Weitere Projekte sind schon in Planung

Wohnraum schaffen, Parkplätze erhalten - und das in München: Ein Haus auf „Stelzen“ macht‘s möglich

Wohnen über Parkplätzen: Am Reinmarplatz entstehen 144 Einheiten in einem in Holzmodulbauweise errichteten Komplex.
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Wohnen über Parkplätzen: Am Reinmarplatz entstehen 144 Einheiten in einem in Holzmodulbauweise errichteten Komplex.

144 bezahlbare Wohnungen in München. Dazu noch 145 Parkplätze. Klingt wie ein Traum. Doch das zweite „Stelzenhaus“ am Reimarplatz macht es möglich.

München - Einst waren es schlichte Parkplätze. Doch in Zeiten großer Wohnungsnot sind kreative Ideen gefragt. Vor diesem Hintergrund entstand 2016 das „Stelzenhaus“ am Dantebad, das einen Architekturpreis gewann und internationale Anerkennung erfuhr. Nun steht auch das Folgeprojekt – intern „Dante plus“ genannt – vor der Fertigstellung. Es befindet sich in unmittelbarer Umgebung in Gern* am Reinmarplatz. Und es entstehen noch mehr Wohnungen als am Dantebad, nämlich 144 statt 100.

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Wohnungen über einem Parkplatz: In München entsteht das zweit Stelzenhaus

Planer, Politiker und Vertreter der Gewofag machten am Freitag einen Rundgang durch das in Holzbauweise errichtete Gebäude. Die Wohnungen befinden sich über einem Parkplatz. Die Stellplätze bleiben erhalten, 43 sind privat, 102 stehen weiterhin für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Ferner werden 315 Fahrradabstellplätze errichtet. Die Dachterrasse des fünfgeschossigen Gebäudes ist gemeinschaftlich nutzbar. Auch ein Spielplatz ist dort vorgesehen.

Die Parkplätze unter dem Gebäude bleiben erhalten.

Wie beim Pilotprojekt am Dantebad werden die Wohnungen von der städtischen Baugesellschaft Gewofag vermietet: Es sind 36 Ein-Zimmer-Appartements, 20 Zwei-Zimmer-Wohnungen, 48 Drei-Zimmer-, 36 Vier-Zimmer- und vier Fünf-Zimmer-Wohnungen. Das Projekt steht unter dem Motto „Wohnen für alle“. Die Mietpreise befinden sich in einer günstigen Spanne von 9,60 bis 11 Euro pro Quadratmeter. Einzugstermin ist Januar 2022.

Bürgermeisterin Verena Dietl freut sich über so viel bezahlbaren Wohnraum

Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) erklärte am Freitag: „Besondere Beachtung verdient die innovative Bauweise. Aber auch die Tatsache, dass hier in kurzer Zeit so viel bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, ist sehr erfreulich.“ Anders als im Pilotprojekt „Dante I“ könne man hier viele größere Wohnungen zur Verfügung stellen. Für die Stadt sei die doppelte Nutzung der Fläche ein echter Gewinn. „Gerade in solchen Lagen wäre es Verschwendung, hier exklusiv Parken zu ermöglichen“, sagte Dietl.

Beim Besichtigungstermin: BA-Vorsitzende Anna Hanusch, Gewofag-Chef Klaus-Michael Dengler und Bürgermeisterin Verena Dietl (v.li.).

Die Stadt überprüft aktuell weitere Standorte für eine Parkplatz-Überbauung. Für den Kölner Platz in Schwabing* gibt es bereits Planungen. Bei anderen potenziellen Standorten wie der Park-and-Ride-Anlage Westkreuz, am St. Quirin-Platz und am Stefan-Zweig-Weg sind laut Planungsreferat zum Teil noch komplexe Rahmenbedingungen abzuklären. Auch die P+R-Anlage Studentenstadt wird im Hinblick auf eine Bebauung untersucht. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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