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Ein Schritt in Richtung Oktoberfest: Giesinger Bräu schreibt mit neuem Bier Geschichte

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Von: Claudia Schuri

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Stolz präsentieren die Gründer vom Giesinger Bräu Steffen Marx (l.) und Bernhard Pillep ihr neues Original Münchner Hell. Die Brauerei hat zwei Jahre an der Rezeptur gearbeitet.
Stolz präsentieren die Gründer vom Giesinger Bräu Steffen Marx (l.) und Bernhard Pillep ihr neues Original Münchner Hell. Die Brauerei hat zwei Jahre an der Rezeptur gearbeitet. © Jens Hartmann

Bierliebhaber können sich freuen: Nach 75 Jahren gibt es wieder ein neues Original Münchner Hell. Das Bier bringt der Giesinger Bräu auf den Markt. Es ist ein weiterer Schritt der Brauerei in Richtung Oktoberfest.

München - Das Bild auf der Leinwand zeugt von einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein: Flaschen von den großen Brauereien Spaten, Paulaner, Löwenbräu, Hacker Pschorr, Augustiner und Hofbräu sind darauf zu sehen – und vom Giesinger Bräu. Die Brauerei, die vor 15 Jahren in einer Garage angefangen hatte, hat jetzt einen weiteren großen Schritt in Richtung Wiesn gemacht – denn jetzt produziert sie ein „Original Münchner Hell“: „Damit schaffen wir die Augenhöhe zu den großen Brauereien der Stadt“, betonte Gründer und Geschäftsführer Steffen Marx bei der Präsentation.

Um den Namen „Original Münchner Hell“ tragen zu dürfen, muss das Bier aus dem eigenen Tiefbrunnen von Münchner Wasser gebraut sein. „Das Wasser braucht 12.000 Jahre, bis es nach unten sickert“, erklärte Bernhard Pillep, Gründer und Gesellschafter der Brauerei. „Es ist extrem weich und perfekt fürs Brauen.“ Außerdem müssen für den geschützten Titel Vorgaben zur Stammwürze, zum Alkoholgehalt und zu den Bitterstoffen erfüllt werden.

Giesinger Bräu: Zwei Jahre lang an Rezeptur gearbeitet

Erstmals seit 75 Jahren ist es wieder so weit, dass eine Münchner* Brauerei ein „Original Münchner Hell“ auf den Markt bringt. „Wir haben zwei Jahre an der Rezeptur gewerkelt“, sagte Marx. „Es ist ein Meilenstein für uns.“ Herausgekommen ist ein Bier mit einer hohen Frische und einer dezenten Hopfenaromatik. Es solle keineswegs die bekannte Giesinger Erhellung ersetzen, betonte Marx: „Wir glauben aber, dass es viele Fans gibt, die gerne filtriertes Bier trinken.“

Und damit wäre auch eine wichtige Voraussetzung für eine Teilnahme am Oktoberfest erfüllt. Georg Rittmayer, Präsident der Privaten Brauereien Bayern e.V., sprach bei der Vorstellung des Bieres sogar von der „Geburt einer neuen Dynastie“. „Ich freue mich schon, wenn ich den Giesinger Bräu auf der Wiesn seh“, sagte er. „Dann komme ich persönlich vorbei und reiche den Schlegel zum Anzapfen.“

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Giesinger Bräu: Crowdinvesting-Kampagne startet im November

Bis es so weit ist, wird es aber noch einige Zeit dauern: „Langsam kommen wir in die Richtung, aber wir haben keine Eile“, sagte Pillep. Derzeit werden beim Giesinger Bräu jährlich 25.000 bis 30.000 Hektoliter Bier gebraut. Für ein großes Wiesn-Zelt alleine brauche man auf dem Oktoberfest zwischen 5000 und 7000 Hektoliter Bier. „Unsere Produktionsmöglichkeiten sind beschränkt“, sagte Steffens. „Es ist unrealistisch, dass wir in ein oder zwei Jahren mit einem großen Zelt auf der Wiesn sind.“

Der Giesinger Bräu hofft, zunächst 4000 bis 6000 Hektoliter des Münchner Hell brauen zu können. Die Brauerei möchte ihre Produktionskapazitäten in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Mitte November startet wieder eine große Crowdinvesting-Kampagne mit dem Ziel, zwei Millionen Euro zusammenzubekommen.

Teilnahme auf dem Oktoberfest in einigen Jahren vorstellbar

Denn langfristig zieht es die Brauerei schon auf das Oktoberfest: „Möglicherweise ist es in vier bis fünf Jahren realistischer, dass man uns auf der Wiesn findet“, schätzt Marx. „Wir gehen einen Schritt nach dem anderen.“ Und außerdem gebe es ja auch noch viele andere Veranstaltungen in München* und der Umgebung, auf denen man das neue „Original Münchner Hell“ verkaufen könne.

Zunächst wird es in kleineren Mengen produziert. Ab sofort werden damit Getränkefachhändler in München und Umgebung beliefert. Gleichzeitig werden die Kapazitäten geschaffen, um Anfang 2022 den Lebensmitteleinzelhandel in größeren Mengen beliefern zu können. Ein Kasten Bier mit 20 Halbe-Flaschen kostet 22,99 Euro. Nicht ganz billig, aber: „Der Preis ist auch eine Wertschätzung des Bieres“, erklärt Steffen Marx. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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