Münchens liebster Hund bekommt ein Gehwagerl

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Laila und Frauchen Terese. Mit dem Gehwagerl, ein Mini-Rollstuhl für Hunde, kann sie wieder laufen.

München - Als sie noch jung war und gesund – da hat die ­lebensfrohe Hündin Laila (10) kleinen Kindern die Angst vor Hunden genommen und alten und dementen Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

 Lebensfroh ist Laila noch heute. Doch als Therapiehündin kann sie nicht mehr arbeiten. Eine Nerven­erkrankung lähmte ihre Hinterbeine. Darum braucht das schöne Tier, das sein Leben lang den Menschen half, nun selber Hilfe. Und so begann die Geschichte wahrer Nächstenliebe, die einem besonderen Hund das Leben rettete und ein verzweifeltes Frauchen sehr glücklich machte.

Laila war nur eine Handvoll Hündchen, als die Münchner Angestellte Teresa W. (53) sie vor knapp zehn Jahren aus dem Tierheim holte. Von da an waren die beiden unzertrennlich. Aus dem Welpen wurde eine kräftige Mischlings-Hündin, die alle guten Eigenschaften der Berner-Sennen-Hunde und Boarder-Collies in sich vereinte. Gutmütig. klug, aufmerksam und hundertprozentig zuverlässig – der ideale Therapie-Hund. Fortan hatte sie als einer der ersten Münchner Therapiehunde feste Termine in Krankenhäusern, Altenheimen, Horten und Schulen. Bis sie plötzlich hinkte – erst kaum sichtbar, dann immer stärker.

Im September 2008 konnte sie plötzlich nicht mehr ins Auto springen: „Da wusste ich, da ist was Schlimmes.“ Tierarzt Heiner Lamnek stellte schließlich die niederschmetternde Diagnose: Nervenkrankheit. Man kann die Erkrankung aufhalten, aber nicht mehr heilen. Lailas aufwendige Physiotherapie und die Medikamente verschlangen Teresa W.s kleine Ersparnisse. Das Gassigehen wurde zur Qual: „Ich musste sie halb ­tragen. Aber der Hund wiegt 37 Kilo.“ Einschläfern stand nie zur Debatte: „Laila hat keine Schmerzen und ist so fröhlich wie ein junger Hund. Kein Tierarzt würde sie töten.“

Schließlich stand fest: Laila braucht ein Gehwagerl – eine Art Mini-Rollstuhl für die Hinterbeine. Die Hilfe kam von allen Seiten: Von Tierarzt Dr. Lamnek, der Teresa W. so manchen Euro erließ und stets Mut machte. Von der Tier-Physiotherapeutin Ulrike Harzer, die mit viel Aufwand den richtigen Tier-Orthopädie-Techniker suchte. Von der eigenen Familie, die Teresa W. in ­jeder Hinsicht unter die ­Arme griff. Nur das Geld – das reichte einfach nicht: „Solch eine orthopädische Gehhilfe kostet 600 Euro. Ratenzahlung war nicht möglich. Ich konnte das Geld einfach nicht aufbringen.“

Da sah Teresa W. nur noch einen Ausweg. Sie ging ins Münchner Tierheim und offenbarte unter Tränen ihre Not. Dort hat man ein Herz und ein Spendenkonto (Stadtsparkasse München , Konto 113103253; Bankleitzahl: 70150000) für Menschen, die ihre Tiere so sehr lieben. Die Beratung war kurz. Und dann hatte Tierschutzverein-Sprecherin Beate Eteläkoski eine wunderbare Nachricht: „Wir übernehmen die 600 Euro!“ Freude und Dankbarkeit kannten keine Grenzen. Seitdem hat Laila schon fleißig geübt: „Am Anfang hatte sie Angst vor ihrem Rolli. Wir nennen ihn Lailas Mercedes“, schmunzelt Teresa W. Viele, viele Erdbeeren (Laila liebt Erdbeeren!) und Proberunden später läuft Laila jetzt von Tag zu Tag besser. Die Nachbarn haben sich an den seltsamen Anblick gewöhnt. Und wieder sind es meist die alten Leute und die Kinder, die sich mit Laila freuen. „Ist das nicht schön?“, lächelt Teresa W. Oh ja, sehr schön!

Dorita Plange

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