Rad- und Fußgänger-Steg

Neue Version für Brücke Giesinger Berg: Aber Stadt München will noch mehr Varianten

Der Steg über den Giesinger Berg, wie ihn sich die Stadt vorstellt.
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Der Steg über den Giesinger Berg, wie ihn sich die Stadt vorstellt.

Für die Fuß- und Radwegbrücke über den Giesinger Berg sollen weitere Varianten erarbeitet werden. Das empfiehlt die Verwaltung. Die hat selbst eine neue Version erstellt.

München - Der Steg über den Giesinger Berg ist ein lang gehegter Wunsch. Mit einer Fußgänger- und Fahrradbrücke von der Heilig-Kreuz-Kirche zum gegenüber liegenden Giesinger Bräu beziehungsweise zur Bergstraße würde eine Lücke entlang der oberen Isarhangkante vom Gasteig bis nach Grünwald geschlossen. Bereits 2011 hatte das Architekturbüro „karlundp“ einen Entwurf für den Lückenschluss erarbeitet. Doch der Bau gestaltet sich als schwierig. Es gibt Ansprüche des Denkmal- sowie des Naturschutzes. Aus diesem Grund hatten sich auch Planer der Verwaltung an die Arbeit gemacht und eine Variante erstellt. Fazit ist allerdings, dass die Unterschiede zwischen der Verwaltungs- und der Version der Architekten schwer gegeneinander abzuwägen sind.

Zwei Konzepte: Unterschiedliche Brückenlängen über den Giesinger Berg

So habe das Konzept der Architekten eine kürzere Brückenlänge und überspannt die Straße Giesinger* Berg im rechten Winkel. Mit vier Prozent Steigung seien die Anforderungen an die Barrierefreiheit zwar nicht gegeben, könnten aber wohl in der weiteren Planung berücksichtigt werden. Die Eingriffe in den steilen Hang auf der Westseite würden entfallen, ebenso entfällt die Führung der Brücke parallel oberhalb des westlichen Geh- und Radweges. Insgesamt habe der Plan der Architekten geringere Auswirkungen auf die Hangleite und damit auf die Schutzgüter Tiere und Pflanzen sowie Landschaftsbild als der Entwurf der Stadt München*.

Die Variante des Architekturbüros karlundp.

In Bezug auf die denkmalschutzrechtlichen Vorgaben sei derweil der Testentwurf im Vorteil. Er greife nicht direkt in die denkmalgeschützte Terrassenstützmauer ein und verlaufe weiter abseits von Freitreppen und Brunnengrotte in der Mauer. Auch die Blickbeziehungen auf die Heilig-Kreuz-Kirche würden weniger beeinflusst. Die Lage der Brücke im Konzept der Architekten lasse zudem Konflikte zwischen Kirchenbesuchern und Passanten im Bereich des Kircheneingangs erwarten.

Bezüglich des speziellen Artenschutzes schneiden beide Alternativen in etwa gleich ab, in beiden Fällen müssten Ausgleichsmaßnahmen ergriffen werden, da Biotop-Bäume gefällt werden müssen. Die werden aber von Wanderfalken und streng geschützten Fledermausarten genutzt.

Herstellungskosten: Von 10 bis 15 Millionen Euro

Bei der Wirtschaftlichkeit ist die Variante von „karlundp“ günstiger zu bewerten, da infolge der kürzeren Brückenlänge und geringerer Eingriffe in den Hang geringere Herstellungskosten zu erwarten sind. Nach derzeitiger Einschätzung liegt diese Variante bei Investitionskosten von bis zu zehn Millionen Euro, der Entwurf der Stadt bei bis zu 15 Millionen Euro.

„Eine klare Empfehlung zu Gunsten des einen oder anderen Entwurfskonzeptes kann anhand der ausgewerteten Matrix kaum gegeben werden“, heißt es von der Verwaltung. Der Bauausschuss soll am kommenden Dienstag zustimmen, ein konkurrierendes Verfahren durchzuführen. Ziel dabei soll sein, weitere Vorschläge von insgesamt fünf Planungsteams zu erhalten, welche sich mit den Vorgaben des Naturschutzes und des Denkmalschutzes so auseinandersetzen, dass eine möglichst optimale Balance zwischen den in diesem Fall konkurrierenden Ansprüchen erreicht werden kann. Bis Mitte 2022 sollen Lösungsvorschläge erarbeitet werden. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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