GDL-Streik

Endstation München: Schon wieder Warn-Streik – Pendler-Frust am Hauptbahnhof

Hauptbahnhof München: Vor dem Lokführer-Streik im Personenverkehr steht ein Mann vor leeren Gleisen.
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GDL-Streik: Auch am Hauptbahnhof München blieben viele Gleise leer.

Und weiter geht es mit den GDL-Streiks. Es geht ums Geld. Auch die S-Bahn ist betroffen. Viele Pendler und Reisende strandeten am Wochenende am Hauptbahnhof.

München – Und täglich grüßt das Murmeltier! Es ist erst rund eineinhalb Wochen her, da stand der Zugverkehr in München still. Grund: der Lokführer-Streik. Und jetzt wieder volle Bahnsteige und leere Gleise! Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) hatte erneut zum Streik im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn (DB) aufgerufen. Es geht ums Geld. Und wieder fielen etliche Züge und S-Bahnen aus. Und auch, wenn es Ersatzfahrpläne gab: Viele Pendler und Reisende strandeten am Hauptbahnhof*.

Der Bahnstreik hat Michael Alznauer (21), Emilio Baume (19) und Lorenz Wagner (20) (v.l.) gerade noch gefehlt. Immerhin hatten die drei schon eine lange Reise hinter sich. Neun Tage haben sie in Schweden Urlaub gemacht und waren mit dem Zelt unterwegs. Um wieder in die Heimat zu kommen, mussten sie rund 1000 Kilometer mit dem Bus fahren. „Wir sind sehr müde“, verraten die jungen Männer und wollen nur noch ins Bett.

Frust wegen Bahn-Streik: Keine Folgen für die MVG - Da rollt noch was auf uns zu!

Der GDL-Streik zum Wochenanfang hinterlässt auch in Bayern seine Spuren. Zahlreiche Verbindungen fallen aus.

Doch wie hart hat der Streik die Münchner wirklich getroffen? „Wir haben den Eindruck, dass sich unsere Fahrgäste informiert und auf den Streik eingestellt haben“, teilte ein DB-Sprecher mit. Entsprechend sei es an den Bahnhöfen im Raum München* auch verhältnismäßig ruhig gewesen in der Früh, die Kapazitäten im Regional- und S-Bahn-Verkehr hätten ausgereicht. Die S-Bahn fuhr mindestens im Stundentakt, in zahlreichen Abschnitten aber auch im 20- oder 40-Minuten-Takt. „Grob gesagt sind es im Bereich der S-Bahn München etwa die Hälfte der sonst üblichen Fahrten“, heißt es von der Bahn. Im Regionalverkehr in Bayern sind mehr als 40 Prozent der üblichen Fahrten unterwegs.

Für die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hatte der Lokführer-Streik keine Folgen. Ein spürbar höheres Fahrgastaufkommen in U-Bahn*, Tram und Bus sei gestern Morgen nicht festzustellen gewesen, teilte ein Sprecher auf tz-Nachfrage mit. Ganz anders war das bei den Mietwagenanbietern. Nach Angaben des Vergleichsportals Check24 wurden in ganz Deutschland etwa 43 Prozent mehr Leihwagen gebucht als in der Vorwoche.

Bahn-Streik am Wochenende: Lokführer-Gewerkschaft stellt weiter Forderungen an

Schon seit Samstag galt der Streik für den Güterverkehr, gestern um 2 Uhr morgens begann er dann auch für den Personenverkehr. Und er dauert an: Noch bis Mittwoch 2 Uhr früh legen Bahnmitarbeiter ihre Arbeit nieder. Die Forderung der Lokführergewerkschaft: Lohnerhöhungen um 3,2 Prozent, einen Corona*-Bonus in Höhe von 600 Euro und bessere Arbeitsbedingungen. Ein Angebot der Bahn, über die Corona-Prämie zu verhandeln, lehnte die Gewerkschaft ab. Was die Lohnerhöhungen angeht, bietet die Bahn zwar 3,2 Prozent mehr, will die Stufen aber später umsetzen und eine längere Laufzeit. Da rollt noch was auf uns zu! (pp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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