die Heizstrahler gehen nicht mehr.“ Das treffe ihn - wie alle Wirte - natürlich schwer.

Münchner Innenstadt: Wirte müssen wieder Gebühren für erweiterte Freischankflächen zahlen

Ebenso schwer würde die Gastronomen treffen, wenn für die während Corona erweiterten Freischankflächen wieder Gebühren erhoben würden. Das Thema ist zwar politisch noch nicht durch, wurde auf 17. Mai vertagt. Doch Lemke schlägt schon jetzt Alarm: „Das Wasser steht uns allen bis zum Hals!“

Das sagt auch Paul Daly vom Kilians Irish Pub: „Unsere Kosten sind durch den Ukraine-Krieg wahnsinnig gestiegen.“ Lemke plädiert deshalb für eine ein- bis zweijährige Sonderregelung ohne Gebühren - „bis wir uns wieder konsolidiert haben“. Dann wieder Gebühren zu erheben, sei in Ordnung. (Andreas Daschner) Noch mehr aktuelle Nachrichten aus München und der Region finden Sie auf tz.de/muenchen.

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