Runder Tisch wird gefordert

Internet-Riese Google mit Mega-Bau in München - Wird Wohnen in der Stadt noch teurer?

Google-Zentrale am Arnulfpark in München. Der Internet-Gigant plant einen Mega-Neubau der fast 100 Jahre alten Arnulfpost
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Google-Zentrale am Arnulfpark in München. Der Internet-Gigant plant einen Mega-Neubau der fast 100 Jahre alten Arnulfpost.

Die Angst vor Gentrifizierung hat längst auch den Stadtteil Maxvorstadt erfasst. Wenn die neue Google-Zentrale fertig ist, könnte der Immobilienmarkt weiter angeheizt werden.

  • Internet-Gigant Google zieht demnächst in den Westen von München* - Den Mietmarkt dürfte das weiter befeuern.
  • Dabei platzt die Stadt ohnehin aus allen Nähten. Zurecht haben Lokalpolitiker Bedenken angesichts der Folgen.
  • Die Gentrifizierung ist in vielen Bereichen bereits vorangeschritten. Nun soll ein runder Tisch stattfinden.

München - Die historische Arnulfpost nahe des Hauptbahnhofs* ist verkauft. Der Käufer: das Technologieunternehmen Google. Diese Meldung sorgte vor gut einem Jahr für große Diskussionen im Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt. Und das ehemalige Paketzustellamt beschäftigt das Gremium weiterhin. Nach dem der US-Konzern die Pläne für den Postpalast im September vorgestellt hatte (wir berichteten), forderte der BA in einem parteiübergreifenden Antrag zu jüngsten Sitzung einen runden Tisch mit Google, „um Lösungen zu erarbeiten, die den angespannten Wohnungsmarkt in der Maxvorstadt zu entlasten“, so die Antragssteller.

Unter anderem soll ein Fragenkatalog klären, wie sich Google mit dem Zuzug von rund 1500 Mitarbeitern bei der Entlastung des Wohnungsmarktes in der Maxvorstadt beteiligen möchte. Denn die Angst ist groß, dass die gut verdienenden Google-Angestellten die „Gentrifizierung in der Maxvorstadt massiv fortschreiten lassen“, lautet es in dem Antrag. Abgesehen davon trägt das auch im Rest der Stadt nicht wirklich zur Entlastung bei.

München: Google stockt Zentrale auf - Maxvorstadt fürchtet Gentrifizierung

Zudem wurde bereits in der November-Sitzung über das Bauvorhaben für das Gebäude in der Arnulfstraße 62 entschieden. Eine der Voraussetzungen für die Zustimmung des Gremiums: Es „soll eine sinnvolle Lösung für die nicht genutzten Stellplätze der Tiefgarage entwickelt werden“, erklärte Franziska Dobler, Mitglied im Unterausschuss Klima, Umwelt und Planung. Auf europäischer Ebene wird Tech-Unternehmen wie Google währenddessen der Kampf angesagt:

Denn Google stellt seinen Mitarbeitern zwar keine Dienstwägen zur Verfügung, muss aber dennoch laut Bauplan eine sehr große Parkgarage bauen, erklärte Wieland Holfelder, Leiter des Google-Entwicklungszentrums bei einer Projektvorstellung im BA. Aus diesem Grund schlug das Gremium vor, zu prüfen, ob dort zusätzliche Fahrradstellplätze oder eine Regenwasserbewirtschaftung möglich wären.

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