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Für bezahlbare Wohnungen: Stadt München investiert 60 Millionen Euro, aber „großes Fragezeichen“ bleibt

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Von: Nina Bautz

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München setzt auf Holz: Zwei von vier neuen Gebäuden werden in Freiham-Mitte errichtet.
München setzt auf Holz: Zwei von vier neuen Gebäuden werden in Freiham-Mitte errichtet. © GWG Maier Neuberger Architekten

Die Zukunft heißt Holz: Das nachhaltige Baumaterial liegt auch bei der Stadt München im Trend. Sie investiert 60 Millionen Euro.

München - Es ist nachhaltiger, wirkt behaglicher, und die Bauzeit ist kürzer: Immer mehr Häuslebauer setzen auf Holz. So auch die Stadt München: Sie hat nun ein groß angelegtes Förderprogramm mit einem Volumen von 60 Millionen Euro für die kommenden sechs Jahre gestartet.

Seit 1. März können Genossenschaften und Bauträger, die überwiegend geförderte und preisgedämpfte Mietwohnungen planen, Zuschüsse erhalten. Voraussetzung: Sie müssen mindestens 50 Kilogramm Holz pro Quadratmeter Wohnfläche verbauen. Der durchschnittliche Zuschuss pro Wohneinheit soll dann bei etwa 10.000 Euro liegen. Geplant ist die Förderung von etwa 1000 Wohneinheiten pro Jahr. Fertiggestellte Anträge liegen noch nicht vor, aber Beratungen laufen. Stadtbaurätin Elisabeth Merk, die das Programm gestern vorstellte, ist sich sicher: „Wir werden sehr viele interessante Projekte in Zukunft sehen.“

Großes Vorbild aller Holzbau-Projekte ist der Prinz-Eugen-Park im Münchner Osten

Ein Projekt profitiert bereits davon und ist in Bau: die Siedlung Henschelstraße mit 154 Wohnungen (80 in Holzbauweise) und mehreren Kinderbetreuungseinrichtungen. Andere sollen oder könnten folgen: so etwa die Bayernkaserne (Spatenstich im September, Förderungsbeschluss noch erforderlich) oder Teilbereiche des Kreativquartiers (340 Wohneinheiten in Holz- beziehungsweise Holzhybridbauweise). Ob Freiham-Nord Zuschüsse erhält, ist noch offen, die Prüfung läuft.

Großes Vorbild aller Holzbau-Projekte ist der Prinz-Eugen-Park im Münchner Osten, Münchens ökologische Mustersiedlung und die größte zusammenhängende Holzbausiedlung Deutschlands mit 570 Wohnungen, die auch schon gefördert wurde und bereits bezogen ist.

München: Drei Holzbau-Projekte sind schon in der Umsetzung

Drei Holzbau-Projekte der städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag sind schon in der Umsetzung: ein Stelzenhaus an der Rümannstraße, das ab 2026 Münchenstift-Pflegekräfte bewohnen sollen, sowie zwei Wohngebäude in Freiham-Mitte und Teilbereiche des Projekts an der Hochmuttinger Straße in Feldmoching.

Das größte Problem bei der Holzbauweise: der höhere Preis im Vergleich zu Beton oder Ziegel. Die GWG und die Genossenschaft Wogeno etwa sprechen von 15 bis 20 Prozent Mehrkosten. Thomas Kremer von der Wogeno sagt: „Wir kommen bei der Wirtschaftlichkeit der Holzbauweise voll an unsere Grenzen – auch mit Förderung bleibt das leider das große Fragezeichen.“ Klaus-Michael Dengler von der Gewofag setzt daher auf regionale Holzlieferketten, die den Preis ebenfalls drücken können. Und Stadtbaurätin Merk führt an, dass durch die steigenden sonstigen Baustoff- und Energiepreise die Lage schon in einem Jahr neu bewertet werden könnte – sodass Holz dann im Vergleich gar nicht mehr so schlecht dastehe. NINA BAUTZ

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