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Ab 2024: Nacht-Linien bei der Münchner U-Bahn sollen kommen –„Endlich Nägel mit Köpfen machen“

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München wird laut Grünen ab Herbst 2024 Nachtlinien bei der U-Bahn einsetzen. Die Verkehrsbetriebe hätten demnach eine Prüfung abgeschlossen.

München - Die Münchner U-Bahnen sollen künftig an Wochenenden auch nachts verkehren. Laut einer Mitteilung der Grünen hat die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Prüfung für den Nachtbetrieb abgeschlossen. Der Stadtrat hatte die Verkehrsbetriebe im September 2021 auf Antrag der CSU mit einem Test beantragt. Und ursprünglich hätten die Nachtlinien auch bereits zum Fahrplanwechsel dieses Jahr umgesetzt werden sollen. Doch der Test hatte wegen der Restriktionen der Corona-Pandemie verschoben werden müssen.

Nacht-Linien bei der U-Bahn in München: U1 bis U6 sollen an Feiertagen und Wochenenden im 30-Minuten-Takt fahren

Nun soll es zum Fahrplanwechsel 2024 losgehen, gesetzt den Fall, der Stadtrat stimmt zu. Die Finanzierung des Nacht-Linien-Programms soll nämlich zwei Millionen Euro kosten. Erfolgt ein positives Votum, sollen die U-Bahn-Linien U1 bis U6 in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen in einem 30-Minuten-Takt auch nachts verkehren, die beiden Linien eines Linienbündels dabei dann jeweils um 15 Minuten versetzt.

An den Innenstadtbahnhöfen Hauptbahnhof, Sendlinger Tor und Odeonsplatz sollen den Fahrgästen Anschlussverbindungen zu den anderen Linienbündeln zur Verfügung stehen. Damit einher gehen eine Ausweitung des Tram-Nachtnetzes und eine Anpassung des Bus-Nachtnetzes an die neuen U-Bahn-Nachtlinien.

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Nacht-Linien bei der U-Bahn: „Eine Metropole wie München braucht durchgehend attraktive Nahverkehrsangebote“

„Wir wollen, dass die U-Bahnen in München am Wochenende auch nachts fahren“, sagt Bürgermeisterin Katrin Habenschaden. Es passe einfach nicht zu einer internationalen Großstadt wie München, das wichtigste Verkehrsmittel nachts einzustellen. Die Ausweitung des U-Bahnverkehrs werde die Attraktivität des ÖPNV erhöhen und sei damit auch ein Beitrag für mehr Klimaschutz. „Hinzu kommt, dass wir damit vielen Menschen, insbesondere Frauen, einen sichereren Heimweg ermöglichen. Den gemeinsamen Wunsch nach einer Nacht-U-Bahn gab es im Stadtrat immer wieder. Ich hoffe, dass wir jetzt endlich Nägel mit Köpfen machen.“

U-Bahn fährt ein (Symbolbild).
Die U-Bahnen sollen in München auch nachts fahren - an Feiertagen und Wochenenden im 30-Minuten-Takt. © Sven Hoppe/dpa

Ein Nachtbetrieb der U-Bahnen werde ein großer Gewinn für die Stadt sein, damit alle Münchens vielfältige und reiche kulturelle Angebote nutzen und dabei klimafreundlich unterwegs sein können, ergänzt Fraktionschefin Mona Fuchs. „Dies wäre auch für Menschen, die im Schichtdienst arbeiten und nachts unterwegs sein müssen, eine spürbare Erleichterung ihres Alltags. Es ist außerdem ineffizient, die kostspielige und mit großem Aufwand in Schuss gehaltene U-Bahn-Infrastruktur des Nachts einfach brachliegen zu lassen. Eine Metropole wie München braucht durchgehend attraktive Nahverkehrsangebote - nur so kann die Verkehrswende gelingen.“

Nacht-Linien in München: SPD-Chefin äußert sich positiv, hofft aber auch, dass genug Personal da sein wird

Nacht-U-Bahnen seien eine gute Idee, sagt SPD-Chefin Anne Hübner. „Deshalb haben wir sie bereits 2021 im Stadtrat mit großer Mehrheit grundsätzlich beschlossen. Wir hoffen, dass die MVG auch das notwendige Personal findet und die Finanzierung sicherstellen kann. Sie muss parallel den Bau mehrerer U- und Trambahnen schultern und schon jetzt erhebliche Anstrengungen unternehmen, um mit ihren Fahrern das umfangreiche MVG-Angebot vollständig zu leisten.“

Grundsätzlich sei eine Nacht-U-Bahn machbar, sagt MVG-Sprecher Maximilian Kaltner auf Anfrage unserer Redaktion. „Entsprechende Konzepte liegen vor. Wenn es nun eine entsprechende Finanzierung gibt, können wir mit den Arbeiten zur Realisierung starten. Wichtig ist, dass wir ausreichend Fahrpersonal finden, um das Angebot auch tatsächlich auf die Schiene setzen zu können.“

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