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Neue Spur der Sonderermittler

Widerliche Attacke auf Münchner Kinder? Giftmischerin hat wohl öfter zugeschlagen als gedacht

Vor drei Wochen hat die Polizei eine verwirrte Giftmischerin verhaftet, die Lösungsmittel in Supermarkt-Getränke gefüllt hatte. Jetzt zeigt sich: Die Frau hat wohl schon 2018 Kinder vergiftet.

  • In München sind tödliche Erfrischungsgetränke in Supermärkten gefunden worden.
  • Drei Menschen wurden schon vergiftet, Ermittler kamen einer Tatverdächtigen auf die Spur.
  • Die hat auch im Gasteig ihr Unwesen getrieben - Gibt es weitere bisher unentdeckte Fälle?

München - Das ist wohl das Schlimmste, was man sich vorstellen kann! Mit diesem Satz bringt Oberstaatsanwältin Anne Leiding eine „Horror-Vorstellung“ für alle Eltern auf den Punkt. Einen Albtraum, der im November 2018 für eine Familie wahr geworden ist: Als sie eine Veranstaltung für Kinder im Gasteig in München* besucht, wird den beiden Töchtern plötzlich schwindelig. Die sieben und zehn Jahre alten Mädchen müssen sich übergeben, fallen in Ohnmacht. Der alarmierte Notarzt schickt sie sofort ins Krankenhaus. Es zeigt sich: Die Kinder wurden mit Lösungsmittel vergiftet. Damals steht die Polizei vor einem Rätsel. Jetzt gibt es für die Soko Tox „konkrete und erhebliche Verdachtsmomente“, dass die Giftmischerin, die Anfang Juni gefasst wurde, auch für diese schreckliche Tat verantwortlich ist.

München: Wirre Frau verwendet Lösungsmittel zur Vergiftung in Supermärkten

Wie berichtet, handelt es sich um eine wirre Frau, die derzeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht ist. Wegen ihres Geisteszustandes ist laut Leiding unklar, ob gegen die Frau Anklage erhoben wird. „Es kann auch sein, dass wir einen Antrag auf Unterbringung stellen.“ Ermittelt wird wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und gemeingefährlicher Vergiftung. Die 56-Jährige soll im März und April 2020 in zwei Supermärkten vier Flaschen mit einem Lösungsmittel versehen haben. Mit welchem genau, sagt die Polizei nicht. „Wir wollen keine Nachahmer“, erklärt Pressesprecher Marcus da Gloria Martins.

Neue Spur führt Sonderermittler in den Gasteig: Täterin hat wohl schon 2018 zugeschlagen.

Die Dosis, die die Giftmischerin in die Erfrischungsgetränke gab, hätte für die Opfer tödlich sein können. Die zwei betroffenen Frauen (34 und 42) sowie ein Mann (48) klagten über Schwindel, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden. Eine Flasche konnte die Polizei noch im Laden sicherstellen.

Nicht nur in München: Übelkeit nach Verzehr von Getränken? Polizei sucht Betroffene

Möglich ist, dass mehr Menschen betroffen sind – die sich nicht bei der Polizei gemeldet haben. Sie bittet unter 089/29 100 um Hinweise – die nicht unbedingt aus München kommen müssen. „Die Frau war überregional unterwegs“, erklärt Josef Wimmer. Leiter der Mordkommission. Außerdem gab es Reisen in Deutschland und ins Ausland. Es könnte also sein, dass weitere Fälle ans Tageslicht kommen. Wie die hinterhältige Apfelsaft-Attacke 2018 vom Gasteig*.

Damals war die 56-Jährige wegen ihres seltsamen Verhaltens mehreren Besuchern aufgefallen. Dass sie das Lösungsmittel in den Apfelsaft gegeben hat, der offen auf einem Schankwagen stand, hat laut Wimmer aber niemand gesehen. Kurz darauf schickte sie wohl an eine Arztpraxis, bei der sie in Behandlung war, eine Postkarte. Darauf die Worte: Gasteig, Notarzt und der Name der Veranstaltung. Die Praxis leitete die anonym versandte Karte an die Polizei weiter, die am Anfang der Ermittlungen stand. „Mit dem Wissen von heute“, sagt Wimmer, „liest sich die Karte ganz anders als mit dem Unwissen von damals“. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

Rubriklistenbild: © FKN

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