Baby-Wunder in der Badewanne

Hotline statt Hebamme: Münchner Paar erlebt turbulente Geburt - „Hat mich wahnsinnig gemacht“

Großes Glück nach dem großen Durcheinander: Stephan und Mylene haben ihre kleine Maiara zuhause zur Welt gebracht.
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Großes Glück nach dem großen Durcheinander: Stephan und Mylene haben ihre kleine Maiara zuhause zur Welt gebracht.

Ein Münchner Paar erlebt ein Baby-Wunder. Stephan Nditat (30) und Mylene Ntouba (29) haben ihr erstes Kind daheim und ganz ohne Hilfe auf die Welt gebracht.

München - Mama und Papa sind selig – sie können ihr Glück kaum fassen. „Ich bin so glücklich, dass unser Baby da ist!“, strahlt Papa Stephan (30). Der Weg dorthin war allerdings alles andere als entspannt. Eigentlich wäre der Geburtstermin ja erst in drei Wochen gewesen, doch die kleine Maiara hatte andere Pläne. Schon seit Sonntag klagte Mylene immer wieder über Bauchschmerzen – ohne sich allerdings große Gedanken darüber zu machen.

München: Mylene bereitet sich auf Fahrt ins Krankenhaus vor - doch dann passiert es schon

Als es aber immer schlimmer wird, entschließt sich Mylene zu handeln. Montag in der Früh gegen halb sieben geht sie duschen und will sich in Ruhe auf die Fahrt ins Krankenhaus vorbereiten. Stephan schläft noch, weshalb sie versucht, leise zu sein und ihn noch nicht zu wecken. Sie weiß, wie müde er ist: Die beiden sind gerade erst nach München*, erst am Tag zuvor hat ihr Verlobter noch den Rest ihrer Sachen in die neue Wohnung in Oberschleißheim (Kreis München) gebracht und viel geräumt. Alles sollte fertig sein, wenn das Baby kommt.

Unter der Dusche platzt Mylenes Fruchtblase! Sie schreit nach Stephan, der kommt sofort angerannt. „Im ersten Moment habe ich mich total erschreckt“, erzählt er. Ab jetzt geht alles schnell. Stephan wählt den Notruf, will einen Krankenwagen anfordern. Zum Selberfahren ist es zu spät, denn Mylene liegt in der Badewanne, und die Geburt hat schon angefangen. Stefan telefoniert immer noch mit dem Mann von der Leitstelle. Der beschwört ihn, ruhig zu bleiben – aber genau das Gegenteil passiert: „Das hat mich wahnsinnig gemacht! Ich war so aufgeregt und er so ruhig!“, berichtet Stephan Nditat. Er fragt, was er tun soll - der Kopf des Babys ist schon zu sehen. Der Disponent vom Notruf sagt: „Ihre Frau muss tief atmen. Und pressen!“

Paar aus München erlebt Baby-Wunder im eigenen Bad: Maiara ist schneller als der Rettungswagen

Stephan und seine Verlobte atmen. Und Mylene presst. Wenige Minuten später hält Stephan seine Tochter Maiara Elisa in den Händen. Zwischen Mylenes erstem Alarmruf und diesem Moment liegen gerade einmal zehn Minuten, schätzt Stephan. Der junge Papa legt die Kleine ihrer Mutter an die Brust. Ein kurzer Moment der Ruhe, aber wirklich nur ein kurzer. Dann muss Stephan zur Tür, denn jetzt ist der Krankenwagen da. Der nimmt Mutter und Tochter mit in die Klinik zur Nachsorge.

„So richtig Angst hatte ich eigentlich nicht. Alles ging so schnell, ich hatte gar keine Zeit, mir Gedanken zu machen. Wir konnten einfach nur handeln“, erzählt der Papa. Seiner Verlobten sei es ähnlich ergangen. Heute dürfen Mama und Tochter hoffentlich wieder heim. Dann will die kleine Familie erst mal in Ruhe in ihrer neuen Wohnung ankommen. (Leoni Billina) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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