Das blieb vom Jahr 2019 übrig

Schlüpfriger Fund in Tüte im Hofbräuhaus - Tourist holt sie ab

Im Münchner Hofbräuhaus machten Angestellte einen pikanten Fund.
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Im Münchner Hofbräuhaus machten Angestellte einen pikanten Fund.

Auch im abgelaufenen Jahr waren die Münchner manchmal recht verschusselt – und haben Dinge im Wert von mehreren hunderttausend Euro in München in der Stadt liegen gelassen. 

  • Auch im Jahr 2019 haben die Münchner Dinge im Wert von mehreren hunderttausend Euro verschusselt.
  • Der Blick in diverse Fundkammern offenbart Erstaunliches.
  • Vor allem im Hofbräuhaus machten Angestellte kuriose Entdeckungen.

München - Ein Ritterhelm? Ja, Robert Gräcmann hält einen Ritterhelm in den Händen. Dieser wurde Mitte Juli von MVG-Mitarbeitern in der Tram entdeckt. Vermutlich wurde dieser auf dem Weg zu den Kaltenberger Ritterspielen von seinem Besitzer liegen gelassen – und wartet seither im MVG-Fundbüro auf ihn. Etwa 30.000 Fundstücke wurden dieses Jahr in Münchens U-Bahnen, Bussen und Trambahnen entdeckt und abgegeben. Was nicht abgeholt wird, kommt bei einer großen Versteigerung unter den Hammer – die nächste soll am 21. Oktober 2020 sein.

Aber nicht nur die MVG hat Kuriositäten zu bieten. Auch im Hofbräuhaus fand sich heuer das eine oder andere, was die Mitarbeiter dort staunen ließ: „Wir hatten zum Beispiel eine Tüte von Victoria‘s Secret, gefüllt mit Unterwäsche im Wert 900 Euro“, erzählt Tobias Ranzinger, Pressesprecher des Hofbräuhauses. „Die wurde dann aber zwei Tage später von einem netten russischen Herrn für seine Freundin wieder abgeholt.“

Diese München-Reise ging gründlich in die Hose. Auf einer Social-Media-Plattform teilt ein junger Mann sein Leid.

München: Das sind die kuriosesten Fundstücke des Jahres 2019

Neben stets „sehr vielen Handys und Geldbeuteln“ seien 2019 aber auch wieder unzählige Jacken und andere Kleidungsstücke liegen geblieben, die ihre Eigentümer offenbar nach einem fröhlichen Abend im Hofbräuhaus nicht mehr benötigten – zumindest bis zum nächsten Morgen. Jedoch auch einen Gucci-Einkauf im stolzen Wert von 18.000 Euro entdeckten die Mitarbeiter dieses Jahr unter einer Bierbank. Gerade Gegenstände wie Smartphones würden meist schnell wieder abgeholt werden, so Ranzinger. „Alle paar Monate schnüren wir aber ein Paket und schicken die übrigen Fundsachen zum Fundbüro der Stadt. Ausgenommen Wertgegenstände.“

In eben diesem Fundamt an der Ötztaler Straße landen in München die meisten und größten Fund-Schätze: Insgesamt wurden dort im Jahr 2019 rund 45.000 Gegenstände abgegeben. „Die Zahl ist seit einigen Jahren immer ähnlich“, erklärt Edeltraud Dietl, die stellvertretende Leiterin des Fundbüros. „Einen wirklich auffälligen Trend gab es in diesem Jahr aber bei den Ausweisen.“ Rund 9000 Ausweispapiere wurden heuer gezählt, „viele natürlich samt Geldbörse“.

„Wundern uns aber tatsächlich oft darüber, was alles nicht abgeholt wird“

Woran diese Zunahme im zweistelligen Prozentbereich liegt, darüber wundern sich auch die Mitarbeiter der Fundstelle. Immerhin ist es dabei in der Regel recht einfach, den Eigentümer zu kontaktieren. Die Rückführungsquote von Gegenständen, die im städtischen Fundbüro landen, liegt bei immerhin 35 Prozent, wie Dietl erklärt. „Wir wundern uns aber tatsächlich oft darüber, was alles nicht abgeholt wird.“ Was allerdings wohl häufig damit zu tun hat, dass die Eigentümer davon ausgehen, dass ihre Schätze gestohlen und damit verloren sind.

45.000 Gegenstände sind 2019 im Fundbüro der Stadt gelandet: Auf dem Foto zeigt Büro-Vize Edeltraud Dietl ein Parallel-Tandem und zwei Rikschas.

Dies könnte zum Beispiel auch für den großen Sonnenschirm gelten, der eines Morgens mitten in Schwabing auf einer Straße stand. Oder die zwei Rikschas und das Parallel-Tandem, die in den vergangenen Monaten abgegeben wurden und neben rund 350 anderen Fahrrädern aktuell im Keller des Fundbüros stehen.

55 Jahre nach ihrem Besuch im Hofbräuhaus macht eine US-Amerikanerin ein bemerkenswertes Geständnis. Der München-Besuch hatte sie nicht losgelassen.

Svenja Schneider/Sven Rieber

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