Hier entsteht ein neues Bürogebäude

Großbaustelle am Hauptbahnhof: Wir erklären die Abrissarbeiten - „Was gerade passiert, ist eine Herausforderung“

Blick auf die Baustelle für das neue Elementum.
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Aussicht von 60 Metern Höhe: Der Baukran erleichtert die Arbeiten auf der engen Baustelle.

Nicht nur am Hauptbahnhof wird ordentlich gebaut. Auch das neue Bürogebäude Elementum nimmt langsam Gestalt an. Wir haben uns die Baustelle mal aus luftiger Höhe angeschaut.

München - Fünf Innenhöfe, mehrere Gebäudebereiche und eine Vielzahl von Dachvorsprüngen: Das Postbank-Karree am Hauptbahnhof* gleicht einem Baukasten. Und wird derzeit Schritt für Schritt auseinandergenommen. Von der Großbaustelle fürs Elementum bekommt man von außen kaum etwas mit, die Arbeiten laufen aber auf Hochtouren. Das zeigt der Blick vom 60 Meter hohen Kran.

„Das, was jetzt gerade passiert, ist eine Herausforderung.“ Wie Frederic Dumont erklärt, müssen die Abläufe an der Ecke Paul-Heyse-Straße und Bayerstraße zeitlich wie logistisch genau passen. Bei dem Bauleiter der ausführenden Firma Ettengruber laufen an der Großbaustelle viele Fäden zusammen. Dort, wo in den nächsten Jahren das exklusive Büro- und Geschäftsgebäude Elementum entsteht, wird schon richtig geschuftet. Im Sommer haben die Vorbereitungsarbeiten für den Teil-Abbruch des ehemaligen Postbank-Gebäudes begonnen. Bis zum Frühjahr soll diese Phase des Mega-Projekts abgeschlossen sein. „Wir liegen derzeit bei etwa 60 Prozent.“

Baustelle für das Elementum: Bis zu zehn Lkw und 20 Container-Transporter am Tag bringen Bauschutt weg

Schadstoffe, belastetes Material: All das wird aus den vielen Räumen aussortiert und für den Abtransport zu Deponien vorbereitet. Parallel beißen sich, wie es auf der Baustelle heißt, die kleinen Bagger voran und zwicken Mauern, Böden, Decken, Wände und Estrich weg. Die Maschinen arbeiten sich von den Innenhöfen ins Gebäude vor. Der ganze Schutt landet im Erdgeschoss, alte Lüftungsschächte dienen dabei als neue Transportwege. Die Berge von Baumüll werden über zwei Logistikzentren auf die Lastwagen und Container-Autos verteilt, die über die Mittererstraße abfahren. Laut Dumont sind es mitunter zehn Lkw und 20 Container-Transporter pro Tag, die das Abbruchmaterial tonnenweise fortschaffen.

Im Januar wird es gleich mehrere Veränderungen auf der Baustelle geben: Zum einen kommt dann der große Bagger und mit ihm die Zeit fürs Grobe. „Man sieht beim eigentlichen Abbruch natürlich am Ende des Tages viel mehr, was geschafft wurde“, erklärt der Bauleiter. Zum anderen soll im Januar ein zweiter Kran auf der Großbaustelle aufgestellt werden. Etwa zur gleichen Zeit wird ein Gerüst hochgezogen: Dann ist die Mega-Baustelle auch nach außen sichtbarer: Notwendig ist das Gerüst, um Arbeiten an der Fassade zu ermöglichen. „Die ganze Dämmung muss runter“, sagt Dumont.

Willkommen auf der Baustelle: Im Innenhof werden die Container mit Schutt befüllt.

Baustelle für das Elementum: Neues Bürogebäude wird von innen nach außen über Altbau gestülpt

Auch dieser Arbeitsschritt gilt freilich nur für die hinteren zwei Drittel des alten Postbankgebäudes, das Anfang der 1990er-Jahre entstanden ist. Der vordere Teil entlang der Bayerstraße, in dem noch ein Restaurant, ein Bekleidungsgeschäft und ein medizinisches Labor untergebracht sind, kommt als letztes an die Reihe. Bis es so weit ist, werden aber noch Jahre vergehen. Nach und nach stülpt sich bis dahin das neue schicke Bürogebäude von innen nach außen über den alten Bestandsbau. Schritt für Schritt, nach Baukasten-System. (Nadja Hoffmann) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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