Riesen-Baustelle im Zentrum Münchens

Unterführung komplett überlastet? Verkehrskollaps am Münchner Hauptbahnhof droht

Der Bahnhofsvorplatz am Hauptbahnhof in München: Droht hier ein Verkehrschaos?
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Der Bahnhofsvorplatz am Hauptbahnhof in München: Droht hier ein Verkehrschaos?

An die Bauarbeiten rund um den Münchner Hauptbahnhof haben sich Reisende und Autofahrer längst gewöhnt. Jetzt kommt auf letztere jedoch neues Ungemach zu.

München - Noch im Juni will sich der Stadtrat mit den Plänen zur Sperrung des Bahnhofsvorplatzes beschäftigen. Die Zustimmung der Mehrheitsfraktionen zu dem Konzept gilt als sicher. SPD-Stadtrat Nikolaus Gradl sagte unserer Zeitung: „Das Umfeld rund um den Münchner* Hauptbahnhof* muss attraktiver werden. Dazu wollen wir eine Fußgängerzone vor dem neuen Bahnhofsgebäude.“ Dort sollen künftig Trambahnen auf drei Gleisen halten, zudem besteht der Wunsch nach mindestens 2000 Fahrrad-Abstellplätzen. Dafür könnte die Baustellenzeit zur Blaupause werden.

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Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher: „Wir haben uns im BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt auch für einen autofreien Bahnhofplatz ausgesprochen. Die verkehrlichen Wirkungen sind untersucht. In den Baustellenjahren* kann da ja auch kein Verkehr durch. Er gewöhnt sich also eh daran.“

Paul-Heyse-Straße in München: „Die Unterführung wird als Ausweichstrecke überlastet sein“

Die Frage, was genau mit dem Verkehr passiert, brachte die SPD im Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt jetzt mit einem Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung. Es müsse davon ausgegangen werden, „dass sich die davon betroffenen Verkehrsströme auf die verbleibenden Nord-Süd-Verbindungen aufteilen werden“, heißt es in dem Antrag. Besonders betroffen: die Paul-Heyse-Unterführung. Dort wird gerade ebenfalls gebaut.

„Die Unterführung wird als Ausweichstrecke überlastet sein“, fürchtet Mathias Popp (SPD). Hinzu komme, dass der Tunnel mit einer Durchfahrtshöhe von 3,5 Metern nicht für alle Lkw befahrbar sei, so Popp. So könne es dazu kommen, dass höhere Laster über die ebenfalls extrem belastete Donnersbergerbrücke fahren müssten. Alles zusammen führe zu einem „Verkehrschaos“. Um dem vorzubeugen, fordert die SPD im BA, dass die Landeshauptstadt sowie die Deutsche Bahn „unverzüglich Planungen für die nachhaltige Leistungssteigerung der Paul-Heyse-Unterführung“ aufnehmen sollen. Das Stadtteil-Gremium stimmte der SPD-Forderung mehrheitlich zu. VON LEONIE HUDELMAIER UND SASCHA KAROWSKI - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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