„Ums Überleben kämpfen“

Muss München um seine Handwerksbetriebe bangen? CSU schaltet sich ein - konkreter Fall war Auslöser

Olaf Zimmermann von der Heizungs- und Sanitärfirma Obermeier steht vor Regalen mit Werkzeugkästen.
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Von den Nachbarn verklagt: Olaf Zimmermanns Heizungs- und Sanitärbetrieb stört die Neuankömmlinge im Lehel.

Handwerksbetriebe haben es in München aus verschiedenen Gründen schwer. Die CSU befürchtet deshalb einen Verlust von Fachkräften und Ausbildungsstätten. Dem soll entgegengewirkt werden.

München - Traditionsbetriebe sollen besser geschützt werden, das fordert die CSU in einem Antrag. Die Verwaltung soll dazu ein Konzept entwickeln. Auslöser für die Initiative ist der Fall der Heizungs- und Sanitärfirma Obermeier im Lehel. Deren Verbleib im Viertel ist offenbar gefährdet. 

„Mein Vermieter und ich werden von den Eigentümern einer anderen Wohnung im Haus verklagt“, sagt Firmen-Inhaber Olaf Zimmermann. „Die sind vor zwei Jahren hergezogen und möchten uns offensichtlich loswerden. Sie stören sich unter anderem an unseren Kleintransportern im Innenhof. Angeblich beschädigen die den Bodenbelag und damit das Gemeinschaftseigentum.“ Laut CSU* zeige der Fall beispielhaft die negativen Auswirkungen der Gentrifizierung von Stadtvierteln. 

Handwerker in München: CSU befürchtet Verlust von Fachkräften und Ausbildungsstätten

Das Thema habe über die Causa Obermeier hinaus große Bedeutung für die Stadt. Wenn alteingesessene Handwerker nicht besser geschützt würden, werde München weitere Fachkräfte und Ausbildungsstätten verlieren. Der Druck auf Handwerksbetriebe steige im gesamten Stadtgebiet. 

Auch da sei der Betrieb Obermeier ein gutes Beispiel: „Wir bilden derzeit sechs Lehrlinge aus“, sagt Zimmermann. Auch Jugendliche, die als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach München gekommen sind. Der Handwerker wurde für sein Engagement in diesem Bereich mit dem Erasmus-Grasser-Preis der Stadt ausgezeichnet.

CSU-Stadtrat Thomas Schmid sagt: „Das Lehel galt früher als Vorstadt der kleinen Handwerker. Es war das Arbeiterviertel schlechthin in München*. Heute muss das Handwerk im Stadtzentrum ums Überleben kämpfen. Dabei brauchen wir die Fachleute vor Ort.“ Handwerk in der Nachbarschaft bedeute Lebensqualität für alle. „Es darf nicht sein, dass alteingesessene Betriebe durch Gentrifizierung vertrieben werden.“ (ska) *tz.de und *merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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