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„War wütend auf sie“: 39-Jähriger betäubte und vergewaltigte seine Freundin

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Von: Andreas Thieme

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Nico S. (39) gestand die schlimmen Vorwürfe am Landgericht ein
Nico S. (39) gestand die schlimmen Vorwürfe am Landgericht ein © SIGI JANTZ

Es ist ein unfassbarer Missbrauchsfall: Ein 39-Jähriger hat am Landgericht München I gestanden, seine Freundin betäubt und vergewaltigt zu haben. Die Aufnahmen teilte er später mit Dritten per Handy. Vor Gericht erklärte er die Hintergründe seiner Tat.

München – „Ich wollte die Kontrolle zurück haben und war wütend auf sie.“ So begründete ein 39-Jähriger am Dienstag am Landgericht München eine unfassbare Tat: Er betäubte seine Lebensgefährtin, vergewaltigte sie und verschickte die Aufnahmen dann teilweise mit seinem Handy.

Lebenskrise als Begründung für Vergewaltigung

Bereits Ende 2020 hatte sich die Tat ereignet, die Nico S. nun einräumte. Vor Gericht beschrieb er eine persönliche Krise, die sich auch auf die Beziehung ausgeweitet hatte. „Sie hat mich dominiert“, sagte S. über seine Freundin, mit der es immer größere Probleme gegeben hatte. „Wir schafften es leider nicht, uns wieder anzunähern.“ Und: „Ich war nur noch eingeschränkt in der Lage, mit ihr zu kommunizieren.“

In ihm seien Gefühle der Ohnmacht entstanden, schilderte der Angeklagte. Aus seiner empfundenen aussichtslosen Lage hatte Nico S. dann einen Fetisch entwickelt: Im Internet tauschte er sich mit anderen Männern über Fantasien aus – und setzte sie schließlich an seiner Lebensgefährtin auch um.

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München: 39-Jähriger betäubte und vergewaltigte Freundin – jetzt droht ihm Knast

Mit ihr hatte der Chauffeur sich zunächst betrunken. Als Maria P. (Name geändert) auf dem Sofa eingeschlafen war, verabreichte Nico S. ihr Ketamin und Zopiclon – beides starke Beruhigungsmittel, durch die sie zwischenzeitlich sogar in Ohnmacht fiel und laut Staatsanwaltschaft in einen Zustand der Willenlosigkeit geriet. In den folgenden zwei Stunden habe er sie mehrmals vergewaltigt, gab Nico S. zu. Dabei ließ er eine Kamera laufen. Die Aufnahmen teilte er mit anderen Internet-Nutzern.

„Ich bin immer einen Schritt weitergegangen. Es war sehr einfach“, sagte Nico S., der den Medikamenten-Cocktail laut Anklage zuvor bereits an sich selbst getestet hatte. Er beteuerte gestern jedoch, dass er seine Freundin nicht verletzen wollte. Zudem zahlte Nico S. bereits 12.000 Euro Schmerzensgeld an seine Lebensgefährtin. Ihm droht nun eine lange Gefängnisstrafe.

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