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Neues Hunde-Verbot in Münchner Wirtshaus sorgt für Ärger: „Unverschämt und einfach nicht richtig“

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Von: Claudia Schuri, Julian Limmer

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Edmund Rucker ärgert sich, dass sein Hund Jimmy nicht mehr in die Innenräume der Pfälzer Weinstube in der Residenz darf.
Edmund Rucker ärgert sich, dass sein Hund Jimmy nicht mehr in die Innenräume der Pfälzer Weinstube in der Residenz darf. © Jens Hartmann

Seit vielen Jahren ist Edmund Rucker mit seinem Hund Jimmy gerne in die Weinstube in der Münchner Residenz gegangen. Umso enttäuschter ist er jetzt, dass es dort seit einiger Zeit ein Hunde-Verbot in den Gasträumen gibt.

München - Jimmy ist fast schon ein kleiner Star. „Er wird überall bewundert“, sagt Dackel-Herrchen Edmund Rucker. „Die Leute sind ganz entzückt und viele sagen, wie lieb er ist.“ Sogar als Film-Hund ist Jimmy bereits mehrfach aufgetreten: So stand er für Krimis und die Filme „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ und „Willkommen bei den Hartmanns“ vor der Kamera. „Er ist gleich zu Beginn über die Leinwand gelaufen“, verrät Rucker stolz. „Am Mittwoch hat er schon wieder einen Dreh für einen anderen Film.“

In den Gasträumen der Weinstube sind keine Hunde mehr erlaubt.
In den Gasträumen der Weinstube sind keine Hunde mehr erlaubt. © Jens Hartmann

Wenn Jimmy gerade keinen Film-Einsatz hat, dann besuchte Rucker früher mit ihm oft die Pfälzer Weinstube in der Residenz. Doch seit einiger Zeit hängt dort ein Schild: Hunde müssen draußen bleiben. „Seit über 40 Jahre war ich Gast in der Weinstube“, ist der 82-Jährige enttäuscht. „Und jetzt darf mein Jimmy nicht mehr mit rein.“

München: 82-Jähriger darf Hund nicht mehr mit in Weinstube nehmen - „Versuche jetzt, das Lokal zu meiden“

In den Außenbereich des Restaurants im Kaiserhof darf der Dackel zwar weiterhin – aber eben nicht mehr in die Innenräume. Rucker hat kein Verständnis dafür. „Ich finde es unverschämt und einfach nicht richtig“, sagt er. „Deshalb versuche ich jetzt, das Lokal zu meiden.“ Nur zum Stammtisch geht er zwar weiterhin – aber eben ohne Jimmy.

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Betreiber berichten von „unerfreulichen Vorkommnissen mit Hunden“

Die Betriebsleitung der Weinstube und der Vorstand des Landesverbands der Pfälzer in Bayern betonen dagegen, keine Alternative zum Hundeausschluss zu haben. Denn immer wieder habe es „Beschwerden und unerfreuliche Vorkommnisse mit Hunden“ gegeben. Die Weinstube hätte aufgrund der hohen Räume und der fehlenden Untergliederung eine besondere Atmosphäre und Akustik – und darauf hätten viele Hunde nervös reagiert. Es habe sogar Übergriffe von Hunden auf Gäste und Personal gegeben. „Teils leider auch mit Verletzungen“, berichtet Ralf Marthaler vom Vorstand des Landesverbands der Pfälzer.

Wegen der Art der Räume habe die Weinstube zudem eine vergleichsweise starke Lüftungsanlage. „Dadurch werden auch Tierhaare leichter und weiter verteilt als anderswo“, erklärt er. „Dies führte zu nicht wenigen Beschwerden von Allergikern, die uns deshalb nicht besuchen konnten.“ Außerdem würden die Tische recht eng zusammen stehen – und die Hunde hätten oft an der Grenze zum Nachbartisch oder in den Gang hinein gelegen. Mitarbeiter mit Tabletts, Essen und Getränken wiederum hätten die Hunde im Weg darum immer wieder nicht rechtzeitig sehen können.

Streit um Hunde-Verbot in München: Das Hausrecht liegt beim Wirt

Prinzipiell gilt: „Der Wirt hat das Hausrecht und kann selbst entscheiden, ob Hunde in die Gaststätte dürfen“, erklärt Frank-Ulrich John vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. „Für viele hängt es auch davon ab, wie sich die Hunde und die Besitzer verhalten.“ Sein Eindruck: „In der Regel funktioniert es gut.“

Auch Edmund Rucker hat diese Erfahrung oft gemacht: „Es gibt viele Lokale, wo Hunde herzlich willkommen sind“, erzählt er. Auf diese weicht er jetzt mit Jimmy aus, wenn er in ein Restaurant gegen möchte. „Er ist ein sehr braver Hund“, betont der 82-Jährige.

So sind die Regeln in anderen Lokalen

Zahlen, in wie vielen Münchner Restaurants Hunde gestattet sind, gibt es nicht. „Mein persönliches Gefühl ist aber, dass in der Mehrheit Hunde erlaubt sind“, sagt Frank-Ulrich John von DEHOGA.
„Hunde sind bei uns willkommen“, berichtet Silja Schrank-Steinberg vom Hofbräukeller. „Wegen unserer Nähe zu den Maximiliansanlagen an der Isar kommen zu uns viele Gäste, die mit ihrem Hund Gassi gegangen sind.“ Es gebe Leckerlis für die Vierbeiner. „Nur angeleint sollten die Hunde schon sein“, betont sie. „Denn Hunde in der Küche, das brauche ich nicht unbedingt.“ Am Ayinger am Platzl können die Gäste ebenfalls Hunde mitbringen. „Wir haben damit bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht“, sagt Wirt Peter Inselkammer. „Die meisten liegen sowieso ruhig unter den Tischen. Wenn ein Gast das möchte, bekommt der Hund auch eine kleine Schale mit Wasser.“ Auch im Wirtshaus Zum Franziskaner und im Augustiner Keller gibt es Wassernäpfe für Hunde. Auf die Sitzpolster dürfen die Hunde im Augustiner Keller nicht, außerdem wird eine Leine empfohlen. Im Hofbräuhaus wiederum gilt Leinenpflicht im Lokal – die Einhaltung wird kontrolliert.

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