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Neue KVR-Leitung: Grüne legen sich auf Kandidatin fest – „Idealbesetzung“

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Von: Sascha Karowski

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Hanna Sammüller-Gradl wird neue Kreisverwaltungsreferentin in München.
Hanna Sammüller-Gradl wird neue Kreisverwaltungsreferentin in München. © Privat

Die Münchner Grünen haben sich auf eine neue Kreisverwaltungsreferentin geeinigt. Auch in anderen Referaten der Stadt stehen Wechsel an.

München - Münchens Kreisverwaltungsreferat wird ab Sommer nächsten Jahres wohl erstmals von einer Frau geführt: Hanna Sammüller-Gradl soll neue Referentin werden. Das haben die Grünen entschieden. Die 38-Jährige soll demnach Thomas Böhle nachfolgen, der SPD-Referent verabschiedet sich im Sommer in den Ruhestand. Die Grünen haben das Vorschlagsrecht für den Posten. Die Wahl Sammüller-Gradls gilt demnach als sicher.

Kreisverwaltungsreferat München: Sammüller-Gradl gilt als Wunschlösung

Zuletzt hatte es dem Vernehmen nach zwei aussichtsreiche Kandidatinnen für den Posten gegeben. Wie ebenso zu erfahren war, soll sich zwischenzeitlich auch der Leiter der Branddirektion und des städtischen Krisenstabes, Wolfgang Schäuble für die Referatsleitung ins Spiel gebracht haben. Doch Sammüller-Gradl gilt parteiintern als Wunschlösung, die Grünen kokettieren mit der Personalie bereits seit Monaten. Es ist auch eine nahe liegende Besetzung.

Sammüller-Gradl hat Rechtswissenschaften studiert und promoviert. Während ihres Referendariats absolvierte sie das Ergänzungsstudium Verwaltungswissenschaften. Sie arbeitete von 2015 bis 2019 als Juristin im Bereich Grundstücksangelegenheiten und Städteplanung bei der Landeshauptstadt München. Danach wurde sie Stadtjuristin in Freising und ist dort zuständig für das Bürgerbüro, das Standesamt, das Ordnungsamt und über 120 Mitarbeiter.

Neue Kreisverwaltungsreferentin war Parteivorsitzende der Münchner Grünen

Die 38-Jährige war bereits als Teenager Vorsitzende der Grünen Jugend Landsberg am Lech und Vorstandsmitglied der Münchner Grünen Jugend. 2008 bis 2011 war sie Mitglied des Bezirksausschusses Sendling sowie 2007 bis 2010 Mitglied des Münchner Parteivorstands, zuletzt als Vorsitzende. 2017 bis 2021 war sie Sprecherin des Arbeitskreises Feminismus der Münchner Grünen. Sie ist mit SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl verheiratet und hat zwei Kinder.

„Hanna Sammüller-Gradl ist die Idealbesetzung für das Amt der Kreisverwaltungsreferentin“, sagt Grünen-Chef Florian Roth. „Sie ist eine erfahrene und spezialisierte Juristin, die mit dem Verwaltungsrecht wissenschaftlich und praktisch umfassend vertraut ist und auch die Münchner Stadtverwaltung aus der Innensicht hervorragend kennt.“

Grünen-Chef Florian Roth sieht Ansatz bürgerorientierter Ordnungs- und Sicherheitspolitik

Von ihrem Ansatz einer bürgerorientierten Ordnungs- und Sicherheitspolitik, den sie in Freising in vielen Bereichen bereits habe umsetzen können, werde München sehr profitieren. Insbesondere in den Bereichen interkulturelle Öffnung, Bürgernähe, Antirassismus. Frauenförderung und menschenfreundliche Nutzung des öffentlichen Raums werde sie Impulse setzen, die München als Weltstadt mit Herz gut tun würden. „Darauf freuen wir uns sehr.“

„Hanna Sammüller-Gradl ist eine gute Wahl als Kreisverwaltungsreferentin“, sagt SPD-Chefin Anne Hübner. Die Juristin habe bereits Erfahrungen in der Münchner Stadtverwaltung sammeln können. Und in ihrem bisherigen Job in Freising sei die 38-Jährige mit eben jenen Themen beschäftigt gewesen, die nun auch im KVR auf sie warteten. „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr und erhoffen uns ihre Unterstützung auf unserem Weg zu einer noch bürgerfreundlicheren Verwaltung und einer sicheren Stadt München.“

Hanna Sammüller-Gradl: „Ich freue mich unheimlich über die Nominierung“

Sammüller-Gradl sagte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung, auch sie freue sich „unheimlich über die Nominierung. Ich hoffe, dass ich ein gutes Angebot bin für den Stadtrat.“ Dieser muss dem Vorschlag der Grünen erst noch zustimmen.

Zuletzt war bekannt geworden, dass auch im Personalreferat ein Wechsel ansteht. Der SPD-Mann Andreas Mickisch soll den amtierenden Referenten Alexander Dietrich ablösen. Gewählt werden muss im kommenden Jahr zudem eine neue Leitung des Baureferates, Rosemarie Hingerl geht in den Ruhestand. Sozialreferentin Dorothee Schiwy soll eine zweite Amtszeit erhalten.

Opposition schimpft: Nachbesetzung ohne offizielle Ausschreibung

Auch nicht anders als die Nachbesetzung des Personalreferates, geschehe die Nachbesetzung des KVR ohne offizielle Ausschreibung, sagt CSU-Chef Manuel Pretzl. „ Das Kreisverwaltungsreferat steht in der Landeshauptstadt München unter anderem für die Ordnung und Sicherheit der Münchner Bürger. Der erste Platz bei der Sicherheit deutscher Großstädte ging in den letzten Jahren immer an München. Dies ist unter anderem der Verdienst des Kreisverwaltungsreferats.“ Man werde Frau Sammüller-Gradl daran messen, ob sie bei der zentralen Frage zur Sicherheit für die Münchner die bewährten Linien des Kreisverwaltungsreferates fortsetzt oder, geprägt von den häufig kontraproduktiven Vorschlägen, der grünen Stadtratsfraktion folge.

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