Mietvertrag läuft aus

Münchner Kult-Club „Harry Klein“ macht zu - neue Pläne für das Areal bereits fix

Ein Flatterband hängt im leeren Club „Harry Klein“ in München von der Decke.
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Ein Flatterband hängt im leeren Club „Harry Klein“ in München von der Decke: Die Diskothek muss einem Hotel weichen.

Das „Harry Klein“ muss am Standort Sonnenstraße zusperren. Auf dem Areal soll ein Hotel entstehen. Zieht das Lokal nun um?

München - Das Harry Klein steht vor dem Aus – zumindest am Standort Sonnenstraße. Der Mietvertrag geht noch bis 31. März, ob er verlängert wird, ist fraglich. „Es war ja absehbar, dass es so kommt“, sagt Betreiber Peter Fleming. Denn: Auf dem Areal Sonnenstraße 8/Schwanthalerstraße 2 (Ludwigsvorstadt*-Isarvorstadt*) soll ein Hotel entstehen.

„Harry Klein“ macht zu - Pläne für Areal bereits fix

Die Stadtgestaltungskommission beschäftigt sich am Dienstag, 27. Juli, mit den Plänen der „Sonnenstraße Immobilien GmbH“, hinter der der Unternehmer Harry Habermann steht. Die Münchner* Architekten Carlos Graf Maltzan wollen im neuen Gebäudekomplex neben einem Hotel auch Ladenzeilen sowie eine Tiefgarage errichten.

Ein Bauvorbescheid aus dem Jahr 2018 fiel positiv aus, allerdings wurde damals bereits darauf hingewiesen, dass sich das Bauvorhaben in stadtgestalterisch bedeutender Lage befindet und sich daher die Kommission für Stadtgestaltung damit befassen sollte. Das Verfahren ist demnach noch nicht abgeschlossen.

Macht das Harry Klein woanders wieder auf? „Wir schauen uns jetzt um“

Ob das Harry Klein andernorts eine Zukunft hat, steht noch nicht fest. „Wir schauen uns jetzt um“, sagt Peter Fleming. „Aber etwas Konkretes haben wir noch nicht im Auge.“ 2018 hatten bereits das Jack Rabbit und das X-Cess in dem Gebäude an der Sonnenstraße ihre Pforten geschlossen.

Wegen Hotel-Neubauten rund um den Hauptbahnhof hatte es bereits 2018 Kritik gegeben. Der inzwischen verstorbene Chef des Vereins „Südliches Bahnhofviertel“, Fritz Wickenhäuser, sagte damals: „Wenn das Viertel nur noch aus Hotels besteht, will das auch der Tourist nicht.“ Dann gebe es auch für die Einheimischen keine Angebotsvielfalt mehr. - Sascha Karowski - (*tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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