Auch auf der Wiesn hinterließ er Spuren

„Bilderbuch-Bayer“ (74) überraschend gestorben - Münchner OB schockiert: "Schmerzlicher Verlust"

Herbert Frankenhauser ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
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Herbert Frankenhauser ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

Er war Wiesn-Stadtrat, MdB und Bundesverdienstkreuz-Träger. Jetzt ist Herbert Frankenhauser mit 74 gestorben.

  • Der frühere Münchner Stadtrat und Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser ist tot.
  • Der CSU-Politiker setzte sich stets für die Belange der sozial Schwachen ein.
  • Sein Tod ruft in München und darüber hinaus große Bestürzung hervor.

Update, 13.13 Uhr: Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat nun sein Beileid zum Tod von Herbert Frankenhauser ausgedrückt. Dazu sagt er im Wortlaut in Richtung der Gattin:

Mit großem Bedauern habe ich vom plötzlichen Tod Ihres Mannes Herbert Frankenhauser erfahren. Zu diesem schmerzlichen Verlust spreche ich Ihnen und allen Angehörigen im Namen der Kolleginnen und Kollegen des Stadtrats und vor allem persönlich mein herzlichstes Mitgefühl aus. Herbert Frankenhauser gehörte dem Münchner Stadtrat 19 Jahre an.

Seine Amtszeit begann im für München in vielerlei Hinsicht so denkwürdigen Jahr 1972. In den folgenden Jahren begleitete und bestimmte er die Geschicke Münchens in vielfältiger Weise mit und hatte so unbestreitbaren Anteil an der Entwicklung unserer schönen Stadt.

Bilderbuch-Bayer“ (74) überraschend gestorben - Münchner OB schätzt Wiesn-Einsatz

Besonders geschätzt wurde er auch für seinen Einsatz als ‚Wiesn-Stadtrat‘. Im Jahre 1985 wurde er für seine Verdienste mit der Medaille ‚München leuchtet – Den Freundinnen und Freunden Münchens‘ in Gold geehrt. In seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter setzte er sich mit großem Engagement für den Münchner Osten ein und wurde mit dem Bayerischen Verdienstorden sowie dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 

OB Dieter Reiter trauert: „Wünsche Ihnen für kommende schwere Zeit viel Kraft“

Für das langjährige Wirken zugunsten unserer Stadt gebührt Ihrem Mann Dank und Anerkennung. Ich wünsche Ihnen für die kommende schwere Zeit viel Kraft und für die Zukunft auch Trost in dem Wissen, dass sein Andenken bei der Landeshauptstadt München bewahrt wird.“

Erstmeldung vom 7. Mai 2020

München - Er war ein Bayer wie aus dem Bilderbuch und hat selbst in Berlin das „Münchnerische“ verteidigt: Im Alter von 74 Jahren ist der frühere CSU-Stadtrat und Ex-Bundestagsabgeordnete Herbert Frankenhauser am Mittwochmorgen überraschend verstorben.

„Er hat immer betont, dass er mit Auer-Mühlbach-Wasser getauft wurde“, erinnert sich der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger (CSU). Herbert Frankenhauser, von allen „Berti“ genannt, war Stefingers Vorgänger im Wahlkreis München-Ost. „Ich verliere einen guten Freund und väterlichen Ratgeber“, sagt Stefinger betroffen.

München: Herbert Frankenhauser, Anwalt der „kleinen Leute“, überraschend gestorben

Im Jahr der Wiedervereinigung 1990 holte sich Frankenhauser erstmals das Direktmandat* für den neuen gesamtdeutschen Bundestag, dem er bis 2013 angehörte. Zuvor war er von 1972 bis 1991 Mitglied des Münchner Stadtrats. Als damaliger Wiesn-Stadtrat setzte er sich für die Belange der Schaustellerfamilien ein.

Auch im Bundestag* war Frankenhauser, der eher dem sozialpolitischen Flügel der Union zuzuordnen war, vor allem für die sogenannten „kleinen Leute“ da. So stimmte er gegen seine eigene Fraktion rot-grünen Mieterschutzgesetzen zu. Als Mitglied des Haushaltsausschusses, dessen stellvertretender Vorsitzender er acht Jahre lang war, lagen ihm besonders die deutschen Auslandsschulen und die Ausstattung der Bundeswehr am Herzen. „Er hatte stets ein offenes Ohr für die Menschen, denen es nicht so gut geht“, erinnert sich Stefinger.

Münchner Original (74) überraschend gestorben - viele werden sich an seine legendäre Angewohnheit erinnern

Legendär war seine Mappe, die er bei Terminen stets bei sich trug. Mit Unterlagen von Münchnern, die sich zum Beispiel bei der Suche nach einer Wohnung und einem Job an ihn gewandt hatten. Bei Gesprächen forderte er von seinem Gegenüber dann entsprechende Unterstützung und reichte sofort die entsprechenden Schreiben weiter.

Ein zünftiger Schafkopf und die 60er waren neben der Politik seine großen Leidenschaften. Schließlich spielte Berti Frankenhauser mal aktiv in der Löwenjugend. Bis zuletzt engagierte er sich für die Bayerischen Gebirgsschützen und den Verein der „Auer Schreiner- und Zimmerleute“, deren Überleben er als bestellter „Liquidator“ sicherte. 

Zudem war er Gründungsmitglied des Vereins Freunde des Viktualienmarktes und engagierter Präsident und später Ehrenpräsident des Deutschen Instituts für Reines Bier. Für sein umfangreiches Engagement waren ihm der Bayerische Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz verliehen worden, vom VdK hatte er die Albert-Schweitzer-Medaille erhalten. 

In Bayern trauert die Filmszene gerade um Kultschauspieler Fred Stillkrauth*. Man kennt ihn unter anderem auch durch seine Paraderolle als „Brandner Kasper“. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Carmen Ick-Dietl

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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