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Hofpfisterei muss vorübergehend auf Markenzeichen verzichten - „Hat sonst keine andere Bäckerei“

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Von: Sophia Oberhuber

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 tz-Redakteurin Sophia Oberhuber mit frischem Brot von der Hofpfisterei in München.
Einmal traditionell verpackt, einmal im Sichtstreifenbeutel: tz-Redakteurin Sophia Oberhuber mit frischem Brot von der Hofpfisterei. © Sophia Oberhuber

Die Münchner Hofpfisterei muss aufgrund von Lieferschwierigkeiten auf eines ihrer Markenzeichen verzichten: die weiß-blaue Brotseide als Verpackung.

München - Das weiß-blaue Papier ist mehr als nur eine Verpackung für duftendes Brot. Es ist ein Markenzeichen der Hofpfisterei. Doch jetzt geht die sogenannte Brotseide aus. Und der Traditionsbäcker muss vorerst auf ein anderes Konzept umsteigen.

Hofpfisterei: Lieferengpässe bei Brotseide - „Verpackung hat sonst keine andere Bäckerei“

Ein Schild steht vor dem Hofpfisterei-Stand am Viktualienmarkt. „Aufgrund von Lieferengpässen wird unsere Brotseide knapp“, steht dort geschrieben. Deshalb werden viertel und halbe ungeschnittene Brote nun im Sichtstreifenbeutel verpackt – also einer Papiertüte mit Folie.

Die original Pfister-Brotseide soll das Brot länger frisch halten. Kundin Helga Drechsel schätzt das besonders: „Das Brot hält sich einfach länger. Eine solche Verpackung hat sonst keine andere Bäckerei.“ Die Brotseide entstand ursprünglich aufgrund eines Produktionsfehlers, durch welchen sich die Beschichtung vom Papier löste und man sie somit separat entsorgen konnte. Dem Kultbäcker gefiel der Öko-Aspekt, das Unternehmen behielt das Verfahren bei. Heute besteht die Brotseide aus Recyclingpapier und einer Bio-Folie aus Zuckerrohr.

München: Papiermangel sorgt für Änderungen bei der Hofpfisterei

„Die Pfister-Brotseide ist nicht komplett aufgebraucht, aber wir haben uns parallel um eine Alternative in Form des Sichtstreifenbeutels gekümmert“, erklärt Sprecherin Sina Goßler. Der Grund für die Knappheit: Papiermangel.

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„Es kamen mehrere Faktoren zusammen“, so Goßler. Für die Brotseide werde sehr dünnwandiges Papier benutzt, das generell nicht oft am Markt angeboten werde. Der Krieg in der Ukraine spiele laut Goßler „nur entfernt eine Rolle“. In Russland sei aber viel Papier produziert worden, was nun europäische Hersteller auffangen müssten. So komme es allgemein zu Wartezeiten.

Hofpfisterei gibt Ausblick: Ab Juni wieder Brotseide für alle

Die Lage rund um Verpackungen beurteilt Claudia Krüger-Köck, Geschäftsführerin der Bäcker-Innung München und Landsberg, als gleichbleibend schwierig: „Wir wissen nicht, wie sich die Situation entwickeln wird.“ Manche Betriebe hätten Material gebunkert.

Der Hofpfisterei steht aber Nachschub in Aussicht: Bis spätestens Anfang Juni soll in allen Filialen wieder genug Brotseide verfügbar sein. (SOPHIA OBERHUBER) Noch mehr aktuelle Nachrichten aus München und der Region finden Sie auf tz.de/muenchen.

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