Stadt erwartet heuer doppelt so viele Asylbewerber

Hier entstehen neue Flüchtlingslager

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Die neue Aufnahmezentrale in Freimann.

München - Die Stadt bastelt an einem Plan, wie man die hohe Zahl der Asylbewerber am besten unterbringen kann. Dazu wird ein neues Programm gestartet.

Die neusten Flüchtlingsprognosen stellt das Sozialreferat vor große Probleme: Die Regierung von Oberbayern rechnet für heuer in München mit einer Verdopplung der Asylbewerber auf 12 342. Doch für sie gibt es (noch) keine Unterkünfte, berichtet Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) morgen dem Stadtrat. Bislang hat die Stadt rund 6400 Plätze, heuer gehen nach den bisherigen Planungen weitere 1600 in Betrieb – fehlen 4400 Plätze!

Darum will die Stadt schneller sein: Der Sonderstab soll neben den bisherigen Planungen ein zusätzliches Programm starten, um sehr schnell große Einrichtungen bereitstellen zu können. Notunterkünfte sollen jetzt doch größer als 200 Plätze werden. Als Obergrenze gilt nun 500 Betten. Bei minderjährigen Flüchtlingen steigt die Kapazität von 50 auf 200 Plätze. Turnhallen sollen aber weiter nicht in Frage kommen. Künftig will die Stadt auch gebrauchte Container und Anlagen kaufen, auch wenn sie nicht den Richtlinien und Standards für Heime entsprechen. Jetzt will das Sozialreferat auch nicht mehr die Baugenehmigung abwarten, bis sie die Bauarbeiten vergibt. Das spart drei Monate, allerdings kann die Stadt schadenersatzpflichtig werden, wenn die Leistungen hinterher verändert werden müssen.

Daneben will Sozialreferentin Meier künftig in jeder Vollversammlung des Stadtrats – also monatlich – neue Adressen zur Abstimmung stellen und bisherige Standorte aufstocken. Los geht es morgen mit 17 weiteren Gebäuden. Dazu kommen Hunderte neue Plätze für Wohnungslose.

Für die Finanzierung hat der Stadtrat 125 Millionen Euro bis zum Jahr 2017 bereitgestellt. Die Sozialreferentin fordert schon jetzt eine Verlängerung, um Unterkünfte langfristig sichern zu können. Zudem beantragt sie für die Verwaltung 15 neue Stellen. Kosten: 1,3 Millionen Euro. OB Dieter Reiter (SPD) sieht die Neuankömmlinge auch als Chance etwa für das Handwerk. Eine 1,5-Millionen-Stadt sei auch groß genug für 20 000 Flüchtlinge.

Die nächsten Adressen für Flüchtlinge
Flüchtlingsunterkünfte Plätze
Karlsfelder Straße 282 (Allach) 200
Erweiterung Heinrich-Wieland-Straße 72
(Berg am Laim) 195
Mainaustraße 10 (Aubing) 200
Belgradstraße (Schwabing) 160
Centa-Hafenbrädl-Straße (Aubing) 200
Lotte-Branz-Straße 2/3 700
Erweiterung Richard-Strauss-Straße 76 (Bogenhausen) über 400
Tegernseer Landstraße 137 (Giesing) 20 Whg.
Unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge Plätze
Kistlerhofstraße 144 (Obersendling) 66
Schwere-Reiter-Straße 2 (Neuhausen) 80
Hiltenspergerstraße 82a (Schwabing) 70
Am Moosfeld 97 (Riem) 40
Pestalozzistraße 2 (Glockenbachviertel) 48
Feldmochinger Straße 215 (Fasanerie) 48
Ottobrunner Straße 90-92 (Perlach) 200
Wohnungslose Plätze
Erweiterung Kastelburgstraße 60a (Aubing) 230
Dachauer Straße 334 (Moosach) 140

David Costanzo

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