Nach der Zwangspause während Corona

Traditionslokal auf neuen Wegen: „Hirschau“ im Englischen Garten komplett verändert

Die beiden 25-jährigen Lukas Spendler und Daniel Egger ziehen das Traditionswirtschaft „Hirschau“ neu auf.
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Die beiden 25-jährigen Lukas Spendler und Daniel Egger ziehen die Traditionswirtschaft „Hirschau“ neu auf.

Auch die Hirschau im Englischen Garten musste im März 2020 pandemiebedingt schließen. Die neuen Chefs haben die Zeit genutzt – und die bayerische Gaststätte komplett umgemodelt.

München - Lukas Spendler (26) und Daniel Egger (25) brechen mit dem Traditionshaus unter dem neuen Namen „1804“ auf zu neuen Ufern. 1804 war das Jahr, in dem der nördliche Teil des Englischen Gartens* in München*-Schwabing*, wo sich die Hirschau befindet, in den Park integriert wurde. Statt sich Schnitzel unterm Hirschgeweih schmecken zu lassen, können Gourmets im „1804“ raffinierte Gerichte mit vielen Zutaten aus heimischen Gefilden in der neuen Grünoase des Hauses genießen.

Hirschau (Englischer Garten): „Wir sind keine traditionelle bayerische Gaststätte mehr“

„Wir sind keine traditionelle bayerische Gaststätte mehr. Trotzdem ist uns wichtig, dass wir die Tradition und die Region verkörpern“, betont Spendler. Die Speisekarte sei bewusst „puristisch“ gehalten. Doch die ausgewählten Gerichte können sich sehen lassen – in Bayern und der Welt: Lammrücken wird mit Petersilienspinat und Roscoff-Zwiebel, gefüllt mit Ragout von der Lammzunge, serviert. „Wir wollen alles vom Tier verwerten.“ Aal gibt es mit Mais und Verbene (Eisenkraut); Gockelbrust mit Spitzkohl.

Statt in die Ferne zu schweifen, setzt der neue Küchenchef Lukas Adebahr (Tantris, Werneckhof) vor allem auf Nachhaltigkeit und Regionalität. „Farm to Table“ (wörtlich: vom Bauernhof zum Tisch) lautet die Devise im „1804“. „Ziel ist, Lieferketten drastisch zu verkürzen. Wir arbeiten überwiegend mit Produzenten aus der Region zusammen“, so Spendler. Kräuter und einiges Gemüse bauen die Jung-Gastronomen selbst an. Auch Obstbäume sind geplant; und in ein paar Jahren sollen Hühner und Wachteln dazukommen – für die Eier...

Hirschau: Nicht nur kulinarisch ist alles neu - auch die Einrichtung wurde komplett verändert

Spendler führt ein großes Erbe weiter: Im September 2020 übernahm der gelernte Koch und Tourismuskaufmann gemeinsam mit seinem Kumpel, Hotelfachmann Daniel Egger, das Restaurant mit dem großen Biergarten („Er hat uns wirtschaftlich aufgefangen“) von seiner Mutter, Wiesnwirtin Stephanie Spendler (Löwenbräuzelt). Sein Opa, Wiesn-Urgestein Wiggerl Hagn, hatte das Juwel 2013 erworben.

Dass auch seine Mama und sein Opa das neue Konzept mögen, ist Spendler wichtig. Denn nicht nur kulinarisch hat er eine Kehrtwende vollzogen. „Wir haben die Inneneinrichtung komplett geändert.“ So können die Gäste sich ihr Essen zwischen Szechuanpfeffer-Bäumen und Paprikapflanzen schmecken lassen. „Wir haben einen tollen Wintergarten mit vielen Pflanzen und Kräutern.“ Dank Heizstrahlern und Fußbodenheizung ist der Genuss im Grünen auch bei kalten Temperaturen möglich. - Daniela Pohl - *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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