„Schönheitsschlaf gestört?“

Polizeihubschrauber kreist nachts über München: Mann mit provokanter Nachricht - Reaktion der Polizei geht viral

Ein polizist steht am Hauptbahnhof in München.
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Die Münchner Polizei wird für eine Twitter-Reaktion gelobt (Symbolbild).

Am Donnerstag kreiste ein Polizeihubschrauber wegen eines heiklen Einsatzes für längere Zeit über der Innenstadt von München. Ein Twitter-Nutzer sah sich dadurch um seinen Schlaf gebracht - er erhielt eine schlagkräftige Antwort.

  • Am Donnerstag rückte die Polizei zu einem Einsatz in München aus.
  • Eine Frau wollte sich möglicherweise das Leben nehmen - auch ein Hubschrauber war im Einsatz.
  • Ein Twitter-Nutzer beschwerte sich über den nächtlichen Lärm und erhielt eine schlagkräftige Antwort.

Update vom 28. August, 17:51 Uhr: Mehrere Polizeistreifen, das Spezialeinsatzkommando (SEK) und ein Hubschrauber (siehe Ursprungsmeldung) waren in der Nacht auf Freitag im Einsatz, um nach einer psychisch kranken Frau zu suchen. Gegen 23 Uhr wählte eine Bekannte der 19-Jährigen den Notruf, da sie sich große Sorgen machte. Die junge Frau ist Patientin im Schwabinger Krankenhaus und war auf das Gerüst am Klinikum geklettert.

Da die Münchnerin* damit gedroht hatte, sich etwas anzutun, hielt der Hubschrauber-Pilot zunächst Abstand und kreiste über der Innenstadt. Per Spezialkamera versuchte die Besatzung, die 19-Jährige zu lokalisieren. Schließlich entdeckten die Heli-Besatzung die Frau auf dem Dach des Klinikums.

An dem Einsatz, der bis kurz vor 3 Uhr dauerte, waren mehr als 40 Beamte beteiligt. Darunter auch Verhandlungsspezialisten und das SEK, das auch für Einsätze auf Dächern ausgebildet ist. Diese Einsatzkräfte konnten die 19-Jährige letztendlich auch sichern und unversehrt vom Dach des Krankenhauses nach unten bringen. Die Münchnerin wurde in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.weg

Münchner beschwert sich auf Twitter über Polizeihubschrauber in der Nacht - Reaktion der Polizei geht viral

Ursprungsmeldung vom 28. August: München - Die Hubschrauber der Polizei sind ein wichtiges Mittel um große Teile der Stadt im Blick zu behalten. Dass sie dabei nicht gerade leise sind, sollte bekannt sein. Ein Twitter-Nutzer beschwerte sich nun über einen nächtlichen Einsatz in München. In dem Kurznachrichten-Dienst erhielt sein Post viele hämische Kommentare - und eine schlagkräftige Antwort der Münchner Polizei.

Am Donnerstag, den 27.08.2020 rückte die Polizei München gegen 23.00 Uhr in den Stadtteil Schwabing aus. Laut Informationen befinde sich eine Frau auf einem Gerüst am Krankenhaus. Mehrere Streifen machten sich zu der Örtlichkeit auf. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, um den Aufenthalt der Frau zu lokalisieren. Laut Angaben der Polizei befand sich der Hubschrauber für längere Zeit über der Innenstadt. Als er das Krankenhaus in Schwabing überflog, konnte die Frau entdeckt werden. Die Einsatzkräfte konnten die Frau beruhigen und sicher und unverletzt von dem Dach bringen. Aufgrund ihres Zustands wurde die 19-Jährige in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

München: Twitter-Nutzer beschwert sich über Polizeieinsatz - „nächtliche Ruhestörung“

Ein Twitter-Nutzer fühlte sich durch das laute Geräusch des Hubschraubers offenbar in seiner nächtlichen Ruhe gestört. „Endlich ist er weg, der Flugschüler der Polizei München mit seinem Hubschrauber“, schrieb er in dem Kurznachrichtendienst. „Hoffe, morgen einen sehr triftigen Grund für eine Stunde nächtliche Ruhestörung zu erfahren“. Der Post löste eine ganze Welle an hämischen Kommentaren aus und auch die Polizei München reagierte. „Bitte entschuldigen Sie vielmals, dass wir beim Schutz eines Menschenlebens nicht auf Ihren wohlverdienten Schönheitsschlaf Rücksicht genommen haben“, schrieb die Polizei. Die schlagkräftige Antwort stieß auf viel Zustimmung.

München: Antwort der Polizei stößt auf Zustimmung - Der Originalpost auf Kritik und Häme

„Top Antwort, danke für eure Arbeit und die eurer Kollegen“, schrieb ein Nutzer zu der Antwort der Polizei. Für die Beschwerde wegen der angeblichen Ruhestörung hatte die Twitter-Community dagegen weniger Verständnis. „Würde mich ja schämen für einen Tweet in solch einem „Tonfall“ ohne die Hintergründe zu kennen. Aber was weiß ich schon“, schrieb ein Nutzer. „Wir können uns leider nicht um Ihren Notruf kümmern, die Kollegen schreiben noch eine Begründung für den Einsatz letzte Nacht, die so ein Typ im Internet angefordert hat“, scherzt eine weitere Nutzerin. Ein User scheint jedoch eine passable Lösung zu bieten: „Stör die Beamten der Polizei München nicht bei der Arbeit. Fenster zu, Ohropax rein ... es wird einen guten Grund haben, wieso sie ausgeschwärmt sind“.

Bereits eine Woche zuvor, kreiste ein Polizeihubschrauber über Schwabing - offenbar waren Schüsse gefallen.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de/.

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