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24-Stunden-Supermarkt für München soll kommen: „Hotspot für nächtliches Feiern“ befürchtet

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Das Hochhaus „Heimeran“ am Heimeranplatz ist fast fertig.
Das Hochhaus „Heimeran“ am Heimeranplatz ist fast fertig. © Vincent Suppé

Ein 24-Stunden-Supermarkt in München? Das wird wohl bald schon Realität: Im neuen Hochhaus am Heimeranplatz. Der Nacht-Markt hat ein spezielles Konzept.

München - Die Fassade ist schon so gut wie fertig – jetzt wird’s dahinter spannend … Im neuen Hochhaus am Heimeranplatz auf der Schwanthalerhöhe in München soll ein 24-Stunden-Supermarkt entstehen. Um diesen und weitere Pläne für das markante Gebäude ging’s gerade im Bezirksausschuss (BA).

14 Stockwerke mit Büros und Dachterrasse gehören zum Projekt, die meisten Debatten gibt’s jetzt allerdings ums Erdgeschoss. Das soll nämlich unter dem englischen Motto 24/7 stehen. Also: täglich rund um die Uhr – mit einer Mischung aus Einkaufszeile, Restaurant und Event-Location. Einige Viertel-Politiker kamen da ins Grübeln. BA-Chefin Sibylle Stöhr (Grüne) fordert: „Die angedachte Supermarkt- bzw. Eventfläche darf nicht zu einem neuen Hotspot für nächtliches Feiern werden!“

24-Stunden-Supermarkt in München: Es klingt nach einer Mischung aus Berliner Späti und Lieferservice

Die Verantwortlichen hakten ein: Das sei auch nicht geplant. Tatsächlich sollen im Supermarkt auch nicht mitten in der Nacht Kunden unterwegs sein. Aber: Wer nach Ladenschluss dringend Joghurt, Toilettenpapier oder einen sonstigen Alltags-Artikel benötigt, bestellt seine Einkäufe in einer App und kommt anschließend zur Abholung vorbei. Es klingt nach einer Mischung aus Berliner Späti und Lieferservice, „New Experience“ nennen es die Bauherren, also „neue Erfahrung“. Welches Unternehmen den Supermarkt betreiben soll, ist noch unklar. Der Plan ist auf alle Fälle eine Ausnahme-Erscheinung für München: Einkaufen in der Nacht geht bisher nur in einigen Bahnhofs-Läden und in Tankstellen-Shops.

Auch in anderer Hinsicht setzt das Projekt auf besondere Ideen. Aus dem Bezirksausschuss heißt es: „Sehr positiv sehen wir, dass das Thema Inklusion große Priorität hat und ein Inklusionsbetrieb mit mindestens 30 Prozent Mitarbeitenden geplant ist, die von Einschränkungen betroffen sind“. Es könnte der größte Inklusionsbetrieb ganz Bayerns werden. Menschen mit Beeinträchtigungen sollen nach Angaben der Investoren im Lager, der Buchhaltung und im Service eingesetzt werden.

Aktuell laufen im Haus die Innenausbauten, die Gastro-Supermarkt-Eventfläche wartet noch auf die Genehmigung. Schon im November oder Anfang 2023 könnte das 24/7 eröffnen. vs

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