Vor ehemaligen Wohnhäusern der Opfer

Für Nazi-Opfer: München hat sechs neue Stolpersteine bekommen

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Für das Erinnern: (v.l.) Ernst Grube jr. (Angehöriger), Terry Swartzberg und Andreas Post (Hausbesitzer-Versicherung) bei der Stolperstein-Verlegung in der Augustenstraße 98. 

In München wird seit dem Wochenende sechs weiteren Opfern der Nationalsozialismus öffentlich gedacht. Vor deren ehemaligen Wohnungen sind Stolpersteine verlegt worden.

München - In München erinnern nun weitere sechs Stolpersteine an Menschen, die von den Nazis ermordet worden sind. Am Samstag hat Künstler Gunter Demnig gemeinsam mit Terry Swartzberg, dem Vorsitzenden der Initiative Stolpersteine für München, mit Angehörigen, Hausbesitzern und Prominenten die quadratischen Messingtafeln verlegt - auf Privatgrund vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer.

2015 hatte die Stadt ihr Verbot, die Gedenktafeln auf öffentlichem Grund einzulassen, bekräftigt. Ein Gericht hatte eine Klage gegen die Stadt abgewiesen, mit der drei Nachfahren ermordeter Münchner Juden erzwingen wollten, Stolpersteine zum Gedenken an ihre Familienangehörigen verlegen zu dürfen. Insbesondere die Israelitische Kultusgemeinde hatte sich strikt dagegen verwahrt, das Gedenken an die Toten gewissermaßen mit Füßen zu treten. Stattdessen solle auf andere Weise an den Holocaust erinnert werden, beschloss der Stadtrat. Künstlerentwürfe wurden eingereicht, seither harrt München einer Entscheidung.

Auch zum Thema: Nach langem Streit: Erste Stolpersteine in Augsburg verlegt

Unterdessen machen Swartzberg und Demnig weiter, wo die Eigentümer sie lassen. Im Juni hatten sie bereits 21 Stolpersteine verlegt. Die sechs neuen Tafeln erinnern an Wilhelm Olschewski, Willy Olschewski und Otto Binder (Augustenstraße 98); Otto Karl Weis (Pestalozzistraße 36); Georg Fischler (Baumstraße 4); und Nathan Schütz (Landwehrstraße 20). Sie alle sind aufgrund ihres politischen Widerstands, ihres jüdischen Glaubens oder ihrer homosexuellen Orientierung von den Nazis entrechtet, verfolgt und ermordet worden.

Lesen Sie auch: Streit um Denkmal für Widerstands-Kämpfer: „Ich baue es nicht ab“

chu

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