Bessere Chancengleichheit

München und die Schule der Zukunft: Laptops von der Stadt für alle Grundschüler?

Mehr Computer für die Münchner Grundschüler: Das fordern Grüne und SPD (Symbolbild)
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Mehr Computer für die Münchner Grundschüler: Das fordern Grüne und SPD (Symbolbild).

In München sollen alle Kinder die gleichen Chancen besitzen, auch wenn es um den Umgang mit Computern geht. Daher fordert die Stadtregierung Laptops für alle Kinder.

München - Die Stadt soll dafür Sorge tragen, dass auch alle Grundschulkinder mit einem Laptop, Tablet oder PC für Homeschooling ausgestattet werden. Dafür setzen sich nun Grüne und SPD in einem gemeinsamen Antrag ein. Ein Zuschuss zum Erwerb eines digitalen Endgeräts steht bisher nur Kindern und Jugendlichen von einkommensschwachen Familien zu, die die 5. bis 10. Klasse einer allgemeinbildenden Schule besuchen. Voraussetzung ist, dass in dem Haushalt Hartz-IV-Leistungen oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen werden.

München: Laptops für alle Grundschüler gratis? Digitale Bildung bereits ab 1. Klasse

Grünen-Stadträtin Anja Berger sagt: „Während der Covid-19-Pandemie* gewonnene Erkenntnisse zeigen deutlich, dass Grundschulkindern beim Homeschooling Nachteile entstehen, wenn sie ohne digitales Endgerät auskommen müssen.“ Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten müssten die gleichen Möglichkeiten haben dem Unterricht zu folgen wie ihre Mitschüler. Das bekräftigt auch die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, Julia Schönfeld-Knor: „Digitale Bildung und Teilhabe wird immer wichtiger, auch in der Grundschule von der 1. bis zur 4. Klasse. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben.“

Münchner Mittel für Bezuschussung von digitalen Geräten aktuell nicht ausgeschöpft

Der Antrag fordert außerdem, die Zuschussberechtigten von der Verpflichtung zu befreien, in Vorleistung zu gehen. Nach der geltenden Regelung erhalten sie erst bei Vorlage der Rechnung den Zuschuss. Berger: „Viele Familien können es sich schlichtweg nicht leisten, die Kosten für einen Laptop vorzustrecken.“ Es sei daher sinnvoll, ein Konzept zu erarbeiten, das diese Gerechtigkeitslücke schließt – etwa durch ein Gutscheinsystem.

Laut Anja Berger wurden die im städtischen Haushalt zur Verfügung stehenden Mittel für die Bezuschussung von digitalen Endgeräten bisher nicht in vollem Umfang in Anspruch genommen. Eine Ausweitung der Regelung auf Grundschulkinder werde daher keine Ausweitung des Etats zur Folge haben. *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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