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Bestätigt: Paketposthallen-Investor baut die Großmarkthalle in München - „Muss endlich weitergehen“

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Von: Sascha Karowski

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So haben sich Architekten die neue Großmarkthalle vorgestellt.  Der neue Investor wird aber umplanen.
So haben sich Architekten die neue Großmarkthalle vorgestellt. Der neue Investor wird aber umplanen. © Henn

Die Büschl Unternehmensgruppe wird die neue Großmarkthalle bauen. Dem Stadtrat soll Anfang 2022 ein Zwischenbericht inklusive Zeitplan vorgelegt werden.

München - Der Immobilienunternehmer Ralf Büschl* (Paketposthalle) wird die Großmarkthalle bauen. Die Grünwalder Unternehmensgruppe übernimmt die Geschäftsanteile der bisherigen Gesellschafter, der Umschlagzentrum Großmarkt München* GbR (UGM), um so den Neubau an der Schäftlarnstraße zu realisieren. Büschl hat am Dienstag seine Planungen dem Großmarkthallen-Beirat vorgestellt, dem Vertreter der Fraktionen, der Verwaltung sowie der Händler angehören.

Großmarkthalle muss neu gebaut werden - alte Halle ist marode

Das ursprüngliche Konzept* des Umschlagzentrums Großmarkt München (UGM) hatte auf dem Dach der neuen Großmarkthalle einen Bürokomplex mit etwa 60 000 Quadratmetern Fläche vorgesehen. Das hätte Raum für etwa 3000 weitere Arbeitsplätze geboten. Der Bau auf dem Areal zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße wäre bis zu 70 Meter hoch geworden und hätte wiederum Platz für alle etwa 400 Betriebe des Großmarktes geboten. Durch die Bündelung der Händler würden südlich der Thalkirchner Straße insgesamt 14 Hektar frei, worauf 1550 Wohnungen errichtetet werden könnten. Allerdings war bereits vor einem Jahr bekannt geworden, dass mit einer Fertigstellung der neuen Großmarkthalle frühestens 2030 zu rechnen ist.

Das UGM hatte bereits 2018 das Projekt vorgestellt, als Projektmanager das Grundstück zwischen Schäftlarn- und Thalkirchner Straße von der Stadt in Erbpacht zu übernehmen, um dort durch einen Investor einen Ersatz für die Großmarkthallen bauen zu lassen. Das ist notwendig, denn das Gebäude ist marode. Allein bis zum Jahr 2024 muss die Stadt insgesamt 30 Millionen Euro investieren, um die Halle statisch und technisch zu sichern.

Großmarkthalle: Mehr Wohnungen, Pläne werden überarbeitet

Einst wollte die Stadt den Neubau selbst errichten, doch die Kosten liefen irgendwann davon. Das Kommunalreferat kalkulierte im Jahr 2017 bereits mit Investitionen von fast 160 Millionen Euro. Die damalige Rathausmehrheit aus CSU und SPD kassierte die städtischen Pläne sodann ein und suchte nach einem privaten Investor, der mit dem UGM gefunden schien. Seit Frühjahr 2019 laufen Gespräche über einen Erbpachtvertrag zwischen der Stadt und dem UGM*, wegen der Pandemie hatten sich diese verzögert.

„Die Umsetzung einer Lösung für unsere Großmarkthalle muss jetzt endlich weitergehen“, sagt Bürgermeisterin Verena Dietl* (SPD). „Daher ist es eine sehr gute Nachricht, dass die UGM nun durch einen erfahrenen Projektentwickler unterstützt wird.“ Dietl bestätigt ferner, dass der neue Investor auf dem Areal in Sendling mehr Wohnungen bauen wird. Der Investor werde die Flächen überplanen und könne somit einen größeren Anteil an Wohnungsbau realisieren. Einschnitte für die Flächen der Händler werde es aber nicht geben. „Durch die Anwendung der neuen SoBoN entsteht nun sogar mehr preisgebundener und geförderter Wohnraum. Insgesamt eine sehr begrüßenswerte Entwicklung.“

Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU): „Projekt wird München prägen“

Kommunalreferentin Kristina Frank* (CSU) sagte: „Diese Entscheidung ist der Startschuss für vertiefte Verhandlungen. Wir müssen zunächst prüfen, welche Veränderungen die Neuaufstellung mit sich bringt. Aber klar ist: Das Projekt wird die Zukunft Münchens prägen wie kaum ein anderes.“ Wichtig sei ihr die enge Einbindung der Händlerschaft, die den Großmarkt täglich mit Leben fülle. Im ersten Quartal nächsten Jahres soll das Kommunalreferat dem Stadtrat einen Zwischenbericht mit Zeitplan vorlegen.

„Wir wollen den Großmarkt am Standort in Sendling halten“, sagt Grünen-Chefin Anna Hanusch. „Aber für die neue Großmarkthalle tickt die Uhr, denn weitere Verzögerungen im Umsetzungsprozess sind für die Stadt nicht mehr hinnehmbar, da für die Sicherstellung des Betriebs in den stark sanierungsbedürftigen Bestandsgebäuden jedes Jahr Millionen veranschlagt werden müssen.“

Grünen-Chefin Anna Hanusch: „Es sind noch viele Fragen offen“

Nach vielen Volten, die immer wieder in Sackgassen geführt haben, biete sich jetzt wohl die letzte Möglichkeit, das Projekt durch die UGM zu verwirklichen. „Wir begrüßen, dass mit dem neuen Konzept wohl über dem Großmarkt im Nutzungsmix auch Wohnen entstehen soll, aber es sind noch viele Fragen offen. Ob diese Konstruktion tatsächlich tragfähig ist, muss nun rasch – bis zum Ende des ersten Quartals 2021 – abschließend entschieden werden.“ *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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